Ulm bekommt 2018 einen Elektrobus

Der Nahverkehr der Zukunft kommt schneller als gedacht, war das Fazit einer Diskussion unter Experten.

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Am Donnerstagvormittag wurde auf dem Münsterplatz ein E-Bus des deutsch-türkischen Omnibusherstellers Sileo vorgestellt. Der Bus war extra aus Aalen zum Ulmer Fachtag für innovativen ÖPNV gefahren worden (wir berichteten). Am Abend kritisierte dann André Dillmann, Geschäftsführer der SWU-Verkehr, „dass uns die deutschen Hersteller von E-Bussen noch im Stich lassen.“ Serienreife Busse kämen erst 2018/2019 auf den Markt. Er stand mit Oberbürgermeister Gunter Czisch, mit Franz Loogen, Geschäftsführer von E-mobil BW,  und mit Prof. Werner Tillmetz, Leiter des Ulmer Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), auf dem Podium. Die Experten diskutierten gelassen über die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs. Tillmetz hatte die globale Übersicht: In China seien bereits 150 000 Elektro-Busse im Einsatz. Und es sei nachgewiesen, dass weltweit am meisten Kohlendioxid mit dem alternativen Nahverkehr eingespart wird, nicht mit E-Autos.

Die wichtigste Aussage speziell für die Stadt Ulm kam von Dillmann: Er hoffe, dass Ulm im Laufe des nächsten Jahres einen E-Bus bekommt, die Marke nannte er nicht. Mit diesem SWU-Linienbus sollen dann Erfahrungen gesammelt werden, „wie oft wir ihn abschleppen müssen und ob er auf den Eselsberg überhaupt hinaufkommt“. In die Zukunft gedacht müsse Ulm aber etwas tun, wenn S 21 kommt. Denn die Infrastruktur sei begrenzt.

Nicht dreimal Tramlinie bauen

Dazu ergänzte Czisch: Die Finanzierung werde immer der begrenzende Aspekt beim Ausbau des Nahverkehrs sein. „Wir können eine Linie 2 nicht dreimal bauen.“ Dennoch müsse man Mobilität neu denken ­ – vor dem Hintergrund der Digitalisierung, die zu einer besseren Kundenorientierung führt. Die E-Tankstellen auszubauen, das dauere noch, sagte der OB. Erst müssten die Verbraucher umdenken, und diese Veränderungen sollte man mit Förderprogrammen anschieben.

„Die Zukunft wird aus Mut gemacht, nicht aus Zögerlichkeit“, sagte Loogen. Deshalb müsse man sich verschiedene Antriebsstoffe überlegen, nicht nur Strom, sondern auch Wasserstoff und regenerativ hergestellte Kohlenwasserstoffe.  Denn bisher habe der Verkehr noch keinen Beitrag zum Klimaziel leisten können. Andererseits reiche es nicht aus, nur die Energiequellen zu ändern.

Die Busse müssten automatisiert werden in den nächsten 15 bis 20 Jahren, das spare Personal. Kurzum: „Die Modernisierung des Nahverkehrs geht viel schneller voran, als Sie es sich heute vorstellen können.“

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