Ulm steht zu seiner Wissenschaftsstadt

Zum Ende des kommunalpolitischen Jahres haben die Stadträte in ganz großen Dimensionen gedacht. Es ging um die Rettung der Welt von Ulm aus.

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Franz Josef Radermacher berichtete im Rathaus vom FAW.

33 750 Euro - das klingt nach nicht so sehr viel Geld. Und doch steckt hinter dieser Summe sehr viel mehr. 33 750 Euro - damit übernimmt die Stadt die jährliche Kaltmiete des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) auf dem Oberen Eselsberg auch in den Jahren 2013 bis 2015, wie kürzlich im Hauptausschuss beschlossen worden ist. Der Gemeinderat bekräftigt damit seinen Anspruch, die Wissenschaft zu fördern und für die Idee der Wissenschaftsstadt einzustehen. Das geht im kommunalpolitischen Alltagsgeschäft gerne unter; ähnlich konsequent sind die Stadträte beim Berblinger-Wettbewerb, mit dem die Zukunft der Fliegerei gefördert wird.

Mit dem FAW geht es sogar um die Zukunft der Erde. Leiter Prof. Franz Josef Radermacher berichtete von der aktuellen Arbeit am Institut. Klein, aber effizient, gehe es mit zehn Leuten um die Nachhaltigkeit in Sachen Weltfinanzen, Welternährung, Klima, im Austausch mit dem Club of Rome und der Weltbank. Aktuell betreibe man ein "Weltaufforstungsprogramm" - ein effizienteres Modell der Schadstoffreduzierung gegenüber der energetischen Wohnungssanierung, die außerdem neue soziale Probleme verursache.

"Wir als Stadt haben großes Interesse daran, dass dieses Institut weiterbesteht", sagte OB Ivo Gönner: "Die Entwicklung einer öko-sozialen Marktwirtschaft für die Zukunft muss auch wissenschaftlich und beratend begleitet werden." Das Institut genieße weltweit Renommee und sei "eine wichtige Ulmer Vorzeigeinrichtung". So wird auch das seit 2004 als neue Stiftung geführte FAW weiter gefördert, nachdem das Land als Träger ausgestiegen ist.

Die Stadträte indes wurden angesichts der großen Fragen ganz kleinlaut und fragten, wie dem drohenden globalen Kollaps lokal begegnet werden könne. Radermacher: "Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum."

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Kommentare

28.07.2012 09:56 Uhr

Halt auf halber Strecke

Das FAW mit öffentlichen Geldern der Stadt Ulm zu fördern und zugleich diejenigen leer ausgehen zu lassen, die theoretisch angeleitet nicht allein dessen empirische Grundlagen notwendig untersuchen, bleibt wegen der auf diese Weise für jeden ersichtlich zutage tretenden Inkonsequenz insbesondere von zuvörderst dazu angehaltener Stiftungen bürgerlichen Rechts auch künftig unübertroffen. Von einer materiell wirksamen Absicherung von Arbeiten der so bezeichneten Wissenschaftsstadt kann insofern keine Rede sein.

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