TSV Pfuhl stimmt für neue Turnhalle

Etliche Fragen sind noch offen, manche Bedenken nicht ausgeräumt. Trotzdem sind die Mitglieder des TSV Pfuhl mit breiter Mehrheit für den Bau eines Turnzentrums. Der Verein muss rund 480.000 Euro aufbringen.

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Das Turnzentrum des TSV Pfuhl ist marode und sanierungsbedürftig. Der Umbau soll kommen.  Foto: 

Der Bau eines neuen Turnzentrums bewegt die Mitglieder des TSV Pfuhl. 161 saßen dicht gedrängt im Museumsstadel. "Wir sollten öfter eine außerordentliche Mitgliederversammlung machen, dann wäre es öfter so voll", scherzte die Vorsitzende Ursula Hörger zu Beginn. Zwei Stunden später votierten die Mitglieder in geheimer Abstimmung für den Bau. Eindeutiges Ergebnis: 148 Ja-, 13 Nein-Stimmen.

Das Turnzentrum, das das marode in der Augsburger Straße ersetzen soll, soll auf einem Grundstück am Schulzentrum Pfuhl entstehen. Das Gelände gehört dem Landkreis und soll an die Stadt übertragen werden. Der TSV würde dann im auf zunächst 25 Jahre begrenzten Erbbaurecht als Bauherr auftreten.

Der Babenhausener Architekt Martin Gleich hat im Auftrag des Vereins einen Vorentwurf der Halle angefertigt. Sie soll den Turnern und den Cheerleadern als ständiges Trainingszentrum zur Verfügung stehen. Wettkämpfe dürften die Zweitliga-Turner in der neuen Halle allerdings nicht austragen, sie müssten nach den Regeln der Deutschen Turnliga weiter in die benachbarte Sporthalle ausweichen, sagte Patrick Winter, der Vorsitzende des Turn-Fördervereins.

Der TSV-Vorstand um Ursula Hörger, Johannes Stingl und Rudolf Erne warb intensiv um die Zustimmung der Mitglieder. Nur wenn sie an diesem Abend Ja sagten, könne weiter geplant, könnten Zuschussanträge geschrieben und offene Fragen geklärt werden. Dazu zählt neben der Bausumme von derzeit geschätzten 2,6 Millionen Euro und der Höhe der Zuschüsse (siehe Info-Kasten) auch der künftige Unterhalt. Stingl bezifferte ihn auf bis zu 20.000 Euro pro Jahr. "Bisher zahlt uns die Stadt einen Zuschuss zu den Energiekosten. Wir müssen verhandeln, ob das auch für das neue Turnzentrum gilt."

Die versammelten TSV-Mitglieder standen dem Bauvorhaben positiv gegenüber. Dennoch gab es einige kritische Nachfragen. Mit dem Grundstück sind manche nicht einverstanden - "der Landkreis hat diesen Platz angeboten, wir haben keine Wahl", sagte Hörger. Andere wollten wissen, ob die Baukosten finanzielle Auswirkungen auf die Mitglieder haben - "der TSV hat nicht vor, die Beiträge über das übliche Maß hinaus zu erhöhen", sagte Stingl. Vielmehr müssten die Turner die Kosten über Nutzungsentgelte wieder einspielen. Die Kosten und die Finanzierung seien durchaus noch mit Unwägbarkeiten behaftet. Der Vorstand gehe aber kein unnötiges Risiko ein, sagte die Vorsitzende. "Wir sind sehr sorgfältig und verantwortungsbewusst." Dafür gab es Beifall.

Was wäre denn, wenn die Mitglieder den Bau ablehnten, wollte einer wissen. "Dann wäre die Turnabteilung tot", sagte Ursula Hörger. Die Abteilung zählt 1400 Mitglieder, der Gesamtverein hat rund 2600. Die Turner könnten niemals in andere Hallen ausweichen, "es gibt nirgends freie Kapazitäten". OB Gerold Noerenberg habe am Runden Tisch zur Neu-Ulmer Hallensituation den Vorschlag für den Neubau des Turnzentrums gemacht. "Mit einem 60-prozentigen Zuschuss der Stadt hätte keiner gerechnet. Diese Chance kriegen wir nie wieder." 

Die Finanzierung
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