Trauerfeier für den verstorbenen Münsterbaumeister Gerhard Lorenz

Abschied von Gerhard Lorenz: Zur Trauerfeier für den verstorbenen ehemaligen Münsterbaumeister sind am Dienstag 150 Wegbegleiter gekommen. Pfarrerin Tabea Frey erinnerte an einen besonderen Menschen.

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Als sich die Trauergemeinde am dienstag droben auf dem Ulmer Hauptfriedhof versammelte, da läuteten drunten in der Stadt die Münsterglocken – zu Ehren des langjährigen Münsterbaumeisters Gerhard Lorenz, der am Gründonnerstag gestorben ist – nach einem Sturz zu Jahresbeginn und vielen Wochen im Krankenhaus.

Münsterpfarrerin Tabea Frey hob in ihrer Trauerrede darauf ab, dass der Baumeister, der Lorenz von Oktober 1972 bis August 1996 war, „ein Gespür und einen Bezug zum Gebäude auch als Kirchenraum“ gehabt habe. Frühmorgens sei er in die Konrad-Sam-Kapelle im Münster gegangen, um Orgel zu spielen – „zur Einstimmung auf den Tag und die Arbeit am Haus Gottes“.

Die Pfarrerin zeichnete den Lebensweg des 82-jährig verstorbenen Lorenz in leichter, bisweilen heiterer Weise nach. Sie erinnerte daran, woher seine Verbundenheit zum Münster rührte. „Schon bei der Vollendung des Turms waren zwei seiner Vorfahren mit dabei“, Urgroßvater und Großvater, der Vater war kirchlicher Bauamtmann am Münster. Als Bauingenieurstudent wollte Lorenz dann eigentlich den Assuan-Staudamm in Ägypten mitbauen, aber dann lernte er seine Frau Charlotte kennen. „Und der Assuan-Staudamm fiel ins Wasser.“ Glück für Ulm. Gerhard Lorenz kam 1956 an die Münsterbauhütte.

Gekommen waren neben der Familie am Dienstag viele Weggefährten vor allem aus der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, unter anderen die Leute von der Münsterbauhütte um Lorenz’ Nachfolger Michael Hilbert, außerdem Alt-Dekan Hans-Hermann Keinath sowie Ruth Schumann und Werner Bertsch als ehemalige oberste Laienvertreter. Auch Ivo Gönner, mittlerweile Altoberbürgermeister, war da.

„Was er war, er was es von ganzem Herzen“, sagte Tabea Frey über Lorenz. „Und für seine Familie, für die Ulmer und ihr Münster war er ein sehr viel bedeutender Mann.“ Zum Schluss schlug sie theologisch den Bogen von der Arbeit Lorenz’ am Münster hin zu seinem Tod: Es gelte „die Gotteshäuser als Herbergen für die Seele zu bewahren“ – und als Vorgeschmack auf die Wohnungen im ewigen Haus Gottes.

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