Tarifstreit: Journalisten streiken auf dem Marktplatz

Tarifstreit um die Gehälter von Journalisten: Redakteurinnen und Redakteure streiken für ihre Forderungen. Am Dienstag war Kundgebung in Ulm.

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Gestern Mittag auf dem Ulmer Marktplatz: Streikende Redakteure aus drei Bundesländern.  Foto: 

„Wir haben immer mehr Arbeit und hohe Anforderungen, aber immer weniger Personal und bekommen immer weniger Geld. Das geht so nicht.“ Zwei noch jüngere Redakteure der Augsburger Allgemeinen Zeitung aus den Ressorts Lokales und Sport haben offensichtlich die Nase voll. So wie viele ihrer Kollegen, wie sich am gestrigen Dienstag auf dem Marktplatz in Ulm zeigte. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi und dem Deutschen Journalistenverband haben sich dort rund 500 Redakteure und freie Journalisten von Tageszeitungen aus Baden-Württemberg, Bayern und Hessen zu einer Kundgebung getroffen.

Grund sind die laufenden Lohntarifverhandlungen mit den Verlegern, die am Mittwoch in Berlin fortgesetzt werden. Deren Angebot sei eine Zumutung, sagte Ulrich Janßen, Bundesvorsitzender der Deutschen Journalisten-Union, die unter dem Dach von Verdi agiert. So hat die Arbeitgeberseite eine Lohnerhöhung von vier Prozent vorgeschlagen – allerdings verteilt auf drei Jahre, was eine effektive Lohnerhöhung von 1,3 Prozent pro Jahr ausmachen würde. „Wir sind doch nicht blöd“, sagte Janßen. Man könne sich nicht einerseits Uniabsolventen wünschen und Journalisten andererseits immer weiter von den Gehaltsentwicklungen aller anderen Branchen abkoppeln, kritisierte er unter zustimmendem Applaus das Verhalten der  Arbeitgeber. Seit mehr als zehn Jahren liege die Gehalts- und Honorarentwicklung bei Tageszeitungen unter der allgemeinen Tarifentwicklung und unter der Inflationsrate.

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