Stadtrat stimmt Planung von 500 Wohnungen im Dichterviertel zu

Das nördliche Dichterviertel kann saniert werden. Die Mitglieder des Fachausschusses für Stadtentwicklung haben das Ergebnis des Wettbewerbs genehmigt und grünes Licht für die weitere Planung gegeben.

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Leerstehende Gewerbeflächen und baufällige Blocks bestimmen das Bild des Dichterviertels - jetzt sollen moderne Wohnungen entstehen.  Foto: 

Schiller, Goethe, Kleist und Mörike sind klingende Namen, doch die nach ihnen benannten Straßen liegen nicht gerade im vornehmen Teil Ulms. Das soll sich jetzt ändern, denn die Mitglieder des Fachbereichsausschusses Stadtentwicklung, Bau und Umwelt des Gemeinderates waren nachgerade begeistert vom Ergebnis des städtischen Wettbewerbs zur Sanierung des Dichterviertels zwischen Hauptbahnhof und Hindenburgring, Bleichstraße und Ludwig-Erhard-Brücke.

Auf etwa sieben Hektar Fläche sollen in den kommenden Jahren 500 Wohneinheiten entstehen. Der Zustand vieler Wohnhäuser und leerstehender Gewerbebauten wird in der Verwaltungsvorlage vorsichtig als "städtebaulicher Missstand" bezeichnet, der Schritt für Schritt behoben und in ein modernes Wohngebiet verwandelt werden müsse. Etwa 30 Architekten hatten sich an dem städtischen Wettbewerb beteiligt, gewonnen hat das Berliner Büro mit dem ungewöhnlichen Namen "bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau". Vor allem wie die Berliner die kleine Blau in das Wohngebiet einbeziehen, hat dem Preisgericht offenbar gefallen.

Den Stadträten aller Fraktionen hat im Grunde auch alles gefallen, was sie zu sehen bekamen. Lediglich CDU-Stadtrat Herbert Dörfler trübte ein wenig die freudige Stimmung, als er bemängelte, dass kein Ulmer Architektenbüro an dem Wettbewerb teilgenommen hat. Mit seinem Verdacht, dass dahinter die Stadtverwaltung als treibende Kraft stehe, machte er sich aber keine Freunde. Schließlich musste er sich aber belehren lassen, dass es sich dabei um einen freien Wettbewerb gehandelt habe, an dem sich schlicht und ergreifend kein Ulmer Architekt beteiligt hat. Bürgermeister Alexander Wetzig: "Anscheinend haben die alle volle Auftragsbücher. Das ist doch schön."

Nach dem Beschluss des Ausschusses will die Stadt nun in einen Dialog mit den Anwohnern und Eigentümern treten - vor allem will sie die Grundstücke so weit wie möglich aufkaufen, um alsbald mit der Umsetzung des Plans beginnen zu können. Das soll etwa ein Jahr in Anspruch nehmen, danach könnte es mit der Detailplanung losgehen.

Sprecher aller Fraktionen lobten das Vorhaben, es weise eine klare Struktur auf, wie die grünen Stadträtin Birgit Schäfer-Oelmayer sagte, die sich dort auch gut "studentisches Wohnen" vorstellen kann. Der hohen Lärmbelästigung durch die B 10 stehe die Nähe zur Innenstadt gegenüber - ein Beleg dafür, wie gut das Quartier mit der Umgebung vernetzt sei, befand Hartmut Pflüger von der SPD.

Dr. Rüdiger Reck von den Freien Wählern stellte den in dem Siegerentwurf vorgesehenen öffentlichen Platz heraus, der an der kleinen Blau entstehen und einen schönen Übergang in das südlich gelegene Dichterviertel ermöglichen soll. Und Christdemokrat Siegfried Keppler fand es einfach nur folgerichtig, nach der Sanierung des Viertels zwischen Bleichstraße und Neuer Straße nun den nördlichen Abschnitt folgen zu lassen. Davor allerdings sieht Bruno Waidmann (FDP) noch harte Arbeit auf die Verwaltung zukommen. Die müsse die Eigentümer davon überzeugen, ihre Immobilien "günstig" an die Stadt zu verkaufen.

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