Träume vom Hallenbad im neuen Eselsberg-Quartier

Bürger äußern ihre Wünsche speziell für den öffentlichen Raum im künftigen Wohngebiet auf dem ehemaligen Gelände der Hindenburgkaserne.

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Das Areal der ehemaligen Hindenburgkaserne.  Foto: 

Ein Laubengang als Entree ins Quartier, ein Aussichts­turm mit Café, viele Sitzmöglichkeiten, eine Boule-Bahn und vor allem „mediterranes Flair“. Nein, die Rede ist nicht von einem Urlaubsort in Südfrankreich. Vielmehr durften Nachbarn und sonstige Eselsberg-Bewohner beim dritten Bürgerworkshop ihren Wünschen freien Lauf lassen – für den öffentlichen Raum „Am Weinberg“, dem künftigen Stadtquartier auf dem einstigen Gelände der Hindenburgkaserne.

Linden und Kastanien bleiben

Diese Anregungen sollen erneut als Input dienen für die beauftragten Architekten.  Denn demnächst wird der Bebauungsplan von Stemshorn Architekten in Ulm ausgearbeitet, wie dicht und wie hoch die Bebauung werden soll, sprach Chefstadtplaner Volker Jescheck das Planverfahren an. Das Ziel sind 900 Wohnungen für 2000 Menschen.

Aus dem städtebaulichen Wettbewerb waren 2016 die Arbeitsgemeinschaft Einsiedel Architekten aus Stuttgart und Coqui Malachowska Landschaftsarchitekten aus Berlin als Sieger hervorgegangen. Von den bisherigen Bürgerbeteiligungen habe man schon die Anregungen mitgenommen, dass sich das Quartier im Westen zum Grünbereich hin öffnen soll. Zudem wird auf dem Plan ein langgestreckter Gebäudetrakt verkürzt und nebendran ein achtstöckiges Haus gebaut, berichtete Architekt Sandro von Einsiedel.

Landschaftsarchitekt Joerg Thomas Coqui wiederum schwärmte von Gärten im üblichen Sinne und von so genannten Gartenhöfen zwischen den Wohnblocks. Bezüglich Baumbestand versprach er, dass die jetzigen schon sehr großen Linden und Kastanien stehen bleiben, soweit es die Bauarbeiten zulassen. Und es würden noch einmal so viele Jungbäume gepflanzt.

Die Wohnstraßen seien verkehrsberuhigt. Geparkt wird in Tiefgaragen. Im Südosten des Viertels ist ein Spielplatz geplant. Die Durchgangsstraße mit der zweireihigen Baumallee wird bereits als Boulevard bezeichnet und eine weitere Straße mit Bäumen als Promenade. „Dort können die Menschen flanieren und zum Festplatz gelangen“, regte Coqui die Fantasie der 33 anwesenden Bürger an. Diese stürzten sich dann auch in ihr Ideenlabor, das in vier Bereiche untergliedert war: Wie werde ich empfangen im neuen Quartier? Wie bewege ich mich dort? Wie soll das Zentrum um die „Panzerhalle“ herum aussehen? Welche Ideen gibt es sonst noch?

Vorschläge: Mit einem Café auf dem Aussichtsturm „sollen auch Bürger vom Tal angelockt werden“, stand an der Pinnwand. Und man sollte Filmtage im Kulturzentrum „Panzerhalle“ veranstalten. Ein andere Bürger möchte indes unbedingt den Namen „Panzerhalle“ abschaffen. Um Leben ins Quartier zu bringen, brauche man Bänke und Sitzmäuerchen. Dazu eine Frage: „Wie aber bringt man Lebendigkeit und Ruhe zusammen?“ An Gewerbe sollte höchstens ein Bäcker zugelassen werden, „damit das Ladenzentrum Stifterweg nicht ausblutet“.

Rund um die Panzerhalle könnte man sich einen Wochenmarkt, eine Eisdiele und Wasserspiele vorstellen. Weitere Ideen fürs Quartier sind ein Studentenwohnheim wegen der Uni-Nähe und ein „Senioren-Spielplatz“. Bei der Anregung, „Am Weinberg“ ein neues Hallenbad zu bauen, verdrehte Chefstadtplaner Jescheck nur die Augen.

Zeitplan Im März dieses Jahres hat die Stadt Ulm das rund 90.000 Quadratmeter große Gelände der ehemaligen Hindenburgkaserne vom Bund gekauft. Derzeit leben noch Flüchtlinge in ehemaligen Mannschaftsgebäuden. Diese Gebäude bleiben stehen und werden weiter als Wohnraum genutzt. Die übrigen militärischen Einrichtungen werden derzeit schon abgerissen – mit Ausnahme der Panzerhalle. Sie soll für Veranstaltungen genutzt werden. 900 Wohnungen werden neu gebaut, darunter sind 240 Sozialwohnungen von der städtischen Wohnungsgesellschaft UWS. Baubeginn soll 2019 sein. 2021 könnten die ersten der rund 2000 Bewohner einziehen.

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