Südwestmetall will rasche berufliche Integration von Flüchtlingen

Für die Metallarbeitgeber bietet die hohe Zahl an Flüchtlingen auch die Chance zur Fachkräftesicherung. Wichtig sei rasche berufliche Integration.

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Das verantwortungsvolle Umgehen mit Flüchtlingen wird nach Meinung von Götz Maier, Geschäftsführer von Südwestmetall Ulm, bundesweit wie regional das bestimmende Thema bleiben. Dabei sieht er eine bessere und schnellere Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung als dringlich an. "Wir in den Regionen und mit unseren Betrieben können den Bedarf am besten einschätzen", erklärt er in einer Pressemitteilung. Die beste Grundlage für eine gelingende gesellschaftliche Integration sei die schnelle Integration in das Beschäftigungssystem. "Wir sehen in der starken Zunahme der Zahl der Flüchtlinge nicht nur eine humanitäre Herausforderung für das Land und die Gesellschaft, sondern im Hinblick auf den demografischen Wandel und die Fachkräftesicherung in unserem Land auch eine große Chance. Diese müssen wir nutzen." Dafür sei aber ein Umdenken notwendig: Qualifizierten und motivierten Menschen, die aus unterschiedlichsten Motiven kämen, müsse eine andere Aussicht auf Bleibe eröffnet werden als nur der oftmals aussichtslose Asylantrag.

Die Arbeitgeber schlagen einen Maßnahmenkatalog vor, den sie zum Flüchtlingsgipfel der Landesregierung erarbeitet haben. Dieser definiert sechs Handlungsfelder, die als erste Säule die Kompetenzfeststellung der Flüchtlinge umfassen. Dazu gehören zum Beispiel das frühzeitige Erfassen von Sprachkenntnissen oder Berufsabschlüssen. Erreicht werden sollten eine frühzeitige Möglichkeit für "Probearbeiten" und mehr Rechtssicherheit für die Betriebe.

Zweite Säule wäre die Sprachförderung, um die Finanzierung von Sprachkursen langfristig sicherzustellen.

Die dritte Säule wäre die Anerkennung von Qualifikationen und Berufsabschlüssen und die Sicherheit, dass Anerkennungsverfahren durch Praktika auch angewandt werden können, wenn keinerlei schriftliche Kompetenznachweise mehr vorhanden sind.

Eine vierte Stufe umfasst die (Nach-)Qualifizierung und Weiterbildung mit Klärung möglicher finanzieller Unterstützung.

Als fünfte Säule gilt der Bereich Aufenthaltsrecht/Arbeitserlaubnis. Hierbei muss für Südwestmetall der angedeutete Wechsel aus Asylverfahren in arbeitsmarktorientiertes Zuwanderungsverfahren ermöglicht werden, zum Beispiel bei Beschäftigung in Mangelberufen oder über eine Blue-Card. Das Verfahren sollte auf eine Zielgröße von drei Monaten verringert werden.

Die sechste Stufe umfasst den Bereich Ausbildung/Studium. Wichtigster Punkt hierbei wäre die frühzeitigere Nutzung von Fördermöglichkeiten im Rahmen von Ausbildung und Studium auch für Flüchtlinge und Geduldete.

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