Terrorverdächtiger Syrer wohl bald wieder auf freiem Fuß

Gegen den in Ulm am Freitag festgenommenen Terrorverdächtigen besteht kein dringender Tatverdacht. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart mit.

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Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei.  Foto: 

Der am vergangenen Freitag in seiner Wohnung in der König-Wilhelm-Straße verhaftete Terrorverdächtige könnte schon bald wieder auf freien Fuß kommen. Gegen den in Ulm in Untersuchungshaft sitzenden Mann aus Syrien bestehe kein dringender Tatverdacht, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart auf Anfrage mit. Es gebe keinerlei Hinweise auf einen geplanten Anschlag. „Man sollte den Fall nicht zu hoch hängen.“

Der Verdächtige soll vor drei Jahren in Syrien für die Terrororganisation Dschabhat al-Nusra gekämpft haben – zumindest gehen die deutschen Sicherheitsbehörden einem entsprechenden „ernst zu nehmenden“  Zeugenhinweis nach. Die radikalislamische Al-Nusra-Front gilt als eine der stärksten Milizen im Kampf gegen Machthaber Baschar al-Assad.  Sie war ehemals ein Ableger von Al-Kaida, hat sich aber mittlerweile von dieser Terrororganisation abgespalten und zählt derzeit nach inoffiziellen Schätzungen  10.000 Kämpfer. In einer ersten Vernehmung habe der Mann allerdings bestritten, etwas mit Al-Nusra zu tun zu haben.

Auswertung dauert Wochen

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hatte die Wohnung am Freitagfrüh gegen 6.25 Uhr gestürmt und dabei zwei Handys und einen Laptop des Mannes sichergestellt. Die Daten werden nun ausgewertet, was nach Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft bis zu sechs Wochen dauern kann. Ob sich daraus konkrete Hinweise für einen Kampfeinsatz des jungen Mannes   in Syrien  ableiten lassen, ist offen.

Dass der Syrer überhaupt in Haft kam, ist einem Zufallsfund  bei der Wohnungsdurchsuchung geschuldet. Wie die dafür zuständige Staatsanwaltschaft in Ulm auf Anfrage mitteilt, wurden etwa 100 Gramm Cannabis-Produkte sichergestellt  – eine Menge, die keine längere Inhaftierung rechtfertigt. Ob und wann der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt wird, konnte  der Sprecher der Staatsanwaltschaft gestern allerdings noch nicht sagen.    

Wie Bewohner des Hauses berichten, handelt es sich bei dem Verhafteten um einen 26-Jährigen. Er habe erst seit etwa zwei Monaten gemeinsam mit anderen Syrern in der Wohnung gewohnt. Bei dem Einsatz ging die Polizei offenbar nicht zimperlich vor. So wurde die Glasscheibe der Wohnungstür eingeschlagen. Sie ist mittlerweile notdürftig mit einer Sperrholzplatte repariert worden. 

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Kommentare

28.06.2017 10:49 Uhr

Al Nusra

Wie kommt ein Terrorist der Al Nusra überhaupt nach Europa und in unser Land?
Wie kann es sein, dass dieser "Kämpfer" noch nicht in Abschiebehaft sitzt?100G Dope?
Rechtfertigt keine längere Haft?Das ist ja lächerlich.
Ich möchte nicht wissen, wie ich auseinandergenommen werde wenn das bei mir gefunden wird,speziell in Bayern.

Man schimpft gerne über die Polen und Ungarn dass sie keine Flüchtlinge reinlassen,aber
angesichts der hiesigen Zustände muß man sich schon fragen, ob unsere Obrigkeit noch recht bei Trost ist!

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