Traumhaft gebettet

Neben Trends und Mode zählt bei Bettwäsche die Qualität. Günter Stemmler sagt, was sich für wen eignet, auf was der Kunde beim Kauf achten sollte - und was schön ist für Paare mit einer Fernbeziehung.

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    Paisley-Muster, Rosen oder farbenfrohe Frühlingswiese - genau die richtige Bettwäsche nach dem langen Winter, findet Günter Stemmler. Fotos: Lars Schwerdtfeger
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"In Sachen Bettwäsche ist das wie mit der Mode, jeder Trend kommt irgendwann mal wieder", sagt Günter Stemmler. Der 64-Jährige steht in seinem Laden, dem Bettenhaus Renftle in Neu-Ulm, und streicht über das Kopfkissen einer im Schaufenster ausgestellten Satin-Garnitur. In verschiedenen Braun- und Grüntönen sind orientalisch anmutende Ornamente aufgedruckt, die in ihrer Grundform einem Blatt gleichen. "Dieses Paisleymuster ist immer wieder sehr gefragt." Zudem seien großflächige Muster gerade in.

Zur Demonstration zeigt er einen Kopfkissenbezug mit einer sehr realistisch wirkenden Blüte darauf. Die Farben Pink, Mintgrün und Schwarz sind kräftig und sehr kontrastreich. "Das ist Fotodruck", sagt Stemmler. Seit etwa fünf Jahren gibt es solche Bettwäsche in seinem Sortiment. Der Vorteil der neuen Technik: Man muss nicht jede Farbe extra auftragen. Zum Vergleich holt der Einzelhandelskaufmann ein filigranes Stoffmuster mit Papageien im Urwald hervor. "Da stecken an die 30 Farbtöne und Schattierungen drin, mit Siebdruck ein ganz schön aufwendiges Verfahren."

Zudem könne man per Fotodruck auch schon seine eigenen Bilder auf die Bettwäsche drucken lassen. "Das kann für eine Fernbeziehung gut sein", witzelt Stemmler. Im Gegensatz zu dieser Spielerei gibt es in seinem Bettenhaus, das schon seit 90 Jahren am Petrusplatz zu finden ist, eher die Klassiker: Einfarbige, karierte, gestreifte und geblümte Garnituren, Bezüge im romantischen Stil mit Bordüren und kleinen Rosen oder Wendebettwäsche, die hinten und vorne mit verschiedenen Mustern bedruckt ist.

Design ist das Eine, doch was zeichnet gute Qualität aus? Bettwäsche sollte aus Baumwolle sein. "Vor Jahren haben wir auch mal Polyester-Satin verkauft", sagt Stemmler, der von synthetischen Materialien grundsätzlich abrät. "Das liegt auf der Haut wie eine Plastiktüte."

Wichtig sei, dass Bett- und Kissenbezüge luftdurchlässig sind. Bei Geweben aus Leinwandbindung habe man die besten klimatischen Voraussetzungen. Dazu gehören geraute Stoffe wie Biber oder der etwas feinere Flanell für den Winter sowie Seersucker mit glatten und gerafften Stoffstreifen für den Sommer. Durch die Raffungen ist die Auflagefläche der Bettwäsche auf der Haut gemindert und die Luftzirkulation größer.

Beim Kauf einer Seersucker-Garnitur gibt der Preis Hinweise auf die Qualität, meint Stemmler. Bei billigeren Angeboten um die 30 Euro sind die Raffungen oftmals nicht eingewebt, sondern nur aufgepresst und verlieren ihre Struktur beim Waschen. Für einen Jersey-Bezug, der sich vor allem für die herbstliche Jahreszeit eigne, könne man hingegen schon um die 100 Euro investieren. Jersey ist gestrickt und deshalb elastisch, bei qualitativ minderer Baumwolle neigt der Stoff jedoch dazu auszuleiern. Wegen seiner Elastizität ist das Gewebe für Bettlaken geeignet. Der Vorteil von qualitativ hochwertigem Jersey: Man muss nicht bügeln.

Während nach Frottee nur noch selten gefragt wird, ist Satin sehr beliebt. Das Gewebe wird mittels Atlasbindung hergestellt, wodurch eine glatte und glänzende Oberfläche entsteht. Der Stoff ist optisch zwar sehr schön, dafür aber nicht so atmungsaktiv. Generell gilt: Je dünner und feiner der Stoff in der Hand liegt, desto hochwertiger ist die verarbeitete Baumwolle.

Die Maße eines Bettbezugs hängen natürlich von der Größe der Decke ab. Bei einer Neuanschaffung empfiehlt Stemmler nicht die Einzelbettdecke mit den Standard-Maßen 1,35 auf 2 Meter, sondern die größere Version von 1,55 auf 2,20 Meter. "Da sind immer alle Körperteile bedeckt, egal ob man groß und breit ist oder einen unruhigen Schlaf hat." Von einer Decke für zwei Personen rät er ab: "Am Anfang einer Beziehung mag das ja ganz kuschelig sein. Aber spätestens wenn einer mal krank ist, will man doch seine eigene Decke haben." Das Kopfkissen mit den Standard-Maßen 80 auf 80 Zentimeter sei eher ein Auslaufmodell. "Aus orthopädischer Sicht ist die halbe Größe günstiger."

Dennoch ist eine Garnitur mit einem Standard-Kissenbezug bestückt. Im Bettenhaus Renftle kann man sich diesen umnähen lassen sowie Bettwäsche nach Maß bestellen. "Wir haben viele Kunden mit Extrawünschen", sagt Stemmler, der seit 1987 als Geschäftsführer im Bettenhaus arbeitet. Im Jahr 1998 übernahm er es von der Familie Renftle. Seine Frau Vera Stemmler und zwei Angestellte arbeiten im Betrieb mit.

Und wie sollte man Bettwäsche pflegen? Nach dem Kauf separat bei 60 Grad waschen, damit der Stoff später nicht abfärbt. Dann die Wäsche aufhängen oder im Trockner trocknen, alle Gewebe außer Jersey und Seersucker bügeln, fertig. "Bei guter Qualität und Pflege hält Bettwäsche länger als man eigentlich will."

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