Stadtrat-Anträge im Sommerloch: Warum geht die Tür so schwer?

Ein OB hat eine Menge um die Ohren. Er muss sich um alles kümmern. Erst recht, wenn die Kommunalpolitik sich müht, aus dem Sommerloch zu kriechen. Fällt dies dazu noch in eine Zeit, in der für den Gemeinderat eine neue Amtsperiode anfängt, ist nichts in der Stadt vor Anträgen sicher.

|
Viel zu schwer zu öffnen, findet ein Stadtrat: Ausgangs- und Eingangstür zur Tiefgarage.  Foto: 

Die Stadträte überschlagen sich mit parlamentarischen Initiativen, sorgen sich um den Karlsplatz, die Nahversorgung in der Wissenschaftsstadt, schlagen neue Orte für kulturelles Leben vor. Vor allem kümmern sich Stadträte im wahrsten Sinne des Wortes um jeden Dreck. Ist doch die Sauberkeit, die mancherorts in der Stadt zu wünschen übrig lässt, weil dies halt auch zum Wesen einer Stadt gehört, allen wichtig. Also stehen überquellende Abfallkörbe und verdreckte Flussufer in der Antrags-Beliebtheitsskala aller Parteien ganz weit oben.

Anträge, für ein sauber(er)es Ulm zu sorgen, folgen gleich hinter Initiativen, die alltägliche Sorgen des Bürgers zum Inhalt haben. Eben die kleinen Nöte. Als ein Ärgernis hat sich für Gerhard Bühler, Stadtrat der FWG, eine Folge der Sanierung der Tiefgarage Kornhaus entpuppt.

Das Parkhaus, verspätet im Frühjahr wieder eröffnet, ist im Zuge der Runderneuerung an den Ausgängen mit neuen massiven Stahltüren versehen worden. Bühler hat nun festgestellt, dass diese Türen "nach echt schwäbischer Sitte, auch immer zu sein müssen, weshalb Türschließer angebracht wurden".

Die Folgen beschreibt der Stadtrat eindrücklich: "Die Türen sind nur unter großer Kraftanwendung zu öffnen. Dies ist beim Verlassen noch einigermaßen möglich, aber bei der Rückkehr, womöglich mit einer Einkaufstasche in der Hand, wird es zur Herausforderung. Ein Abstellen der Tasche ist nicht zu empfehlen, da der Boden mehr als verschmutzt ist. Wenn die Tür geöffnet ist und man Richtung Auto geht, wird man mit einem Schlag verabschiedet, der jeden Schuss in den Schatten stellt. Was ist passiert? Nichts, als dass die Tür mit Schwung ins Schloss gefallen ist. Und so werden Tiefgaragen-Besucher den ganzen Tag unterhalten."

Bühler findet das weniger unterhaltsam. Humorlos stellt er folgende Fragen:

- Warum kann die Tür tagsüber nicht geöffnet bleiben?

- Warum wird der Türschließer so hart eingestellt?

- Warum findet eine Reinigung der Treppen nur selten statt?

Nun ist OB Ivo Gönner gefordert. Stadtrat Bühler erwartet "baldige Antworten".
 

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Rätselhafter Fall in Warthausen: Eine Tote und zwei Verletzte

Bei einer noch nicht aufgeklärten Gewalttat in Warthausen (Landkreis Biberach) sind eine Frau getötet und zwei Männer verletzt worden. weiter lesen