Ulm hat niedrigste Arbeitslosenquote im Land

Im Bezirk der Arbeitsagentur Ulm ist die Arbeitslosenquote im August leicht auf 3,3 Prozent gestiegen – nichts Besonderes in den Ferien, heißt es. Besonders niedrig ist die Quote im Alb-Donau-Kreis. Mit einem Kommentar von Frank König: Grundsätzlich intakt.

|
9219 Männer und Frauen waren im August im Bezirk der Arbeitsagentur Ulm arbeitslos gemeldet. Das sind 560 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. Damit belegt der Agenturbezirk Ulm zusammen mit Konstanz-Ravensburg und Lörrach den Spitzenwert mit der geringsten Quote in Baden-Württemberg, teilt die Agentur mit. Der Bezirk umfasst die Stadt Ulm, den Alb-Donau-Kreis und den Landkreis Biberach.

Auf bayerischer Seite stieg die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Donauwörth, zu dem auch der Landkreis Neu-Ulm gehört, ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte. Die Quote im Bezirk lag mit 2,7 Prozent aber niedriger als in Ulm. Im Kreis Neu-Ulm beträgt sie 3,1 Prozent.

Der leichte Anstieg sei auf die „übliche Sommerpause“ zurückzuführen, heißt es von der Arbeitsagentur Donauwörth. „Im Sommer gibt es stets eine geringere Personalnachfrage, Personalentscheidungen werden oft erst nach den Ferien getroffen“, sagt Geschäftsführerin Claudia Wolfinger. Auch ihr Ulmer Kollege Gregor Fischer hält die leichte Erhöhung für nichts Außergewöhnliches. Beide sind sich einig: Der Anstieg sei im Wesentlichen auf unter 25-Jährige zurückzuführen.

Im Juli und August endeten viele Ausbildungen, deshalb meldeten sich mehr junge Menschen arbeitslos. Nach den Ferien nehmen sie wieder eine Schulausbildung oder ein Studium auf, fangen eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle an, so dass spätestens im September wieder mit einem deutlichen Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit zu rechnen sei. Im Agenturbezirk Ulm stieg die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen auf 1250 (Plus von 37,7 Prozent), im Agenturbezirk Donauwörth liegt der Wert ähnlich hoch.

Im Bezirk Ulm sind noch 1050 Ausbildungsplätze unbesetzt. Rein statistisch kommen auf jeden unversorgten Bewerber fast drei angebotene Ausbildungsstellen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Agenturbezirk Ulm nach der Zunahme im Juli nun im August rückläufig. 1280 Stellenangebote wurden gezählt, 160 weniger als im Juli und 110 weniger als im August des Vorjahres. Auch auf bayerischer Seite liegt der Stellenmarkt leicht unter dem Niveau des Vormonats. Dort waren 1284 freie Stellen gemeldet, 58 weniger als im Juli.

Die Zahlen für Ulm, Neu-Ulm und Alb-Donau-Kreis im Einzelnen:

Ulm: Im Stadtgebiet waren im August 3180 Menschen arbeitslos gemeldet, 170 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Punkte auf 4,9 Prozent.

Alb-Donau-Kreis: Mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent belegt der Alb-Donau-Kreis den dritten Platz im Land. Besser sind nur der Kreis Biberach (2,7) und der Bodenseekreis (2,8). Im Alb-Donau-Kreis waren im August 3110 Menschen arbeitslos gemeldet.

Neu-Ulm: Im Landkreis stieg die Quote um 0,1 Punkte auf 3,1 Prozent (Raum Illertissen: 3,0 Prozent, Raum Neu-Ulm 3,2 Prozent). 3006 Menschen waren arbeitslos.
 

5585 Hartz-IV-Empfänger

Grundsicherung 4173 Menschen beziehen im August im Bezirk der Arbeitsagentur Ulm Grundsicherung (Hartz IV), das sind annähernd die Hälfte aller Arbeitslosen (45,3 Prozent). Im Bezirk der Arbeitsagentur Donauwörth, zu dem auch der Landkreis Neu-Ulm gehört, sind es 1412 Frauen und Männer. In beiden Bezirken sind diese Zahlen rückläufig. Im Vergleich zum August 2013 ist die Zahl der Hartz IV-Empfänger im Bezirk Ulm um 499 Menschen zurückgegangen (10,7 Prozent).

Ein Kommentar von Frank König: Grundsätzlich intakt

Auch im Sommer, in dem sich viele junge Leute vor Beginn von Schule und Studium arbeitslos melden, bleibt der regionale Arbeitsmarkt trotz der vorübergehend steigenden Arbeitslosenzahlen im Lot. Das liegt in erster Linie daran, dass die Wirtschaft an den starken Standorten Ulm, Alb-Donau und Biberach intakt ist. So ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich mit dem Vorjahr stark rückläufig.

In dieses Bild passt auch, dass Jugendliche, die über das duale Ausbildungssystem in die Berufswelt einsteigen wollen, eine große Auswahlmöglichkeit haben. Von den jungen Leuten, die noch ohne Lehrstelle sind, hat jeder - natürlich auch wegen des demographischen Wandels - rechnerisch die Wahl unter drei Angeboten.

Die Statistik für den Monat August macht gleichzeitig klar, dass der Arbeitsmarkt vom guten Besatz an Unternehmen auch außerhalb Ulms profitiert: Spitzenreiter im Einzugsgebiet der Ulmer Agentur ist Biberach vor dem Alb-Donau-Kreis: Man denke nur an die großen Liebherr-Standorte. Dennoch bietet das zentrale Ulm im Verbund mit Neu-Ulm ein großes Reservoir an Arbeitsplätzen.

Die Beschäftigung in Industrie und Handwerk ist enorm wichtig für die Konsumkraft in der Region und nachgelagerte Jobs in der umfangreichen Dienstleistungsbranche und im Handel. Derzeit passt alles im Ulmer Umfeld, so dass das Wort vom "gelobten Land" umgeht. Dennoch gibt es kritische Stellen - was wird noch aus den Sedelhöfen?

 

 

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Geschäftsleute beklagen unhaltbare Zustände in Ulmer Bahnhofstraße

Bei Regen und Kälte ist nur wenig zu sehen von den unhaltbaren Zuständen, die einige Geschäftsleute auf der Bahnhofstraße beklagen. Doch es gibt sie, auch wenn es derzeit eher entspannt zugeht. weiter lesen