Udo Eberls Fotoausstellung "Under the Bridge" hat eröffnet

Berührende Fotos einer oft unbemerkten Welt zeigt Udo Eberl in seiner Fotoausstellung: Für „Under the Bridge“ hat er Obdachlose entlang der Donau besucht.

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Er hat Menschen aufgesucht, die auf der Straße leben: Udo Eberl vor einem lebensgroß reproduzierten Foto.  Foto: 

Mittendrin steht ein Fotoapparat. Er thront auf einer Säule und hütet stumm seine Geschichte: Udo Eberl bekam ihn geschenkt, weil sein eigener nicht funktionierte – von einem Obdachlosen, der selbst so gut wie gar nichts hat, aber dem Fotografen seine Arbeit ermöglichen wollte. Wer den Mann auf dem Foto an der Wand sieht, kann sich das gut vorstellen. Der Typ mit dem nackten Oberkörper in der ärmlichen Behausung lächelt aus jeder Pore, bekommt er doch selbst gerade die Wärme eines anderen Menschen geschenkt, in der Umarmung einer Frau. Es ist eines der stärksten unter vielen starken Bildern, die der Ulmer Fotograf Udo Eberl zum Donaufest im Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Haus zeigt. „Under the Bridge“ heißt die Schau, die ihr Augenmerk auf Menschen „unter der Brücke“, auf Obdachlose in Städten entlang der Donau richtet. Eberl reiste nach Passau, Linz, Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad, nahm Kontakt zu Sozialarbeitern und Hilfsorganisationen auf. Nur so erhielt er Zugang zu dieser eigentlich für jedermann sichtbaren, aber oft unbemerkten Welt der Menschen, die auf der Straße leben, wie Jens Döring, Professor an der HfG in Schwäbisch Gmünd, bei der Eröffnung erzählte.

Wir sehen Menschen, die da schlafen, wo andere ihren Urlaub beginnen. Wir sehen ein öffentliches Telefon, das zum Schuhregal umfunktioniert wurde, wir entdecken Gesichter und ahnen Geschichten. Was wir nicht sehen, sind die Namen der Orte, an denen die Fotos entstanden: Auch Armut überwindet Grenzen.

Info
Rund 40 Fotos sind auch auf dem Festivalgelände zu sehen. Am Freitag, 19 Uhr, liest Udo Eberl, begleitet vom E-Cellisten Friedemann Dähn, am Sa/So führt er je um 16 Uhr (geöffnet bis So, 15-20 Uhr).

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