Ulm soll dreckig bleiben

Wenn Helga Malischewski behauptet, Ulm sei zu dreckig, stehen unserem Volontär die Haare zu Berge. Er hat den Dreck lieben gelernt.

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Das ist der Beweis schwarz auf weiß: In der Stadt Ulm geht es allzeit reichlich reinlich zu.  Foto: 
Die Südwest Presse berichtete am Dienstag über Dreck in Ulm. Zu vermüllt sei die Stadt, hieß es da, gerade sonntags sei die Lage untragbar. Dabei habe ich noch nie in einer so sauberen Stadt wie Ulm gelebt. Und, um Missverständnissen vorzubeugen – das ist kein Kompliment.

Ich komme aus Recklinghausen, einer Stadt im nördlichen Ruhrgebiet, etwa so groß wie Ulm. Vor den Toren dieser Stadt gibt es ein Industriegebiet, in dem früher ein riesiger Haufen Dreck stand. Ich bin mir nicht sicher, ob es Kohle oder einfach nur die Erde war, die aus den Schächten der Zeche gebuddelt worden war. Jedenfalls war es ein großer, schwarzer Berg, der von dicken, gelben Schläuchen durchzogen war. Meine kleine Schwester, damals vier Jahre alt, nannte den Haufen Spaghetti-Berg, das fanden alle sehr süß. So oft wie möglich wurde der Spaghetti-Berg mit dem Auto passiert, auch wenn er eigentlich nicht auf dem Weg lag. Der Dreck, den unsere Mitmenschen produziert haben, wurde zu einer Sehenswürdigkeit, und als er irgendwann nicht mehr da war, haben wir es bereut, kein Foto gemacht zu haben.

Später lebte ich lange in Wien, etwas kürzer in Berlin und Sankt Petersburg. Wenn ich sonntags durch den 16. Bezirk in Wien, vorbei an leeren Dosen, den Abfällen des Brunnenmarktes und überfüllten Mistkübeln spazierte, wusste ich: Hier haben gestern Menschen verweilt, gegessen, Spaß gehabt. Wenn ich über die mit Kreide beschmierte Oberbaumbrücke in Berlin ging, hat mir der Dreck ein Gefühl dafür gegeben, wie lebendig dieser Ort ist.

Denn Dreck, Müll, Abfall ist zwar nicht schön, aber er gehört dazu, er ist die sichtbarste Spur, die die Bewohner in der Stadt hinterlassen. Er verrät mir, dass hier Menschen leben, lieben und arbeiten. Und er ist der beste Beweis dafür, dass diese Aneinanderreihung von Häusern eine Stadt ist. Denn Hand aufs Herz – die Stadt, das sind nicht die Gebäude, sondern die Menschen, die in diesen Gebäuden leben. Und Menschen machen nun mal Lärm und Dreck.

Nun lebe ich seit etwas mehr als drei Monaten in Ulm, einer Stadt, die fast schon krankhaft sauber ist, und noch sauberer werden soll. Bitte, lasst das. Der Dreck fehlt mir.

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Kommentare

12.12.2013 23:48 Uhr

So !, so !! Licht wolle se do nei bringe !???

In selle Heuchelei !!???

^^*^^
G8-Länder wollen Demenz stärker bekämpfen

Die acht wichtigsten Industrienationen (G8) wollen ihre Anstrengungen im Kampf gegen die Volkskrankheit Demenz verstärken. Nach einem Gipfeltreffen in London hieß es in der Abschlusserklärung der G8-Gesundheitsminister, man verpflichte sich dem Ziel, bis 2025 ein wirksames Medikament zur Heilung von Demenz oder zur wirksamen Verbesserung der Symptome zu entwickeln. Gleichzeitig wolle man die Forschungsausgaben deutlich steigern. Alle zwei Jahre solle auf G8-Ebene über die Forschungsergebnisse berichtet werden. Ein internationaler Forschungsfahrplan soll gemeinsam erarbeitet werden.

http://www.tagesschau.de/ausland/demenzdorf100.html

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1358564.html
^^*^^

Echt !???

Ich hab do eher was für die chemische Industrie bemerkt !!

Zwecks Licht !! im Dunklen !!! guckst Du z.B. do !!!!:

Wasele macht seller ultrafeine Feinstaub !? in sellen Giftzonen !?!, mit der Lügenbezeichnung ^^Umweltzonen^^ benannt !!!???

27.10.2013 02:32 Uhr
Wolfgang Freiburger
Tod vom Allerfeinsten !

http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/Feinstaub-Symposium-in-Ulm-Umweltzonen-besser-als-ihr-Ruf;art1158544,2270338

**
Auch gibt es Evidenz für Begünstigung von Demenz und Alzheimer.

**

http://www.cleanair-europe.org/fileadmin/user_upload/redaktion/downloads/VCOE/VCOE_Factsheet_Ultra-Feinstaub.pdf

So !, so !! es gibt evidentes Licht !!!???? – in sellem gekauften Dunkel !!!!?????

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Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

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12.12.2013 22:58 Uhr

Mit dem Kümmern um den sichtbaren Dreck !

Wird den Naiven vorgegaukelt !!, mann kümmere sich um den Dreck !!!, während der wirklich extremst giftige und schädlichste unsichtbare Dreck vermehrt wird !!!, ohne sich wirklich darum zu kümmern !!!!, dies ist Heuchelei mit System !!!!!

Doch genau dieses System ! will die Jugend nicht wirklich !!! und empfindest es als das !, was es ist : Heuchelei !

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Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

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12.12.2013 22:48 Uhr

**Ist eine geforderte saubere und besenreine Stadt,

nicht ein Zeichen für professionalisierte Heuchelei?**

Jetzertle kommt der Gärtner, Bernhard mol widder bärenstark uf de Punkt !!!

Große Teile der Jugend empfinden dies sicherlich so !, ob sie dies nun ausdrücken können oder nicht !!

Denn es ist sicherlich eine Art Heuchelei, wenn sich um solches relativ unwichtiges zuerst gekümmert wird !, statt sich mit den wirklich wichtigen Dingen zu befassen !!, dies ist Heuchelei !!!

Guckst Du auch z.B. !:

24.10.2013 21:24, Freiburger: Lug !? oder Trug !!??? oder was !!!???

http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/Feinstaub-Symposium-in-Ulm-Umweltzonen-besser-als-ihr-Ruf;art1158544,2270338

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Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

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12.12.2013 07:54 Uhr

Dreck und Spurensuche

Natürlich hinterlassen Menschen Spuren. Junge Städter eher Dosen und MC Donalds Tüten, ältere Besucher eher schamvoll in übervolle Mülleimer gestopfte Reste, vom mitgebrachten Vesper aus dem Rucksack. Jeder hinterlässt seine ganz eigene Spur.
Abfall, Eindrücke von seinem Verhalten, Geld und vor allem Daten.
Das was ältere gerne als Dreck und Abfall bezeichnen, wird ich den Verwaltungsbereichen "liebevoll" Wertstoff genannt.
Denn es hat einen genau zu beziffernden Wert.
Die wilden Mülldeponien aus den 50ern, vor den Verbrennungsanlagen und voll ausgekleideten, grundwasserabgeschirmten modernen Deponien , bei uns auch Kachelgruben genannten Entsorgungsstätten, enthalten sicherlich noch viele "Wertstoffe" und könnten einst nicht nur für Archäologen zu Schatzgruben werden.
Es ist natürlich schön, eine touristenfreundliche und besenreine Innenstadt als Vorbild zu betrachten.
Doch kehren wir nicht viel zu viel unserer Lebensspuren unter den Teppich?
Muss denn der ganze "Wertstoff" erst in Umlauf kommen?
Wir beklagen den Müll und doch profitieren wir als Touristenhochburg vom Verkauf dieses künftigen Mülls.
Ist eine geforderte saubere und besenreine Stadt, nicht ein Zeichen für professionalisierte Heuchelei?

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11.12.2013 16:23 Uhr

Bei Hempels ! hinterm !! Sofa !!!

Kann es mitunter !weitaus sozialer sein !!, als in einem ^^sauberen^^ Loft !!!

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Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

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11.12.2013 13:37 Uhr

Wem es hier nicht gefällt

der hat die Freiheit dahin zu gehen, wo mehr Dreck ist und wo es ihm besser gefällt. Das ist doch ganz einfach, und man muss nicht einmal einen Artikel schreiben, sondern einfach nur geräuschlos gehen.

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11.12.2013 11:58 Uhr

Der Dreck fehlt?

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wie die SWP so einen Artikel freigeben kann. Soll sich damit jemand irgendetwas verdient haben? Eine Anerkennung vielleicht? Da geht einem echt der Hut hoch!

Ich finde in der Stadt, insbesondere an der Donau, der Promenade, im Blindengarten, etc. wird es dreckiger und dreckiger. Irgendwann werden dies auch die für den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt mitverantwortlichen Touristen bemerken und die Stadt vielleicht nicht mehr so schön finden.

Im Blindengarten werden die Mülleimer raus gerissen und nicht mehr ersetzt, der Müll liegt tagelang herum. Am oberen Donauturm bildet sich langsam aber beständig bereits seit Wochen ein wilder Müllberg. Wo man hinschaut Leergut und Scherben von Schnapsflaschen. Wenn wir das Geld für eine professionelle Stadtreinigung nicht mehr haben, sollten wir vielleicht weniger in Prestige-Objekte investieren. Ich denke da z.B. an die teure Beleuchtung an der Bahnbrücke. Aber vielleicht will man ja hier die Schmierereien in ein schönes Licht setzen.

Auch der Müllberg in Recklinghausen wurden irgendwann mal beseitigt und ihr Volontär hat sich hierüber gefreut.

Ich auf jeden Fall brauche ich den Dreck nicht ! Und ich schätze die Meisten von uns ebenso wenig. Wir wollen eine schöne, saubere Stadt und zufriedene, glückliche Touristen, die gut über die Stadt reden und gerne wieder kommen.

Aller Dreck ist der Anfang vom Ende!

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11.12.2013 11:15 Uhr

Der Dreck fehlt? - Lösung: Wieder weg ziehen!

"Nun lebe ich seit etwas mehr als drei Monaten in Ulm, einer Stadt, die fast schon krankhaft sauber ist, und noch sauberer werden soll. Bitte, lasst das. Der Dreck fehlt mir."

Nun, da werden sich die Ulmer - zum Glück - wohl kaum ändern.

Ich glaube aber auch nicht, dass die Wiener so schmutzliebend sind.

Aber wem der Dreck fehlt: Wegziehen!
Wie wärs mit den örtlichen Sandgruben? Mitten drin ein Haus bauen?

Aber ich vergaß: Der wohlgeordnete Sand... vielleich ist das auch schon wieder zu viel der Ordnung...

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