Erstes Turnier des Fischerstechens: Überraschungssieger auf der Donau

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    Der schwarzweiße Narr alias Florian Fausel gewinnt das erste Turnier des Fischerstechens. Foto: 
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    Die neue Vorsitzende des Ulmer Schiffervereins, Susanne Grimmeiß, bestand mit dem Fischerstechen ihre Bewährungsprobe. Foto: 
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Mit einer faustdicken Überraschung ist am Sonntag der erste Durchgang des Fischerstechens zu Ende gegangen. Dabei konnten sich nicht die Favoriten Holger Beranek in der Figur des Königs von Württemberg oder Johannes Deininger (König von Bayern) durchsetzen. Vielmehr bewies vor rund 12.000 Zuschauern an der Donau der schwarzweiße Narr alias Florian Fausel enorme Standfestigkeit und behielt im Tagesfinale gegen Gustav Adolf (Uwe Keplinger) die Oberhand. Der Gesamtsieger des Fischerstechens 2017 wird nächsten Sonntag ermittelt, wenn beide Tagessieger aufeinandertreffen.

Der 34-jährige Nachwuchs-Fischerstecher Fausel konnte nach dem etwa eineinhalbstündigen Turnier gegen 17 Uhr auf dem Kirchweih-Schiff der Prominenz  den Tagespokal entgegennehmen und war überglücklich. Er hatte für die Teilnahme am Turnier Risiken auf sich genommen, eine Skiverletzung von April an der Schulter nicht operieren lassen und eine Bandage getragen.

Der schwarzweiße Narr war zwar gleich in der Vorrunde nass geworden – aber nur, weil er und sein schwarzgelber Kontrahent mit Spaßspeeren gegeneinander antraten und ins Wasser flogen. Seine sonstige gute Balance führte er aufs Skifahren zurück. Fausel ist in einer Familienfirma in Herrlingen tätig und Neffe des Zunftmeisters im ausrichtenden Schifferverein, Peter Engelhardt.

Enttäuschung dagegen beim haushohen Favoriten Beranek (49). Er war zwar im ersten Durchgang gegen den starken Konkurrenten Deininger trocken geblieben, hatte jedoch eine Verwarnung wegen Vorlage erhalten: Die Stecher dürften sich während des Stoßes nicht nach vorne bewegen. Der dreimalige Turniergewinner sagte, er habe eigentlich gestochen wie immer.

Zillenfahrer „heimliche Helden“

Nach der Verwarnung sei er vorsichtig in die zweite Begegnung mit Deininger gegangen – und wurde prompt nass. So stand es in der Vorrunde unentschieden: Die Favoriten hatten sich gegenseitig eliminiert.  Dieses Schicksal traf auch die zwei Spaßfiguren: Autofahrer und Baustellenarbeiter – sie waren gleich raus.

Die neue Vorsitzende des Schiffervereins, Susanne Grimmeiß, kommentierte das Turnier recht sicher. Sie forderte auch die Piloten einer großen Kamera­drohne auf, das Fluggerät über der Donau abzuziehen. Es gab allerdings Klagen, dass die Ansagen flussaufwärts im Bereich Saumarkt praktisch nicht zu hören waren. Susanne Grimmeiß lobte die Zillenfahrer, die bei der starken Strömung die „heimlichen Helden des Turniers“ seien.

Schon am Vormittag hatten tausende Zuschauer den Weg des Festumzugs gesäumt: vom Saumarkt über den Weinhof nach Neu-Ulm und zurück auf den Kornhausplatz und den Marktplatz. Darunter waren auch viele Touristen, teils von weit her. An allen Stationen war das Menuett der 24 Weißfischer-Paare zu sehen, dann unter Trommelwirbel der Tanz von Bauer und Bäure, bei dem die zwei Schalksnarren schon ihren Spaß haben.

Auch Figuren wie der Ulmer Spatz, Schneider von Ulm, Krettaweber, Bollezei, Spatzameez und Griesbadmichel begeisterten die Zuschauer, die zumeist Fotohandys oder Kameras gezückt hatten. Ein Hingucker war zudem am Umzugsende das mit 15 Frauen in ihren traditionellen Gewändern – auf dem Kopf Goldhauben – besetzte Prunkschiff. Vorneweg marschierte Susanne Grimmeiß mit Zunftmeister Engelhardt. Auch alle Stecher in ihren historischen Kostümen waren von der Partie. So gab es insgesamt mehr als 400 Mitwirkende beim Umzug, den außerdem drei Musik­kapellen begleiteten und der beim zweiten Durchgang des Fischerstechens am nächsten Sonntag, 23. Juli, natürlich erneut zu sehen sein wird.


Entscheidung Die zweite und entscheidende Runde des Fischerstechens geht am Sonntag, 23. Juli, direkt vor Schwörmontag über die Bühne. Der Umzug beginnt um 9.30 Uhr am Saumark und führt über den Hans- und Sophie-Scholl-Platz durch Herrenkellergasse und Platzgasse auf den Münsterplatz und den Judenhof. Um 14.30 Uhr Tanz auf dem Marktplatz. Start des Stechens: wieder 15.30 Uhr.

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Florian Frei in Gestalt des Großwesir hat das Fischerstechen für sich entschieden. Alle Infos zum Fischerstechen finden Sie in unserem Dossier.

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