Uli Pohls Zero-Kunst im Neu-Ulmer Venet-Haus

Wer wie Zero-Künstler Uli Pohl dem Licht Altäre baut, der muss bei seiner Arbeit auf Präzision achten. Dies zeigen seine Objekte im Venet-Haus.

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Alles dreht sich um das Licht: Zero-Kunst von Uli Pohl im Venet-Haus in Neu-Ulm.  Foto: 

Das ästhetische Empfinden muss unbedingt mit von der Partie sein, wenn man sich mit Uli Pohls Zero-Kunstarbeiten, die in der Neu-Ulmer Galerie im Venet-Haus zu sehen sind, anfreunden will. Ästhetisches Empfinden heißt hier zuerst: alle Antennen ausfahren, um sein Kunstverständnis zu intensivieren. Formgefühl gehört natürlich dazu, Schönheitssinn sowieso, vom Gespür für Qualität gar nicht zu reden.

Ein Blick auf eines jener Acrylglas-Objekte, die Pohl schon 1961 drüben auf der anderen Seite der Donau in Kurt Frieds legendärer Avantgarde-Galerie, dem studio f, ausgestellt hatte, genügt, um zu begreifen, um was es den Zero-Künstlern immer gegangen ist: Dem Licht in all seinen Facetten soll gehuldigt werden, die Kunst will diesem unendliche Energie spendenden kosmischen Element Altäre bauen.

Pohl hat genau dies immer getan. Nicht nur, dass er in seinen Glasskulpturen vorführt, welche Kapriolen Licht schlagen, welche prismatischen Brechungen, Reflexe und Spiegelungen hier möglich werden. Nein, als Katalysator und Gegenpol für dieses choreografisch schon höchst eindrucksvolle Lichtballett nutzt Pohl noch die bedingungslos der Formstrenge unterworfenen geometrischen Körper. Ob nun Würfel, Zylinder, Kegel und Kugel, auch mal Raute, Rechteck oder Quadrat, alles dient, mit höchster Präzision bearbeitet, als Baustein und Trägerelement für all die Lichtkathedralen, die aus Pohls Atelier kommen.

Und wer wissen will, was Präzision bedeutet, werfe bitteschön einen Blick auf Pohls Zeichnungen. Wie sich da seine geometrischen Figuren vielfach mit Trompe-l’œil-Effekt zu verschränkten und ineinander verwobenen Bildordnungen fügen, das ist brillant konstruiert. Wobei man Überraschungen einkalkulieren muss, denn je nach Betrachtungswinkel blasen da plötzlich brav aussehende Quadratwürfel zum Angriff, steigen sozusagen aus ihrem Papierbett heraus und springen einem, dreidimensional geworden, direkt und bedrohlich vor die Augen!

Info Uli Pohl bis 31. Juli in der Galerie im Venet-Haus in Neu-Ulm; Mi, Do, Fr 16-19 Uhr

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