Starke Bilder und Partytrubel - Parcival im Roxy

Parcival sucht seine Utopie - mit einer spannenden multimedialen Tanz-Performance im Roxy. Der Gral ward über Erdbeeren mit Sahne vergessen.

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Aus Styroporblöcken muss sich Parcival kämpfen. Foto: Johanna Pingel

Eine Tänzerin mit dem Superman-Emblem auf der Brust arbeitet sich mühsam durch eine Mauer aus zwölf wuchtigen Styropor-Blöcken hervor. Sie landet in einer unbekannten neuen Welt, in der sie sich nicht auskennt. Dagny Borsdorf tanzt diesen unschuldigen Parcival mit großer Neugier auf die Dinge, die auf den Helden zukommen. Auf die Mauer werden Bewegungen als Video-Loop projiziert; sie hält das nicht aus und baut die Projektionsfläche einfach weg.

Mit solch starken Bildern begann der multimediale Tanzabend "Operation: Parcival" am Mittwoch im Roxy, mit dem die noch junge Company Urban Reflects um Doro Eitel aus Freiburg gastierte. Das Projekt ist eine Weiterentwicklung der letztjährigen Arbeit "Parcival XX-XI". Und so sind große Teile der Choreographie diesem Stück entnommen, überarbeitet und neu einstudiert worden. Aus den Styroporblöcken wurden immer wieder neue Räume und Landschaften, teilweise mit lustvollem Ausspielen des quietschenden Geräusches, das das Material manchmal erzeugen kann.

Ein sehr anspruchsvoller Pas des deux mit abenteuerlich aufregenden Hebefiguren ragte aus den verschiedenen Tanzteilen heraus, bis man wieder bei Parcival landete. Dieser war auf der Suche nach dem Gral, einer gesellschaftlichen Utopie, stürzte aber nach einigen Heldenposen ab. Begleitet wurden diese Szenen von klasse Video-Bearbeitungen der Tanzenden und des Publikums. Musikalisch performte Jazzsänger Jan F. Kurth dazu und arbeitete mit seiner Stimme wie der amerikanische Vocalist David Moss, um Geräusche und Klänge zu erzeugen, über deren Loops er selber weiter improvisierte.

Zusammen mit Tänzer Oleg Kaufmann trat er mit Maschinengewehr als Revoluzzer in Erscheinung. Nun wollte man vom Publikum wissen, mit welcher Utopie es weiter gehen solle. Mit Hilfe von SMS-Botschaften wurde das Vorgehen bestimmt, das aber in Partytrubel versandete. Massagen, Erdbeeren mit Sahne und Sekt sowie Austausch über das Gesehene waren das Ergebnis. Von der angedrohten Apokalypse fand sich keine Spur mehr.

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