Stadtrat Neu-Ulm macht Weg frei für Hochschul-Erweiterung

Gescheitert ist ein Antrag der Neu-Ulmer Ratsfraktionen von SPD, Grünen, FWG und FDP. Sie wollten eine B-Variante für den geplanten Hochschulneubau durchsetzen, um die alte Wiley-Sporthalle zu retten.

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2008 bezogen, ist der Neubau der Hochschule Neu-Ulm (HNU) im Wiley längst zu klein. Kein Wunder: Für maximal 2500 Studenten war das Gebäude konzipiert worden, mittlerweile studieren dort fast 3300 junge Leute - Tendenz leicht steigend. Insofern herrscht bei Hochschule, Stadt und Freistaat Bayern Einigkeit: ein Anbau muss her, will man die Attraktivität des Hochschulstandorts erhalten.

Strittig ist das Wie. Nach einem vom bayerischen Wissenschaftsministerium vorgesehenen und von Stadtverwaltung wie HNU favorisierten Plan soll der Erweiterungsbau als Verlängerung des bestehenden Gebäudes in Ost-Richtung erfolgen.  Dafür allerdings müsste die Wiley-Turnhalle, ein Relikt der US-Armee, abgerissen werden. 

Genau das wollten die Stadtratsfraktionen von SPD, Grünen, FWG und FDP gestern verhindern, und damit die CSU überstimmen. Hintergrund: Die Diskussion um die städtischen Sporthallen und den von Oberbürgermeister Gerold Noerenberg ins Spiel gebrachten Neubau einer Halle. Argumentation: Auf die voll belegte Wiley-Turnhalle könne man nicht verzichten. Und einen möglichen Hallenneubau sehen die Fraktionen äußerst kritisch. Schließlich sei es erklärte Absicht der Stadt Neu-Ulm, ihre Schulden reduzieren.

Ergo forderten SPD, Grüne, FWG und FDP zu prüfen, ob der Erweiterungsbau an anderer Stelle errichtet werden könne: im rechten Winkel zum bestehenden Gebäude (Variante B) oder als separater Bau entlang der Memminger Straße (Variante C). Ein Mitspracherecht hat die Stadt deshalb, weil sie den benötigten Grund und Boden erst noch an den Freistaat verkaufen muss, bevor der bauen kann.

Prof. Peter Pfab, Vertreter der Obersten Baubehörde Bayerns, verteidigte den ursprünglichen Anbau-Plan. Der ist das Ergebnis eines Wettbewerbs von 2004 und war seinerzeit vom Neu-Ulmer Stadtrat einhellig befürwortet worden. "Bei Variante B entsteht eine Hinterhofsituation", so Pfab, zukünftige Erweiterungen würden erschwert. Variante C erfordere wegen der räumlichen Entfernung zum bestehenden Bau gar eine doppelte Infrastruktur. "Diese Lösung ist unsinnig, es entstehen zwei getrennte Bereiche."

Sowohl Pfab als auch Noerenberg betonten, dass eine Neuplanung teurer werde und zeitliche Verzögerungen nach sich ziehe - die das Projekt dann womöglich scheitern ließen. Oder, wie CSU-Fraktionschef Dr. Bernhard Maier sagte: "Es geht darum, die Gelegenheit zum Neubau jetzt beim Schopf zu packen. Alles andere ist gefährlich."

Nach vierstündiger Debatte und einer Beratung mit dem Ältestenrat schlug Noerenberg eine Kompromisslösung zu, dem die Räte zustimmten. Inhalt: Die Stadt verfolgt Variante A, der Freistaat darf wie geplant bauen, die Wiley-Sporthalle wird abgerissen. Allerdings: Der Verkauf des Grundstücks muss so viel Geld einbringen, dass Neu-Ulm davon eine neue Einfachturnhalle bauen kann.

Der Weg zum Neubau
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