Tag 1 des Vegan-Experiments: Die Umstellung beginnt

Zwei Autoren wollen sich von Aschermittwoch bis Ostern vegan ernähren. Uwe Keuerlebers Bericht von Tag 1: Dass übermäßiger Fleischgenuss ungesund ist und zu Krankheiten führen kann, ist bekannt. Deutschlandweit werden jährlich etwa zwei Milliarden Tiere getötet. Trotzdem besteht der Großteil meiner Nahrung aus tierischen Produkten. Höchste Zeit mal etwas daran zu ändern - und wenn es nur auf Zeit ist.

|
Meine erste vegane Mahlzeit.  Foto: 
Eins vorneweg, ich will mir mit diesem Selbstversuch nichts beweisen. Es geht mir auch nicht darum, kurz mal in das vegane Leben reinzuschnuppern. Bisher habe ich mir kaum Gedanken über mein Essen und die Auswirkungen auf mich und meine Umwelt gemacht. Jetzt schon.

Am Mittwochmorgen war es also soweit, von jetzt an werde ich mich - zumindest bis Ostern - nur noch vegan ernähren. Aber was ändert sich jetzt für mich? Zum Frühstück gibt es wie immer einen schönen Schwarztee mit Milch und Zucker. Halt! Wie selbstverständlich doch manche Dinge geworden sind: Kühlschranktür auf, Milchtüte geschnappt und fertig. Doch Milch ist nicht vegan. Ich merke schon, dass ich manche Gewohnheiten ändern muss.

Zum ersten Mal vegan einkaufen
Bis vor Kurzem wusste ich immer, was in meinem Einkaufswagen landete. Käse, Wurst, Tiefkühlpizza (Pepperoni/Salami), Thunfisch in der Dose, Lachs, Schokolade und Kefir. Mein Einkaufszettel ist lang, unendlich lang und entsprechend voll auch der Wagen. Und nun stehe ich hilflos vor den Supermarktregalen. Soja-, Reis-, Mandel-, Hafer-, Dinkelmilch, Tofu und Hefeflocken. Ich bin völlig überfordert und gleichzeitig überrascht, wie gut sortiert mittlerweile die großen Supermärkte für Veganer und Vegetarier sind. Ich ziehe los und mein roter Einkaufskorb füllt sich so langsam. Obst, Gemüse, Sojamilch, Joghurt und jede Menge vegetarische Brotaufstriche. Das muss fürs Erste reichen.

Mein erstes veganes Frühstück
Statt Kuhmilch kommt also Sojamilch in den Tee, ich kann keinen Unterschied feststellen, weder geschmacklich noch am Aussehen. Nun gehöre ich zu den Menschen, die sich überwinden müssen, morgens um halb sieben zu frühstücken. Hilft alles nichts, ich habe mir ja vorgenommen, nicht nur vegan, sondern auch regelmäßig zu essen. Ich entscheide mich für einen Sojajoghurt mit Banane, Walnüssen und Granatapfel, es schmeckt und macht satt. "Und wie fühlt man sich als Veganer?", lautet die erste Frage, als ich die Redaktionsräume betrete. Was soll ich sagen? Ich steh' ja noch ganz am Anfang von meinem Experiment. 

Wenn der kleine Hunger kommt
Gestern war es noch das dickbelegte Brötchen mit Leberkäse, das mich bis zum Mittagessen rettete. Heute gibt es eine Handvoll Nüsse, eine Reiswaffel und einen Apfel. Das Hungergefühl ist weg und ich ein klein wenig stolz, auf eine alte Gewohnheit verzichtet zu haben. Beim Mittagessen wird es schon ein bisschen schwieriger. Da ich hier in der Redaktion nicht die Möglichkeit habe zu kochen, werde ich versuchen, das Abendessen mit dem Mittagessen zu tauschen.

Fazit an Tag 1
Ich werde noch einiges umstellen und ändern müssen, bis ich für mich den richtigen Plan gefunden habe. Ich finde es auf jeden Fall eine echt spannende Sache und freue mich auf die Wochen, die noch vor mir liegen.
Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

14.02.2013 20:57 Uhr

Apfel und Reiswaffel?

Also ich lebe nun seit gut 3 Jahren vegan - aber mit einem Apfel und Reiswaffeln würd ich kaum über die Runden kommen ;) Es gibt sehr viele Möglichkeiten umzustellen, aber man sollte dabei nicht hungern. Ich stehe auf vegane "Vurst", z.B. von Wheaty oder Viana. Schmeckt sehr gut, liefert Proteine und macht satt. Dazu vielleicht noch Gurkenscheiben, Radieschen, Brunnenkresse etc. mit obendrauf, vlt. noch ein Fleck vegane Mayonaisse (die man übrigens extrem leicht selber herstellen kann und Ei-Mayo in nichts nachsteht). Bin schon gespannt, wie es weitergeht - aller Anfang ist natürlich schwer :)

Antworten Kommentar melden

14.02.2013 16:26 Uhr

Toll!

Klasse, auch ich ernähre mich vegan und dabei hat mit das Vegan-Probeabo von PETA geholfen.
Und zum Glück findet sich inzwischen überall in den Regalen veganer Ersatz für Milch, z.B. Soja-, Hafer-, Reismilch oder Hafer Cuisine oder Lupinensteak. Mit der veganen Ernährung entdeckt man so viel Neues und Leckeres!

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Das Vegan-Experiment

Verzicht zur Fastenzeit: Von Aschermittwoch bis Ostersonntag wollen unsere Autoren vegan essen, also keine tierischen Produkte verzehren. Hier erzählen sie, wie sie damit zurecht kommen: Von der leckersten Sorte Sojamilch, von Ersatzprodukten wie veganen Tintenfischringen und falscher Ente, von den Reaktionen im Freundes- und Kollegenkreis und natürlich von den besten Rezepten.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kuhberg: Was den Anwohner Sorge macht

30 Ulmer gehen mit dem Oberbürgermeister über den Unteren Kuhberg und sagen, was ihnen Sorgen macht. weiter lesen