Stück über Firmenhymnen gastiert im Roxy

Sie sollen motivieren, das Wir-Gefühl stärken: Firmenhymen. Thomas Ebermann hat daraus ein Stück gemacht, das jetzt im Roxy gastierte.

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Überzeugt als smarter Verkäufer: Robert Stadlober. Foto: Lars Schwertdfeger

In den USA und Japan gibt es Firmenhymnen schon seit Jahrzehnten, in Deutschland gehören sie eher noch zu den Exoten. Die oft eher unfreiwillig komischen Liedchen hat sich Thomas Ebermann, Gründungsmitglied der Grünen, ausgeguckt, um mal zu beleuchten, wie sich die Arbeitswelt, die Erwartungen der Arbeitgeber an ihre Mitarbeiter, aber auch die Anforderungen, die Beschäftigte an sich selbst stellen, verändert haben. "Firmenhymnenhandel" hat Ebermann die Komödie genannt, die wegen ihrer vielen Videoeinspielungen recht revuehaft daherkommt und einen veritablen Filmstar auf der Bühne präsentiert: Robert Stadlober.

Anne (Pheline Roggan) ist nach Jahren der Rebellion gegen ihren Vater (Rainer Schmitt) ins Management der elterlichen Glasfabrik eingestiegen. Sie will im bis dato recht patriarchalisch geführten Betrieb moderne Management-Techniken einführen, die Mitarbeiter motivieren, ihre Kreativität wecken. Und dazu soll auch eine Firmenhymne her. Die soll einer liefern, mit dem sie in ihren rebellischen Jahren gelebt hat (Robert Stadlober). Und der Texter, den Stadlober überzeugend doppelbödig spielt, ist anders als sein komponierender Kompagnon (Tillbert Strahl-Schäfer) nur zu bereit, sein Talent an den zu verkaufen, der am meisten zahlt.

Die Geschichte nutzt Ebermann, der selbst als undurchsichtiges Mädchen für alles in der Glasfabrik auf der Bühne agiert, als Steilvorlage für allerlei Anmerkungen darüber, wie Arbeitnehmer unter der Vorspiegelung eines motivierten ergo erfüllten Arbeitslebens dazu gebracht werden sollen, sich noch mehr ihrer Firma verpflichtet zu fühlen. Wohin das führen kann, erkennt in Ebermanns Stück ausgerechnet der altgediente, profitorientierte Unternehmer: "Ja, dann freut sich doch keiner mehr auf den Feierabend. Das ist doch unmenschlich."

Was das Ganze auflockert, sind die von Schorsch Kamerun, Rocco Schamoni, Bernadette La Hengst und vielen anderen neu interpretierten und deshalb herrlich ironisch gebrochenen real existierenden Firmenhymnen von Air Berlin, Kaufland und anderen.

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