KOMMENTAR · ANTI-ATOM-DEMO: Proteststadt Ulm
Tausende Menschen richten eine klare Botschaft an die Politik: Schluss mit Atomkraft. In einer Stadt wie Ulm, die als Solarhauptstadt gehandelt wird, und überdies in der Brennstoffzellenforschung eine führende Rolle spielt, ist der Schritt zur Anti-Atom-Proteststadt nur ein logischer und richtiger. Eine breite Bürgerschaft fordert die Energiewende ein. Rentner und Kinder, Mütter und Väter, Schüler und Studenten, Gewerkschafter und Künstler, Selbstständige und Arbeitnehmer gehen dafür auf die Straße. Seite an Seite mit dem Oberbürgermeister, einem erklärter Atomkraftgegner.
Sie sehen eine historische Chance für einen schnellen Atomausstieg, nachdem die Welt alarmiert ist von der Katastrophe in Fukushima und die Politik unter Druck geriet. Als Baden-Württemberger spüren sie erstmals Rückenwind von ihrer Landesregierung. Vorbei die Zeit landesväterlicher Bremser, die Windkraft als Verspargelung verunglimpften.
Die Atomkraftgegner vom Samstag sind keine Aktivisten um des Aktionismus willen. Ihre Argumentation ist absolut vernünftig: Eine nicht beherrschbare Technologie muss gestoppt werden zugunsten einer dezentralen Versorgung, die auf Solaranlagen, Windräder, Blockheizkraftwerke oder Wasserkraft setzt. Das ist nicht nur sicherer, das würde auch die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm stärken und zukunftsweisende Betriebe in der Region, die schon direkt oder indirekt auf erneuerbare Energien setzen. REGINA FRANK
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Autor: SWP | 30.05.2011
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