Starke vier Siebtel

Im Roxy konnte man mit Garda eine der interessantesten deutschen Indie-Bands live erleben - allerdings im so nicht erwarteten Unplugged-Format.

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Auch in kleiner Besetzung überzeugend: Garda aus Dresden im Roxy. Foto: Udo Eberl

"Indie:blendend!" heißt eine der Reihen, die dem Roxy ein neues Profil geben sollen. Allerdings kippte der Konzertabend mit Garda ein wenig aus dem Format, denn was die knapp 50 Besucher erleben durften, wäre dann doch besser in den Rubriken Neo-Folk oder Singer/Songwriter aufgehoben gewesen. Dennoch war das Gebotene von der sehr feinen Sorte. Dafür sorgten bereits die lokalen Helden "Mud and Mist". Falko Pross und Lea Adler sind die perfekt harmonierenden Stimmen des Duos, das beim Heimspiel mit Akkordeon-Verstärkung für einen volleren Sound sorgte. Akustikgitarre, Keyboardklänge und wenige elektronische Einsprengsel, mehr brauchte es gar nicht, um so richtig überzeugen zu können, denn die Ulmer waren mit starken Songs am Start. Vielleicht fehlt bisweilen noch der letzte Feinschliff in ihrem hoffnungsfrohen "Nebel-Pop", doch da war reichlich Potenzial zu hören, und Songs wie "Desperation" klangen schon ganz groß.

Verhältnismäßig klein gingen dann Garda aus Dresden an den Start. Üblicherweise ist die Band aktuell mit sieben Musikern unterwegs, in Ulm traten sie allerdings als Quartett an, unter anderem ohne Piano, Frauenstimme und Bläser. Die kompakten Arrangements, die ihr im vergangenen Jahr veröffentliches Album "A Heart of a Pro" auszeichnet, wurden mit gitarristischen Mitteln umgesetzt. Fast gings wieder ein wenig zurück in die Folk-Heimat, in der die Dresdner groß geworden sind.

Vielleicht hatte man auch deshalb nur selten das Gefühl, dass musikalisch etwas fehlte. Das Gerüst stand, und Frontmann Kai Lehmann hat eine Stimme, die auch im internationalen Vergleich ganz weit vorne ist. Ähnlich siehts mit den Stücken aus, die locker mithalten können. Nicht umsonst haben sie jüngst auf Einladung des Communion Label, bei dem unter anderem Ben Howard unter Vertrag ist, im angesagten Londoner Notting Hill Arts Club gespielt.

Stücke wie "Upper Lower Water Course" gingen runter wie Öl, dann ließ man den guten, alten Shortsong aufleben, um andere Lieder bis zum idealen Punkt auszureizen. Dabei machten Ronny Wunderwald an den Drums und Karsten Pretschner am Bass richtig Druck, und Frank Heim holte aus seiner Westerngitarre und der Lap-Steel so ziemlich alles heraus. Auch der Effekteinsatz war effektiv. So kam"s, dass die vier Siebtel von Garda noch einen Zugabenblock spielen mussten.

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