Teva: Startschuss für Biotechanlage

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So soll die neue Biotech-Anlage zur Herstellung biotechnologischer Wirkstoffe aussehen.  Foto: 

Geplant wird das Genesis-Projekt, das den Standort Ulm innerhalb des israelischen Pharmakonzerns Teva stärken soll, schon lange. Am Donnerstag fand nun der Spatenstich für die neue über 500 Millionen US-Dollar (rund 438 Millionen Euro) teure Biotech-Anlage statt. Das teilte das Unternehmen gestern mit. „Mit diesem Schritt bestätigt die Konzernleitung das Bekenntnis für den Ulmer Standort und dessen wichtige Rolle innerhalb des biotechnologischen Engagements des Konzerns“, erklärte der erst vor wenigen Wochen neu eingesetzte Deutschland- und Österreich-Chef des Pharmakonzerns, Christoph Stoller.

Nach Verzögerungen beim Baubeginn – anfangs plante Teva den Spatenstich für 2016 – soll nun bis zum Herbst diesen Jahres die Baugrube für das achtstöckige Gebäude ausgehoben sein. Dann erfolge die Grundsteinlegung. Das neue Biotech-Gebäude nimmt mit 36,5 Metern Höhe auf einer Grundfläche von rund 4700 Quadratmetern beachtliche Ausmaße ein. Die Fertigstellung des Komplexes, in dem Büros und Produktionsflächen für das Projekt Genesis eingerichtet werden sollen, ist für Ende 2019 geplant.

Am Ulmer Standort ist das bereits die zweite Biotech-Anlage. Aus der ersten seien in den vergangenen sechs Jahren vier biotechnologisch hergestellte Arzneimittel zur Marktreife gebracht worden. Die neue Anlage stelle dagegen jedoch einen „Quantensprung“ dar. In den neuen Räumlichkeiten sollen monoklonale Antikörper hergestellt werden. Solche Arzneimittel ermöglichen eine zielgerichtete Behandlung, auch im Bereich der als unheilbar geltenden Krankheiten, heißt es in der Mitteilung.

In dem Hightech-Werk sollen insgesamt 300 neue Stellen für spezialisierte Wissenschaftler geschaffen werden. 50 Mitarbeiter stellte der Pharmakonzern demnach für das Projekt bereits ein. Teva machte am Standort Ulm zuletzt mit einem nennenswerten Personalabbau von sich reden. Insgesamt sollen mehr als 100 Arbeitsplätze wegfallen. In diesem Zusammenhang sprach Stollers Vorgänger Markus Leyck Dieken von „extrem niedrigen und weiter fallenden Preisen für Generika-Medikamenten“. Die komplexen biotechnologischen Wirkstoffe stellten dagegen den „größten Wachstumsmarkt“ dar, erklärte Hermann Allgaier, Geschäftsführer der Teva Biotech in Ulm.

Konzern Teva beschäftigt weltweit 58.000 Mitarbeiter, verfügt über 66 Produktionswerke und stellt eigenen Angaben zufolge jährlich 64 Milliarden Kapseln und Tabletten eher. Am Standort Ulm/Weiler arbeiteten zuletzt 2500 Angestellte, hinzu kommen in Deutschland noch 400 am Standort Berlin. Ulm ist der Deutschlandsitz des israelischen Konzerns. Der Umsatz betrug zuletzt rund 22 Milliarden US-Dollar.

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