Ulm hält an Lehrstuhl für Nachhaltigkeit fest

Ulm versteht sich als Stadt der Nachhaltigkeit. Konsequenterweise gibt es dafür einen Lehrstuhl. Er hebt vor allem auf nachhaltiges Wirtschaften ab.

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Die Stadt Ulm unterstützt für weitere fünf Jahre die Stiftungsprofessur für Nachhaltigkeit an der Universität, den sie 2007 selbst initiiert hat und den sie mit sechs Betrieben aus der Region zusammen ausstattet. Die Stadträte gaben dafür jetzt 50.000 Euro pro Jahr frei. Prof. Martin Müller, der den Lehrstuhl bekleidet, hob den Vorteil der Stiftungskonstruktion hervor, weil man über die Partnerfirmen Theorie mit Praxis verbinden könne.

Forschungsschwerpunkte sind nachhaltige Unternehmenssteuerung und Mobilität. Im Aufbau sind ein Masterstudiengang sowie ein Landesgraduiertenkolleg für nachhaltige Unternehmensführung sowie ein Zentrum für Nachhaltigkeit an der Universität. Auch ein Reallabor für nachhaltiges Wirtschaften an kleinen und mittleren Unternehmen ist angedacht. Müller: "Das Interesse ist da." Es geht um die praktische Umsetzung in Betrieben, dafür könnte auch der Ulmer Initiativkreis für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung eingebunden werden.

Stadträtin Dorothee Kühne stellte im Hauptaussschuss fest, dass sich der Lehrstuhl stark in Richtung des nachhaltigen Wirtschaftens entwickelt habe - ohne dies damit schlechtreden zu wollen. Tatsächlich heißt der Stiftungslehrstuhl komplett "Nachhaltiges Wissen, nachhaltige Bildung, nachhaltiges Wirtschaften". Ziel ist, diese Themen zu verbreiten und zu vertiefen und dabei Kooperationen zwischen der Stadt, den Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen zu intensivieren. Insgesamt ist der Lehrstuhl mit 100.000 Euro ausgestattet. Die acht Mitarbeiter werden über Drittmittel oder die Uni finanziert.

Neu unter den Partnern ist die Firma Uzin Utz, die für Liqui Moly nachrückt. Nach der jetzt begonnenen zweiten Stiftungsperiode will die Uni die Professur übernehmen.

Die Stadt hat den Lehrstuhl 2007 zu deren 40-jährigen Bestehen aus der Taufe gehoben, wie OB Ivo Gönner rekapitulierte. So habe man seitens der Kommune immer wieder Entwicklungen im Wissenschaftsbetrieb angestoßen, sagte er mit Blick auf die Ludwig-Erhard-Stiftungsprofessur für Wirtschaftspolitik an der Uni oder die Stiftungsprofessur der Solarstiftung an der Hochschule.

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Kommentare

27.06.2013 12:39 Uhr

Fehlende Begründung der Stiftungsprofessur

Dadurch, dass das Wesen des Einzelnen erwiesenermaßen ausschließlich sozial existiert, gilt es, im Mindesten das allem Handeln stets vorausgehende Konstituens eines solchen Daseins zu untersuchen, wenn sämtliches Unterfangen nicht darauf angelegt sein soll, fiktiv an der Realität vorbei zu gehen und dadurch die zu allen Zeiten immer nur sehr eng begrenzt verfügbaren Ressourcen wie vor allem menschliche Arbeitskraft unwiederbringlich zu vernutzen. Gibt in dieser lebensnotwendigen Frage die besagte Stiftungsprofessur für nachhaltiges Wissen, nachhaltige Bildung als auch nachhaltiges Wirtschaften keine Auskunft zu ihren eigenen Grundlagen, lässt sich in der Tat eine äußerst verhängnisvolle Vereinseitigung feststellen, die von der Ulmer Gemeinderätin Kühne zu Recht im dortigen Hauptausschuss kritisiert wurde.

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