Ulm dringt auf Bahnsteig 5

Einstimmig: Der zuständige Fachausschuss des Ulmer Gemeinderats fordert von der DB, die Gleisanlagen-Umgestaltung so zu planen, dass ein Bahnsteig 5 für ein S-Bahn-System jederzeit möglich wird.

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  • Regionaler Schienenverkehr: Er soll keinesfalls unter die Räder geraten, wenn die Schienenanlagen des Ulmer Hauptbahnhofs im Zuge der Realisierung der ICE-Neubaustrecke grundlegend umgebaut werden. 1/2
    Regionaler Schienenverkehr: Er soll keinesfalls unter die Räder geraten, wenn die Schienenanlagen des Ulmer Hauptbahnhofs im Zuge der Realisierung der ICE-Neubaustrecke grundlegend umgebaut werden. Foto: 
  • Regionaler Schienenverkehr: Er soll keinesfalls unter die Räder geraten, wenn die Schienenanlagen des Ulmer Hauptbahnhofs im Zuge der Realisierung der ICE-Neubaustrecke grundlegend umgebaut werden. 2/2
    Regionaler Schienenverkehr: Er soll keinesfalls unter die Räder geraten, wenn die Schienenanlagen des Ulmer Hauptbahnhofs im Zuge der Realisierung der ICE-Neubaustrecke grundlegend umgebaut werden. Foto: 
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ICE-Neubaustrecke Stuttgart-Ulm, hier speziell der Abschnitt Ulmer Hauptbahnhof: Neue Prognosen für den Zugverkehr, die für Ulm bis 2025 einen deutlichen Rückgang der Güterverkehrszug-Zahlen vorhersagen, haben zu einer geänderten Planung der Bahn geführt. Sie geht jetzt davon aus, auf einen bis dato vorgesehenen Bahnsteig 5 für den regionalen Schienenverkehr – der Großraum Ulm strebt bis 2020 die Realisierung eines S-Bahnkonzepts an – verzichten zu können.

Dagegen erhebt sich aus allen Teilen der Region Protest. Zu Papier gebracht ist er seit Dienstag auch durch den Fachausschuss für Stadtentwicklung des Ulmer Gemeinderats, der derzeit gefordert ist, eine Stellungnahme in der Neuauflage des Planfeststellungsverfahrens abzugeben. Eine von der Verwaltung vorgelegte Formulierung war zunächst von allen Fraktionen als zu wachsweich abgelehnt worden. Baubürgermeister Alexander Wetzig selber legte dann aber einen Änderungsvorschlag vor, der einstimmig gut geheißen wurde.

Damit verlangt die Ulmer Lokalpolitik jetzt von der Deutschen Bahn (DB), die Gleisinfrastruktur des Hauptbahnhofs so auszubauen, dass sie die Voraussetzungen für die Schaffung eines regionalen Nahverkehrskonzeptes auf Basis einer Regio-S-Bahn ermöglicht und dass ein fünfter Bahnsteig jederzeit kurzfristig und ohne weitere Umbauten realisiert werden kann. Mit dieser Forderung sei dieser Tage in Ulm bereits Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der DB für den Schienenverkehr in Baden-Württemberg, konfrontiert worden. „Er kann damit leben“, berichtete Wetzig.

Nicht so recht leben konnten CDU, Grüne und FWG indes mit Wetzigs weiteren Aussagen. Er meint, da Unklarheit herrsche, wer später einmal den Zuschlag für die Abwicklung des regionalen Schienenverkehrs erhalte, sei der Bahn nicht vorzuwerfen, dass sie dafür nicht von vornherein die Infrastruktur, also Bahnsteig 5, finanziere. Zuerst hätten Stadt und Region ein schlüssiges Konzept zu entwickeln, das das Land unterstützen und zur Vergabe ausschreiben müsse.

Herbert Dörfler, CDU („Es geht um die Erhaltung der zentralen Bedeutung des Verkehrsknotens Ulm“) und Michael Joukov, Grüne, widersprachen vehement. „Der fünfte Bahnsteig ist unerlässlich, damit die S-Bahnen vertaktet werden können. Wir müssen an der Forderung nach ihm festhalten“ sagte Joukov. Gerhard Bühler, FWG: „Wir wollen ein S-Bahn-System für die Region. Dazu braucht es nicht lasche Erklärungen, sondern Bekenntnisse zu diesem fünften Bahnsteig.“

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Kommentare

13.06.2012 17:12 Uhr

" Die Realität ist unter: wikireal.org " Falsch, Herr Lattus, dort

werden lediglich Behauptungen aufgestellt.

Sie sollten sich einfach mal mit dem Begriff "Realität" vertraut machen.

Das Dach war zu keiner Zeit instabil oder gar einsturzgefährdet, was aber sollte das überhaupt für einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit haben können?

Der Abriss ruht auch nicht etwa, sondern ist nahezu abgeschlossen.

http://www.fluegel.tv/webcam

"Und wer hat dem Eisenbahnbundesamt gemeldet ?"

Welchen Sinn soll dieser Satz denn haben?

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13.06.2012 16:10 Uhr

Antwort

Hallo Herr Küpper,

alles reine Behauptungen von Ihnen.

Die Realität ist unter: wikireal.org

nachzulesen !

Übrigens funktioniert unser Stuttgarter Hauptbahnhof auch gerade obwohl die Bahn beim unsachgemäßen Abriss die Stabilität des ganzen Gleisdaches (und damit die die Sicherheit der Bahnkunden) zerstört hat.

der abriss ruht deshalb seit einem Monat und die Bahn muss jetzt erst mal das dach sichern!

Und wer hat dem Eisenbahnbundesamt gemeldet ?

Die "Dagegener". Wir sind einfach für Menschenschutz vor rücksichtslosem Profitstreben!

http://www.bei-abriss-aufstand.de/wp-content/uploads/12.04.10-Brief-an-EBA-wegen-Standsicherheit-Bahnhofsda.pdf

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13.06.2012 15:37 Uhr

Nicht nur Ulm hat Probleme, Sie offenbar auch, Herr Lattus, dies

offenbar sogar schon mit einstelligen Zahlen.

"sehr leistungsfähig" ist übrigens relativ, der Sackbahnhof schaffte ja mit Auch und Krach gerade mal 34 Züge per Stunde, der Tiefbahnhof wird mit gleicher Qualität locker das Doppelte schaffen.

Den Unterschied zwischen einem Bahnsteig und einem Gleis haben Sie bisher ja auch noch nicht begriffen.
Verschiedene Ulmer wünschen sich einen 5. (Mittel)Bahnsteig.

Der Tiefbahnhof wird 8 Zulauf- /Ablaufgleise sowie 4 Mittelbahnsteige mit also 8 (acht) Bahnhofsgleisen haben , der Sackbahnhof hat 5 Zulauf- / Ablaufgleise.

8 > 5

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13.06.2012 15:06 Uhr

Weniger Gleise

Ulm hat Probleme!

In Stuttgart soll ein sehr leistungsfähiger Hauptbahnhof einer Landeshauptstadt von 16 auf 6 Gleise reduziert werden.

Und die Mehrheit der Ulmer scheint dies zu unterstützen,

Warum dann dieses "Gezeter" um 1 Gleis weniger für einen Provinzbahnhof?

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13.06.2012 09:06 Uhr

solange die öffentliche Hand

selbst nicht über die notwendigen Mittel verfügt und sich im Gegenteil sogar Forderungen aussetzen muss, die Mittel für den ÖV als "lästige Subventionen [IHK]" zu kürzen, bleibt da leider wenig Spielraum...

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13.06.2012 07:49 Uhr

Fordern und verweigern ist das Dilemma

Die öffentliche Hand, allen voran die Landesregierung Baden Württemberg, setzt bekanntlich die Bahn bei den Infrastrukturprojekten im Lande unter extremen Kostendruck. So lange die öffentliche Hand nicht über eine faire Kostenbeteiligung bei Mehrleistungen mit sich reden lässt, wir die Bahn nur das bauen, was für den eigenen Bahnbetrieb geradeso notwendig ist. Und nicht das Geringste mehr. Rational betrachtet würde jedes andere Unternehmen und jeder Privatmann genauso handeln. Selbst sinnvolle Verbesserungen werden unter diesen Gesichtpunkten Utopie bleiben.

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