Stapellauf im September

Noch fehlen 55 000 Euro, um das Ausflugsschiff "Ulmer Spatz" flott zu machen. Im September soll es unter der Flagge der Lebenshilfe vom Stapel laufen. Als Sponsor sitzt nun die Vinci-Stiftung mit im Boot.

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  • Mit Eigenleistung und Spendengeld macht die Lebenshilfe Donau-Iller den "Ulmer Spatz" wieder fit. Einen Scheck über 15 000 Euro gab es jetzt von der Vinci-Stiftung. Von links Markus Ostheimer (Geschäftsführer Lebenshilfe-Tochter Adis), Spenden-Pate Stefan Salger, Nathalie Vogt (Vinci-Stiftung), Dr. Jürgen Heinz (Gesamtgeschäftsführer Lebenshilfe Donau-Iller) und Roland Bader (Leiter Donau-Iller-Werkstätten). Fotos: Oliver Schulz/ Uzin Utz 1/2
    Mit Eigenleistung und Spendengeld macht die Lebenshilfe Donau-Iller den "Ulmer Spatz" wieder fit. Einen Scheck über 15 000 Euro gab es jetzt von der Vinci-Stiftung. Von links Markus Ostheimer (Geschäftsführer Lebenshilfe-Tochter Adis), Spenden-Pate Stefan Salger, Nathalie Vogt (Vinci-Stiftung), Dr. Jürgen Heinz (Gesamtgeschäftsführer Lebenshilfe Donau-Iller) und Roland Bader (Leiter Donau-Iller-Werkstätten). Fotos: Oliver Schulz/ Uzin Utz
  • Dr. Werner Utz (rechts) überreicht Markus Ostheimer einen Scheck über 5000 Euro. 2/2
    Dr. Werner Utz (rechts) überreicht Markus Ostheimer einen Scheck über 5000 Euro.
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Er ist kaum wiederzuerkennen, der "Ulmer Spatz". Seit Ende März liegt das 78 Jahre alte Schiff in den Werkstätten der Lebenshilfe Donau-Iller in Neu-Ulm und wird einer Radikalkur unterzogen. Komplett entkernt, ist bis auf den mit frischer Rostschutzfarbe grundierten Rumpf nichts mehr von ihm übrig. Momentan sind Mitarbeiter der Lebenshilfe damit beschäftigt, das durch Streben mit dem Rumpf verbundene Dach um etwa zehn Zentimeter anzuheben, damit Passagiere mit einer Körpergröße von mehr als 1,80 Metern künftig nicht mehr gebückt durch das Innere laufen müssen. "Das bringt mehr Fahrkomfort", sagt Markus Ostheimer, der als Geschäftsführer der Lebenshilfe-Tocher Adis für den Umbau verantwortlich ist.

Nach langen Verhandlungen mit dem früheren Eigentümer Reinhold Kräß hatte die Lebenshilfe den "Spatz" im März gekauft (wir berichteten). Das Non-Profit-Projekt verfolgt zwei Ziele. Zum einen wollen Lebenshilfe und das Integrationsunternehmen Adis wieder touristische Fahrten anbieten, denn die Ulmer Donauschifffahrt dümpelt vor sich hin, seit der TÜV dem Motorschiff 2011 die Zulassung versagt hatte. Zum anderen geht es darum, gehandicapte Menschen ins Arbeitsleben zu integrieren. Sobald das 50 Plätze fassende Schiff fahrtüchtig, barrierefrei umgerüstet und technisch auf dem neusten Stand ist, sollen vier zu Bootsleuten beziehungsweise Hilfskapitänen umgeschulte Behinderte an Bord geholt und angestellt werden. Die Lebenshilfe ist überzeugt: Das hilft Hemmschwellen zwischen Behinderten und Nichtbehinderten abzubauen - und dass man mit dem schwimmenden Projekt auch ein wenig Werbung für das eigene Unternehmen macht, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Im sicheren Hafen ist der "Ulmer Spatz" allerdings noch nicht. Inklusive neuer Anlegestellen benötigt die Lebenshilfe für das Projekt etwa 140 000 Euro. 40 000 will man durch Eigenleistung aufbringen - so werden in den Werkstätten derzeit beispielsweise die alten Holzsitzbänke originalgetreu nachgebaut. Rund 100 000 Euro sollen von Sponsoren und Stiftungen kommen. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt Ostheimer, 45 000 Euro an Sponsorengeldern seien bereits zusammengekommen (siehe Info-Kasten).

Mit eingerechnet ist auch ein Scheck über 15 000 Euro, den es jetzt von der Vinci-Stiftung gab. Der französische Baukonzern Vinci hat in Deutschland zahlreiche Tochter-Unternehmen, darunter auch die in Ravensburg sitzende Firma "Actemium", die sich unter anderem auf die Automatisierung von Brauereianlagen weltweit spezialisiert hat. Dessen Bereichsleiter Stefan Salger nennt das Ulmer-Spatz-Projekt "eine geniale Idee". Der Manager und Projekt-Pate ist der Lebenshilfe schon lange verbunden, nicht zuletzt deshalb, weil sein Sohn in den Werkstätten arbeitet.

Auch die fehlenden 55 000 Euro werde man in den nächsten Monaten zusammenbekommen, gibt sich Ostheimer zuversichtlich. Entsprechende Anträge an die Bürgerstiftungen Ulm und Neu-Ulm sowie an die "Aktion Mensch" seien bereits gestellt worden. "Natürlich hoffen wir, dass die jüngsten Spenden Signalwirkung haben und weitere Unternehmen animieren", sagt Dr. Jürgen Heinz, Gesamtgeschäftsführer der Lebenshilfe Donau-Iller.

Aus dem ursprünglich für Schwörmontag, 22. Juli, geplanten Stapellauf wird allerdings nichts. "Da läuft uns die Zeit davon", sagt Ostheimer. Er geht aber fest davon aus, dass der "Ulmer Spatz" im September zu Wasser gelassen werden kann. Und das sei doch auch was. Nach diesem lausigen Frühling muss der Herbst ja schön werden.

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