Suspendierter Bruchsaler JVA-Chef war früher in Ulm

Der Gefängnisdirektor von Bruchsal, der vor wenigen Tagen vom Justizminister vorläufig suspendiert wurde, war früher Leiter der Ulmer Justizvollzugsanstalt. In der JVA Bruchsal gibt es Ungereimtheiten zum Tod eines Häftlings.

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Der vor wenigen Tagen vom Justizminister suspendierte Gefängnisdirektor von Bruchsal war bis zu seiner Berufung in die badische Anstalt Leiter der Ulmer Justizvollzugsanstalt (JVA). Thomas Müller war von Mai 1996 bis zum November 2000 Chef der Untersuchungshaft am Frauengraben und des offenen Vollzugs an der Talfinger Straße und somit direkter Vorgänger des jetzigen Gefängnisdirektors Ulrich Schiefelbein. Der weiß über seinen Nachfolger nichts zu berichten, hatte er den Job doch erst zum 1. März 2001 angetreten.

Ulm und Bruchsal sind freilich sehr unterschiedliche Vollzugsanstalten. Während Ulm neben der Untersuchungshaft vor allem für den offenen Vollzug mit 351 Haftplätzen fungiert, ist Bruchsal fast doppelt so groß und ausgerichtet für langjährige Häftlinge, die fast überwiegend wegen schwerer Gewalt- und Drogentaten verurteilt wurden.

Mit der vorläufigen Suspendierung Müllers in Bruchsal solle "eine auch nur von dem Verdacht einer Parteilichkeit freie Untersuchung" eines Todesfalls in der JVA Bruchsal ermöglicht werden, teilte das Justizministerium mit. Ziel sei aber nicht, Müller dauerhaft seines Postens zu entheben. In der JVA wurde ein 33-jähriger Häftling am 9. August leblos in seiner Zelle gefunden. Die Obduktion und eine Anzeige lassen vermuten, dass der als aggressiv geltende Mann verhungert ist. 

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