Transparenz und Übersinnlichkeit

Erst sprach Amandus Sattler an der vh über das Licht als Erweiterung der Architektur. Dann wurde in der Neuen Mitte eine Lichtskulptur präsentiert.

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Balance zwischen eleganter und sperriger Form: Von Chris Nägele stammt die Lichtskulptur im Service Center Neue Mitte. Foto: Matthias Kessler

Mit Licht gestaltet man Räume und schafft man Räume. Wie Licht Architektur erweitert und sich verändernde Raumerlebnisse ermöglicht, das führte der Münchner Architekt Amandus Sattler in der vh am Beispiel der Herz Jesu Kirche in München vor, die von dem Architektenbüro Allmann Sattler Wappner geplant wurde.

Die Lichtwirkung der Kirche ist eindrücklich, wie Sattler anhand von Fotos zeigte: wie durch die äußere Wand aus Polykarbonat analog zu einer Farbdehnung eine Lichtdehnung entlang der Außenwand verläuft, die sich von transparentem zu diffusem Licht ändert. Als zweite, quasi gegenläufige Innenwand hat die Kirche senkrecht stehende Holzlamellen, die von paralleler zu fast geschlossener Ausrichtung verändern. Was die Architekten hier zusammen mit Lichtplanern gebaut haben - hinzu kommt noch ein riesiges Kreuz, das sich nur über Reflexion ausbildet -, ist mehr als ein raffiniertes Lichtspiel. Angestrebt wurde ein Gebäude, so Sattler, das Transendenz und Übersinnlichkeit erleben lasse.

Es muss ja nicht gleich der berühmte Lichtkünstler James Turrell sein, mit dem Allmann Sattler Wappner für das Dornier Museum in Friedrichshafen zusammengearbeitet haben. Die SWU hat sich für ihr Service Center Neue Mitte für eine Lichtskulptur von Chris Nägele aus Stuttgart entschieden. Aus dünnen Leuchtstoffröhren in Grün, Rot, Blau und Weiß hat die Künstlerin, einer luftigen Knäuel gleich, im Obergeschoss eine dynamische Raumzeichnung unter die Decke gehängt, von der drei lineare "Ausbrecher" über ins Erdgeschoss laufen.

Man kann darin verschiedenste assoziative (SWU-)Anklänge sehen. In erster Linie aber sind sie abstrakte Lichtzeichnung mit geschwungenen und kantigen Verläufen, Verdichtung und Vereinzelung, Ordnung und Chaos. Nägele gelingt eine gute Balance zwischen eleganter und sperriger Form sowie unmittelbarer Sinnlichkeit und deren formaler Brechung. Damit erfüllt sie gewiss die von SWU-Geschäftsführer Matthias Berz erläuterte Bestrebung, dass die SWU mit wenig Geld etwas "zu uns Passendes und zugleich Nachhaltiges finden müsse". Dass dies nicht immer gelingt, sieht man im Treppenhaus, wenn man zum Lichtobjekt hochgeht.

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