Angst bei Ratiopharm: Teva steht vor massivem Stellenabbau

Der israelische Generikahersteller Teva plant einen massiven Stellenabbau. Verunsicherung herrscht daher auch am Ratiopharm-Standort Ulm. Dort fällt am Freitag die traditionelle Weihnachtsfeier aus.

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Der zu Teva zählenden Ratiopharm-Standort Ulm.  Foto: 

Nach Spekulationen über einen massiven Stellenabbau beim marktführenden Generikahersteller Teva will der israelische Konzern nun Mitte Dezember die Details eines globalen Restrukturierungsplans veröffentlichen. Das sagte am Donnerstag Sprecher Markus Braun am zu Teva zählenden Ratiopharm-Standort Ulm. Zu Berichten, dass Teva vor allem in Israel fast jeden vierten Arbeitsplatz streicht, wollte er sich nicht äußern. Teva hat nicht nur mit dem Preisverfall bei Nachahmer-Medikamten zu kämpfen, sondern ist nach der Übernahme des Pharmaherstellers Actavis hochverschuldet.

Am Standort Ulm hatte Teva zuletzt in drei Wellen Personal abgebaut – zuletzt etwa 100 Mitarbeiter, die meisten allerdings sozialverträglich. Mit Blick auf die Probleme des Konzerns hat das Management auch die für heute geplante Weihnachtsfeier in Ulm gestrichen. In einem Rundbrief heißt es, das vom neuen Konzernchef Kare Schulz angekündigte Sparprogramm sei mit „schmerzhaften Entscheidungen“ verbunden. Daher habe die „globale Unternehmensführung beschlossen, weltweit keine Weihnachtsfeiern zu veranstalten“. Diese Entscheidung treffe man schweren Herzens – zumal Teva in Deutschland auch gute Ergebnisse erzielt habe.

Trotz der Krise hat Teva Mitte November den Grundstein für das neue Biotech-Zentrum im Donautal gelegt – verbunden mit einer Investition von 500 Millionen Euro und bis zu 300 neuen Hightech-Jobs. Teva beschäftigt in Ulm/Blaubeuren etwa 2500 Mitarbeiter. Ratiopharm ist nicht zuletzt Sponsor der Bundesliga-Basketballer und der Arena.

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Kommentare

09.12.2017 19:39 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Orange Campus”””

Ach, wie schade, wenn am Ende der Ahnung noch so viel Meinung übrig bleibt.

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09.12.2017 10:35 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Orange Campus””

Welchen Geld Betrag Teva für den Orange Campus leisten würde, weiß ich nicht genau. Es geht eher darum, dass ohne Hauptsponsor grundsätzlich die Haupteinahmequelle wegfallen würde.,Man könnte hohe Spielergehälter nicht mehr bezahlen und es drohte dadurch der Abstieg aus der BBL. Da wäre ein Projekt wie der Orange Campus nicht mehr bezahlbar. Der Schuldendiest für die Kredite des Campus wäre nicht mehr erfüllbar.

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08.12.2017 21:44 Uhr

Antwort auf „Orange Campus”

Welchen Geldbetrag leistet denn die Fa. TEVA konkret zum Orange Campus?

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08.12.2017 19:26 Uhr

Orange Campus

Wie gut, dass sich die Stadt Ulm bisher nicht auf das finanzielle Abenteuer Orange Campus eingelassen hat. Sollte der Hauptsponsor wegbrechen, wäre das Projekt nicht mehr realisierbar.

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08.12.2017 17:58 Uhr

Antwort auf „Einzig verfügbarer Wegweiser”

Leider ist mir nicht gegeben, das Ulmer und Blaubeurer Management von Teva/Ratiopharm gleichsam zum Jagen zu tragen, wie PD Dr. Martin Behrens vom WSI der Hans-Böckler-Stiftung bereits vor Jahren mir gegenüber am Beispiel der Volkswagen AG kritisch anmerkte. Dennoch sollte es dort möglich sein, sich einen Begriff der Restrukturierung industrieller Arbeit anzueignen, der leistungsfähig genug ist, die zunehmend pervertierten Verhältnisse zu gewärtigen. Auch die Eberhard-Karls-Universität in Tübingen hielt es vor Jahren ebenfalls für äußerst verwerflich, angesichts dessen die "Flinte ins Korn zu werfen", wie eine ihrer Vertreterinnen in einem Brief an mich umgangssprachlich formulierte. Sich nicht an der fortgeschrittensten Erkenntnis zu messen, kommt somit zumindest für die relevanten Teile der regional ansässigen Bevölkerung niemals in Frage. Sich auf dieser Grundlage zu sputen, geistig nicht dahinter zurückzufallen, dürfte also nicht allzu anstrengend sein und überfordert keineswegs die Kräfte.

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08.12.2017 16:32 Uhr

Einzig verfügbarer Wegweiser

Sobald der Sozialinstinkt aussetzt, bleibt der Intellekt der einzig verfügbare Wegweiser (Durkheim, E.: Le suicide, 1897) und die unzähligen Vertreter der gefühlten Wahrheit, dass Maßnahmen zur Restrukturierung industrieller Arbeit stets Entlassungen bedeuten, laufen geradewegs ins Leere. Es ergibt deshalb keinerlei Sinn, das eigene Handeln daran zu orientieren, falls man sich selbst noch ernst nimmt. Insofern ist das Management von Teva in Ulm/Do. aufgefordert, sittliche Vernunft im Sinne erinnerter Natur walten zu lassen, anstatt seinerseits in aller Öffentlichkeit beredtes Zeugnis davon abzulegen, wie groß die Kompetenzdefizite in den Führungsetagen inzwischen sind, die nicht allein das soziale Integrationspotenzial, sondern den ökonomischen Erfolg und zukunftsträchtige Innovationen insgesamt erheblich restringieren (Oberbeck, H.: Ein spezifischer Engpass für Unternehmensentwicklung: Top-Manager und Führungskräfte mit Kompetenzdefiziten, in: Lompe, K.; Oberbeck, H. (Hrsg.): Innovation - regional und global. Festschrift für Günter Geisler, Hildesheim/Zürich/New York, 2003, S. 105). Immerhin gilt es, den verfassungsrechtlich umfassend geschützten Spielraum unternehmerischer Initiative bis an die vom Souverän gebotenen Grenzen zu nutzen und ihn nicht mutwillig brachliegen zu lassen.

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08.12.2017 15:05 Uhr

»Die Mitarbeiter wären wichtiger...

... als ein paar Ballspieler!« !???

Dös sieht der israelische Generikahersteller Teva jener – Natur –janz offensichtelich ! janz annerscht !!

http://www.namen-namensbedeutung.de/Namen/Namen-Teva.html

Denn beim Balla-Balla-Spiel sind bekanntelich – nach den Abzockern ! - die Spieler am Wichtigsten !!, die Mitarbeiter haben das Balla-Balla-Spiel jener – Natur - bekanntelich nur für die Abzocker zu bezahlen !!!


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Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

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08.12.2017 08:49 Uhr

Die Mitarbeiter wären wichtiger...

... als ein paar Ballspieler!

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