Steigende Schülerzahlen überlasten Kapazitäten der Busse

Täglich fahren tausende Schüler mit dem Nahverkehr nach Ulm. In Bussen und an Haltestellen kommt es zu chaotischen Situationen und gefährlichem Gedrängel. Brennpunkt ist das Schulzentrum am Kuhberg.

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Morgens und mittags wirds schnell mal eng auf dem Kuhberg, wenn die Schüler des Schulzentrums die Haltestelle frequentieren.  Foto: 

Laut Schulleitung ist das Schulzentrum am Ulmer Kuhberg mit mehr als 8000 angemeldeten Schülern das größte in Baden-Württemberg. Tag für Tag fahren etwa 2000 von ihnen mit dem Bus zur Schule. Findet man sich am Montagmorgen um 7.30 Uhr an der Bushaltestelle Ehinger Tor ein, kann man beobachten, wie gravierend das Problem ist. Der komplette Bussteig ist bis auf den letzten Quadratmeter mit Schülern und Schultaschen gefüllt. Wenn der Bus einfährt, springen einige Jugendliche erst von der Straße weg auf den Bussteig. Die Masse drückt an die Türen, die sich deswegen kaum öffnen können. Sind sie endlich offen, versuchen sich drei Schüler gleichzeitig durch den Eingang zu drängen. Das funktioniert lange nicht, bis der Druck von hinten groß wird. Der mittlere der Drei wird in den Bus geschleudert und rennt sofort zu einem Sitzplatz.

Hinter ihm ergießt sich die Flut aus Schülern in den Bus. Ein Angestellter der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) drückt so viele wie möglich in das Fahrzeug. Als der Bus abfahren will, geht die hintere Tür nicht zu. Ein wenig mehr Druck nach drinnen löst das Problem. Der Bus rollt los. Bis an die Frontscheibe gefüllt mit Schülern. Mittags das gleiche Problem: Die Haltestellen am Kuhberg sind zu klein für die Schülerzahlen, die Busse überlastet. Die Situation ist chaotisch und von Anarchie geprägt. Wer nicht drängelt, könnte zurückbleiben. Auch Verletzte gab es schon, berichtet Marius Weinkauf, Schulleiter des Anna-Essinger-Gymnasiums. "Für die Schüler ist das Gedränge eine gefährliche Situation."

Weinkauf sieht die Verantwortung für die Haltestelle Schulzentrum Kuhberg zwar nicht bei sich, er hat dort aber trotzdem jeden Tag Lehrer zur Aufsicht postiert. Weinkauf und seine Kollegen am Kuhberg haben die Schulanfangszeiten entsprechend getaktet, um die Busse morgens zu entlasten. Für mehr Busse und das richtige Verhalten der Busfahrer müssten aber die SWU sorgen, sagt Weinkauf.

Marc Fuchs, Leiter der Abteilung Kommunikation bei den Stadtwerken verspricht sich vor allem von der neuen Straßenbahnlinie 2 ab 2018 eine deutliche Verbesserung der Situation. Schneller sei an der Fahrgastkapazität nichts machbar. Die Busfahrer absolvieren Schulungen, um mit der steigenden Fahrgastzahl entsprechend umgehen zu können.

Für die Größe der Haltestellen ist die Stadt Ulm verantwortlich. Dass die durchaus reagiert, wenn sie mit Druck auf ein Problem aufmerksam gemacht wird, zeigt sich in Wiblingen. Dort wurde nach einer Initiative des Elternbeirats die Bushaltestelle Friedrichshafener Straße vergrößert. An der Haltestelle stehen nach Schätzung von Schulleiter Bernhard Nagl 1000 Schüler, die in den Ulmer Süden fahren wollen. Die Linie 22 von Busunternehmer Klaus Knese nimmt dort täglich etwa 250 von ihnen auf, er sagt: "Die Situation hat sich durch den Umbau deutlich verbessert, die Schüler haben jetzt mehr Platz." Er und sein Kollege Eckhardt Werner von der Firma Bayer bemängeln aber fehlende Informationen über Schülerzahlen und veränderte Unterrichtszeiten. Schülersprecher Markus Mahle hat die Verbesserung auch wahrgenommen. "Aber die Busse sind immer noch viel zu voll, und das Chaos an der Haltestelle ist katastrophal", sagt der 17-Jährige. Er wünscht sich mehr Engagement von der Schule. Schulleiter Nagl sieht aber kein Problem an der Haltestelle. Er verweist auf das Bustraining der 5. Klassen und den besagten Umbau. Aber auch in Wiblingen stehen Schüler auf der Straße, wenn sie auf den Bus warten.

Am Kuhberg steht man derweil vor dem Problem, dass nun auch noch viele Busfahrer der SWU wegen Krankheit ausfallen. Auch der Umzug der Gesundheitsabteilung der Ferdinand-von-Steinbeisschule in den Erweiterungsbau wird für noch mehr Spannung sorgen, weil die Schülerzahlen steigen werden.

Am Ehinger Tor wird wohl auch in Zukunft morgens Chaos und Anarchie herrschen.

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Kommentare

25.10.2013 09:46 Uhr

Den Autofahrern in dieser Stadt hat man folgendes geraten,

"...sie müssen einfach mehr Zeit einplanen. Stehen sie morgens 10min. früher auf, dann haben sie 10min. mehr Zeit. ..."

Tja liebe ÖPNV Gäste, vielleicht sind die Autofahrer dieser Stadt nicht mehr die einzigsten die früher aufstehen müssen, weil die Stadt überall erweitert und vergrößert, sich aber nicht darum kümmert, das die Menschenmassen in adäquater Zeit von A nach B kommen müssen. Egal ob im Auto oder ÖPNV.

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