Ulm/Neu-Ulm vor 40 Jahren

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Die Schultüte fest umklammert üben die ABC-Schützen, wie sie sich beim Überqueren der Straße zu verhalten haben. Foto: Simon Resch

In der Woche vom 3. bis 8. September 1973 hat die SÜDWEST PRESSE (SWP) unter anderem über folgende Ereignisse berichtet:

Stattlicher Festochs

Dass die Ochsendichte in Söflingen besonders groß ist, ist ein übles Gerücht. Es verhält sich genau anders herum, wie im Söflinger Klosterhof zu sehen war. Denn wäre die Ochsendichte hoch, hätte nicht ein einzelner Ochs so viele Söflinger angelockt: 4000 nämlich. Und die kamen, weil das Rindvieh einen besonderen Genuss versprach - nach zwölf Stunden am Spieß und dem Einsatz von 110 Kilogramm Holzkohle. Rund 1000 Portionen ergab das stattliche Stück Vieh, das abzüglich der Knochen und des Fetts auf rund siebeneinhalb Zentner Gewicht geschätzt wurde. Dietmar Fuchs hatte den Ochsen der "Aktion Sorgenkind" zur Verfügung gestellt. Die Hungrigen standen bis zu einer Stunde lang in der Schlange, nach vier Stunden ertönte die Vollzugsmeldung über die Lautsprecher: "Der Ochs ist restlos vertilgt." Um den letzten Söflinger Rettich entbrannte ein harter Bieter-Wettstreit. Für satte 20 Mark (umgerechnet rund 10 Euro) ging das Söflinger Wahrzeichen schließlich über die Theke. Und für 51 Mark wechselte das stadtbekannte Erkennungszeichen eines Söflinger Stadtrats den Besitzer: ein hellgrauer, schmalkrempiger Hut, Kopfgröße 60. Wer der Söflinger Stadtrat war? Sein Name fängt mit "B" an und hört mit "otzenhart" auf. Am Tag darauf zog einer der Verantwortlichen Bilanz: "Was ist schon ein Ochs für Söflingen?" Stimmt, ein Ochs für Söflingen ist nichts.

Umfangreiches Material

Er stand in der Pflicht - OB Hans Lorenser. Er hatte ja schließlich selber versprochen, den 1485 erbauten und denkmalgeschützten Büchsenstadel in ein Zentrum für Jugendliche umzuwandeln, wie die SWP schreibt. Der Stadtjugendring wollte den OB an seinen eigenen Worten messen und legte ihm ein umfangreiches Diskussionspapier vor. Immerhin: Die Stadtverwaltung hatte die Wünsche über Zahl und Größe der Räume zur Kenntnis genommen und wollte noch vor Jahresfrist konkrete Vorschläge für den Umbau leisten. Das Jugendhaus sollte in der Tat bald Realität werden - ein anderer Wunsch des Stadtjugendrings blieb allerdings unerfüllt: die Feuerwache im Schuhhaus so umzugestalten, dass dort ein Cafeteria eingerichtet werden kann.

Ja, wo laufen sie denn?

Um Rücksicht im Straßenverkehr bittet die SWP, jetzt, da die Sommerferien zu Ende gehen und die ABC-Schützen wieder unterwegs sind. Um die Unfallgefahr zu minimieren, hatte die Sparkasse Ulm signalgelbe Kopfbedeckungen zur Verfügung gestellt: für die Mädchen Kopftücher und Mützen für die Buben.

Gute Luft

Ja, die Ulmer Luft ist noch genießbar - mit der Betonung auf: noch. Die Grenzwerte, was Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid angeht, seien "zu keiner Stunde" überschritten worden, hat das Landesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Immissions- und Strahlenschutz (Karlsruhe) festgestellt. Ganz im Gegensatz zu anderen, wesentlich dichter besiedelten Gebieten um Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn oder auch Pforzheim.

Neu auf der Leinwand

In den Kinos liefen so bedeutende Filme wie "Der Mann aus El Paso", "Mehrmals täglich quietschen die Matratzen" und der "Hausfrauenreport, 4. Teil".

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