Studentenwerk Ulm hat seine zwölf Häuser immer voll belegt

An der Uni Ulm und den beiden Hochschulen gibt es zum Wintersemester mehr Studenten als sonst. Das Studentenwerk wirbt in der Stadt um private Zimmervermietungen und berät die Hausbesitzer bei Bedarf.

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Zimmer mit Aussicht: Das neue Wohnheim des Studentenwerks auf dem Campus Oberer Eselsberg ist allerdings erst im Wintersemester 2013/14 beziehbar. 300 Studenten werden dort unterkommen. Foto: Studentenwerk Ulm

Auf dem Ein-Zimmer-Wohnungsmarkt speziell für Studenten ist derzeit noch alles in Bewegung, zumal die Bewerber, die noch übers Nachrückverfahren einen Studienplatz bekommen, erst im Oktober benachrichtigt werden. Die doppelten Abiturjahrgänge haben zwangsläufig für einen größeren Andrang an allen Universitäten und Hochschulen im Land gesorgt.

An der Uni Ulm sind es zum Wintersemester mit rund 9200 Studierenden bislang 6,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. An der Hochschule Ulm sind es gut 4200 Studenten und damit 15,4 Prozent mehr als im Vorjahr. An der Hochschule Neu-Ulm ist der Einschreibeprozess noch in vollem Gange, jedoch stellt man sich auf deutlich mehr als 4000 Studierende ein.

Das Studentenwerk verfügt wie berichtet über zwölf "Wohnhäuser" - früher sagte man Wohnheime - mit insgesamt 1742 Studentenzimmern. Jedoch liegen davon 63 in Biberach und 279 in Schwäbisch Gmünd. 167 Plätze gibt es im Neu-Ulmer Wiley, jedoch nur noch bis Ende des Jahres, "weil dann das Studentenwerk Augsburg dort einsteigt", sagt Silke Schröder, Pressesprecherin beim Ulmer Werk.

Die zwölf Wohnhäuser seien immer voll, sagt Claus Dieter Kaiser, der Geschäftsführer des Studentenwerks Ulm. Zum Wintersemester 2013 wird - erstmals auf dem Campus - noch ein Neubau bezugsfertig mit 300 Wohnplätzen. Die durchschnittliche Monatsmiete aller Zimmer des Werks liegt momentan bei 242 Euro einschließlich Nebenkosten. Mietausfälle gebe es nicht. Kaiser: "Die wissen alle, dass der Wohnplatz wichtig ist für sie."

Derzeit wirbt das Studentenwerk bei privaten Hausbesitzern mit Flyern (siehe Infokasten), die beispielsweise in Tiefgaragen hinter die Scheibenwischer geklemmt werden. Oder in Bussen und Straßenbahnen der Stadtwerke laufen Kurzfilme mit Werbespots. Rufen dann Vermieter an, werden sie vom Studentenwerk beraten und es wird der Mietpreis besprochen, "mitunter wird er gesenkt", sagt Kaiser.

Um die wohnungssuchenden Studenten zu informieren, haben die acht Studentenwerke im Land Broschüren mit ihren Kontaktadressen an alle Abiturienten in Baden-Württemberg verteilt; in der Hoffnung, dass die Adressen im Elternhaus landen. "Denn die Studenten werden durch das achtjährige Gymnasium immer jünger, da rufen bei uns Vater oder Mutter an", sagt Kaiser. Für Ulm stehen zurzeit 643 Bewerber für Zimmer auf der Warteliste, wovon nur 264 eine gewisse Zeit pendeln können. Das Studentenwerk geht jedoch davon aus, dass etliche Bewerber, die noch auf der Liste stehen, gar kein Zimmer mehr brauchen, weil sie sich auch an anderen Universitäten beworben haben. Sollten sie übers Nachrückverfahren doch noch an ihre Wunsch-Uni kommen, wird ihr Zimmer in Ulm ohnehin schnell wieder frei.

Ob Studentenzimmer in der Hindenburgkaserne eingerichtet werden, die zum Jahresende aufgegeben wird, ist noch offen. Die Stadt, die das Gelände kaufen will, habe "ein grundsätzliches Entgegenkommen signalisiert", sagt Kaiser.

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