Stillstand beim Saalbau - Eigentümer will Entscheidung

Wie geht es weiter mit dem Saalbau in Pfuhl? Der neue Eigentümer des Gebäudes, Günter Steinle, dringt auf eine Entscheidung: "Egal wie sie ausfällt, wir haben verschiedene Varianten in der Schublade."

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Bauzäune vor dem Saalbau in Pfuhl: Keine Angst, der Abbruch ist durch die Denkmalschutzbehörde verhindert worden. Gebaut wird eine Tiefgaragenzufahrt zu einem benachbarten Gebäude (links im Bild).  Foto: 

Bald ist genau ein Jahr vergangen. Günter Steinle, der Neu-Ulmer Wohnbauunternehmer und neue Besitzer des über 100 Jahre alten Gastronomie- und Wohngebäudes in der Pfuhler Hauptstraße, hatte im November 2012 seine Pläne zum Abbruch des Saalbaus und zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses bei der Stadt eingereicht. Diese wurden bekannt, und sofort regte sich Widerstand im Stadtteil. Dass dieses prägnante Gebäude einfach der Spitzhacke zum Opfer fallen sollte, wollten viele Pfuhler nicht einsehen.

Die Stadt schaltete schließlich das Landesamt für Denkmalpflege ein. Und im Januar dieses Jahres wurde der Saalbau tatsächlich auch unter Denkmalschutz gestellt. „Es ist fast ein Jahr lang nichts geschehen“, sagt Günter Steinle. Und der Unternehmer gibt durchaus zu, dass ihn das ziemlich ärgert. Das benachbarte Grundstück in der Saalbaustraße, das Steinle ebenfalls gekauft hatte, ist längst bebaut. In diesen Tagen wird die Zufahrt zur Tiefgarage unter dem neuen Wohnhaus angelegt. Sie liegt zwischen dem Saalbau und einem Privathaus in der Hauptstraße.

Steinle würde von den Denkmalschützern gerne wissen, was am Saalbau definitiv alles erhaltenswert ist. Und darauf, so versicherte er im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE, werde er sich dann auch einstellen. „Wir haben mindestens drei Varianten in der Schublade“, sagt er. Aber das Landesamt für Denkmalpflege habe sich noch nicht abschließend geäußert. Im nächsten Monat hat sich die Behörde aus München allerdings zu einem Ortstermin angekündigt. Denn im Inneren des Saalbaus hätten sich die Denkmalschützer bislang noch nicht umgeschaut.

Vieles sei möglich, sagt Steinle, es müsse sich eben nur in einem für ihn vertretbaren finanziellen Rahmen abspielen. Man könnte die komplette Fassade erhalten, den Saalbau auskernen und im Inneren neu gestalten. „Das ist alles machbar“, sagt er. „Und das ist durchaus auch finanzierbar.“ Wichtig sei ihm, dass es jetzt endlich einmal vorangeht, „dass alle an einem Strang ziehen“. Als Partner nennt er die Bauverwaltung im Neu-Ulmer Rathaus, die Denkmalschützer aus München und die Fraktionen im Stadtrat.

SPD-Stadtrat Ulrich Seitz, auch Vorsitzender des Historischen Vereins in Neu-Ulm, hatte sich wie sein CSU-Kollege Johannes Stingl darüber gefreut, dass mit Hilfe der Denkmalbehörde aus München der Abbruch des Saalbaus vorerst verhindert worden war. Seitz sprach im Januar allerdings nur vom Erreichen eines „Etappenziels“. Zwar sei die Gefahr gebannt, dass das Haus sang- und klanglos verschwindet, „die Aufgabe der Stadtverwaltung ist es aber, gemeinsam mit dem Eigentümer nach neuen Lösungen zu suchen“.

Und genau darauf pocht jetzt auch der Wohnbauunternehmer Steinle. Die ersten Auflagen der Stadtverwaltung hinsichtlich des Brand- und Schallschutzes in einem zu restaurierenden Saalbau seien für ihn absolut überzogen gewesen: „Das wäre in die Millionen gegangen.“ Schließlich habe er sich dazu veranlasst gesehen, die Reißleine zu ziehen und den Antrag auf Abbruch zu stellen. Jetzt aber hofft Steinle auf eine einvernehmliche Lösung. Sollte diese nicht gefunden werden, werde der Saalbau weiter vor sich hin dümpeln.

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