Stromkosten im Klärwerk steigen weiter

Künftig wird Schmutzwasser im Steinhäule auch bei Regen mit Aktivkohle gereinigt. Das verbraucht Energie. Die Verbandsumlage erhöht sich.

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Beim geklärten Abwasser sind die Phosphor- und Stickstoffwerte nach wie vor niedrig, und bei der Klärschlammverbrennung werden ebenfalls die Grenzwerte etwa von Schwefeldioxid unterschritten. „Es läuft“, sagte Michael Potthast, der Technische Geschäftsführer, bei der Sitzung des Zweckverbands Klärwerk Steinhäule. Nachdem er rückblickend bei der Verbandsumlage 2017 von einer „Punktlandung“ berichten konnte, steht für 2018 eine Erhöhung um 385.000 Euro (2,7 Prozent) an, die auf elf Verbandsmitglieder umgelegt wird. Die Gründe für die Mehrkosten sind mehrere: Die vierte Reinigungsstufe, bei der mittels Aktivkohle Medikamentenrückstände aus dem Abwasser gefiltert werden, lief bisher nur an niederschlagsfreien Tagen. Künftig wird sie „im Vollbetrieb“ arbeiten, also auch bei Regen, wenn deutlich mehr Abwasser im Klärwerk im Neu-Ulmer Gewann „Steinhäule“ ankommt.

Außerdem werden im Klärwerk nächstes Jahr die Stromkosten um 250.000 Euro steigen auf fast 2,5 Millionen Euro (2010 war es noch eine Million Euro). Erstens aufgrund des Vollbetriebs der Aktivkohlefilteranlage, zweitens beim Klärschlammtrocknen, drittens aufgrund höherer Stromkosten. Der Hauptverbraucher des Klärwerks ist das biologische Belebungsbecken, in dem das Wasser zum Sprudeln gebracht wird, damit die dort arbeitenden Bakterien genug Sauerstoff haben. Allerdings wird im Werk etwa ein Drittel des Strombedarfs bei der Verbrennung von Klärschlamm selber erzeugt, „weil Klärschlamm so gut brennt wie Braunkohle“, sagte Potthast.

Merklingen kommt dazu

Einstimmig beschlossen hat die Verbandsversammlung, dass die Gemeinde Merklingen zum 1. Januar 2019 zwölftes Zweckverbandsmitglied wird. Denn vorher müssen in Merklingen noch Kanäle gebaut werden. Die Gemeinde bringt dann „kaum spürbare“ (Potthast) 3500 so genannte Einwohnergleichwerte nach Neu-Ulm. Der EGW dient als Referenzwert der Schmutzfracht. Die Kläranlage reinigt aktuell 410.000 EGW, das ist Abwasser von 240.000 Einwohnern plus der Schmutzfracht aus Gewerbebetrieben. Ausgebaut ist die Anlage für insgesamt 440.000 Belastungswerte. Ebenfalls beschlossen wurde der Neubau einer so genannten Polymerstation für insgesamt 600.000 Euro. Das neue Gebäude, das in der Zeit von März bis November nächsten Jahres gebaut werden soll, wird benötigt für die „Flockungshilfsmittel-Dosieranlage“.

Das Flockungsmittel Polymer wird in der Abwasserreinigung zur Eindickung des Belebtschlammes eingesetzt.

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