Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn im Gespräch

Über eine gute Politik in Stuttgart und in Baden-Württemberg wollen die Grünen wieder Boden im Bund gutmachen. Diese Losung hat der Stuttgarter Grünen-OB beim SÜDWEST-PRESSE-Forum ausgegeben.

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In der Mitte angekommen: Grünen-OB Fritz Kuhn stellte sich gestern Abend den Fragen der Chefredakteure der SÜDWEST-PRESSE.  Foto: 

Für die einen ist er der nette Herr Kuhn, für die anderen, durchaus respektvoll, der Herr Oberbürgermeister. Und manche im Stuttgarter Rathaus dürfen ihn freundschaftlich auch Fritz nennen. Seit Januar diesen Jahres ist Fritz Kuhn der erste Grünen-OB einer Landeshauptstadt. Und am Montag stellte er sich auf dem SÜDWEST-PRESSE-Forum im Stadthaus den Fragen des Chefredakteurs Ulrich Becker und seines Stellvertreters Ulf Schlüter.

Was den Umgang mit den Bürgern betrifft, eint Kuhn einiges mit dem Ulmer SPD-OB Ivo Gönner, der ihn am Montag ebenfalls willkommen hieß. "Man muss stehen bleiben und mit den Menschen reden", sagte Kuhn, der sich im verkehrsgeplagten Stuttgarter Kessel durchaus mit dem Auto, mit der Stadtbahn, aber allzu gerne auch zu Fuß bewegt. Und diese Art von OB, so Kuhn, habe Stuttgart dringend gebraucht - und bekommen. "Nur dann kann man wirklich ahnen, wo den Leuten der Schuh drückt."

Drückende Schuhe haben durchaus auch die Grünen nach der schlechten Bundestagswahl. Aber Fritz Kuhn wird es um seine Partei nicht bange: Wenn im Stuttgarter Rathaus und im Landtag mit der grün-roten Landesregierung unter dem populären Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann eine gute Politik gemacht wird, werde es auch im Bund wieder aufwärts gehen, ist sich Kuhn sicher. Der Landes-CDU traut er im Moment wenig zu: "Was profiliert sie in der Opposition, für welche Themen brennen sie?" Auf diese selbstgestellten Fragen gab es keine Antworten.

Dass sich die Grünen in den Sondierungsgesprächen mit der Bundes-CDU/CSU viel zu früh zurückgezogen hätten, bedauert Kuhn zutiefst. "Wenn man in der Politik aufhört, dem Wähler zu zeigen, dass man an die Macht will, verliert man an Glaubwürdigkeit", schrieb er seiner Partei ins Stammbuch. "Den Willen, etwas aus der Regierung heraus verändern zu wollen, muss man schon aufbringen." Die Sondierungsgespräche sind seiner Meinung nach nicht richtig ausgereizt worden. Statt der schnellen Absage wäre es besser gewesen, "nochmals eine Nacht drüber zu schlafen".

Fehler im Bundeswahlkampf hätten die Grünen wohl auch gemacht, schaute Kuhn zurück. "Meine Partei muss wieder lernen, nicht zu sehr mit dem Zeigefinger zu kommen. Das passt nämlich auch gar nicht zu den Wurzeln der Grünen." Die neue Führungsspitze habe jetzt die Chance, zu zeigen, dass sie es besser kann. "Und ich hoffe, dass sie die Alten dabei in Ruhe lassen." 

Zur Person: Fritz Kuhn
O-Töne: Kuhn und die Angstlust
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