Klanggewaltige Kooperation der Hochschulen

Das war ein herrliches Cherubini-Requiem mit dem Chor der Technischen Universität Valencia und dem Orchester der Hochschule Ulm.

Klanggewaltig und stringent präsentierten der Chor der Technischen Universität Valencia und das Orchester der Hochschule Ulm unter Virgil Bunea das Cherubini-Requiem in der Elisabeth-Kirche. Barbers "Adagio for Strings" wirkte eher wie eine Vorübung.

Wie klingt Musik, wenn sich ein Dirigent und die Aufführenden in den Dienst der Musik stellen? So wie das Cherubini-Requiem am Samstagabend in St. Elisabeth. Bei der herrlichen Aufführung des romantischen Chorwerks ging es nicht um Selbstdarstellung, sondern um eine tiefgründige musikalische Beschäftigung mit einem ernsten Thema.

Virgil Bunea schaffte mit 100 Orchester- und Chormitgliedern den Spagat zwischen klarer, fast klassischer Linienführung und großer romantischer Gefühlswallung. Selbst die fulminanten Molto-Fortissimo-Passagen im "Dies irae" wirkten trotz stattlichem Bläser-Aufgebot und temperamentvoll agierendem Paukisten nicht ausufernd, sondern bei aller Klangfülle in Form gebracht. Weniger klar wirkten manche Piano-Passagen, bei denen leichte Unsicherheiten in der Intonation durchschimmerten.

Buneas spanischer Kollege José Francisco Sánchez Iborra hatte seinen Hochschulchor gut vorbereitet, solide einstudiert und die 45 Sängerinnen und Sänger darauf getrimmt, sich nicht in die Noten zu versenken, sondern durchgehend auf den Dirigenten zu achten. Nur so konnte das Meisterstück gelingen, mit nur drei gemeinsamen Proben eine so dichte, stringente Aufführung zu präsentieren, bei der Chor- und Orchesterstimmen meist exakt parallel zueinander verliefen. Hilfreich war dafür sicher auch die kluge Wahl des Aufführungsorts. Der moderne Kirchenbau von St. Elisabeth mit seinem gerade richtig langen Nachhall schuf ein Hörvergnügen besonderer Güte.

Kontrastierend zum opulenten Chorwerk hatte Virgil Bunea dem Cherubini-Requiem ein schlichtes Orchesterstück vorangestellt, das sich ebenfalls mit dem Tod beschäftigt - wissend, dass dies ein Laien-Orchester an seine Grenzen führt. Die Interpretation von Samuels Barbers "Adagio for Strings" kam erst nach vielen Takten richtig ins Fließen. Was schade ist bei dem zarten, elegischen Werk.


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Autor: MARINA STAIGER | 27.07.2010

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