Stadthaus-Programm 2016: Fotografie, Quilts und Neue-Musik-Festival

Das Stadthaus hat jede Menge vor in diesem Jahr: Fotografie, farbenfrohe Quilts der Amischen und im April wieder ein fünftägiges Festival mit Neuer Musik. Am Mittwoch wurde das Programm vorgestellt.

|
Das alles gibt es 2016 im Stadthaus: beeindruckende Tierfotografien Nick Brandts, wieder ein Festival mit Neue Musik mit Anna Clementi sowie amische Quilts aus der Ulmer Sammlung Schlumberger-Rentschler.  Foto: 

Vor dem Ausblick aufs neue Programm gab's am Mittwoch bei der Vorstellung des Stadthaus-Jahresprogramms 2016 erst mal einen Rückblick. Und der war positiv. "Das Stadthaus hat ein gutes Jahr hinter sich", erklärte dessen Leiterin Karla Nieraad. Und das sagte sie, obwohl in den vergangenen zwölf Monaten nur 169.000 Besucher den Richard-Meier-Bau kamen - 25.000 weniger als im Vorjahr.

Der Grund dafür: Statt der üblichen drei großen Ausstellungen zeigte das Stadthaus im vergangenen Jahr nur zwei - etwa fünf Monate lang eine Schau über Richard Meier und dessen Architektur, die knapp 10.000 Besucher anzog, aber nicht mit den Publikumsrennern des Vorjahres mithalten konnte. Allein die Ausstellung "Urbanes Leuchten" mit den Satellitenfotos von Ballungsräumen hatten 35.000 Besucher gesehen, und der Name Bryan Adams hatte nicht nur Fotofreunde, sondern auch Popfans zu seinen Fotografien kriegsversehrter Soldaten ins Stadthaus gelockt. Dafür hatten Architektur-Fachmagazine aus aller Welt über die Meier-Schau im vergangenen Jahr im Meier-Bau berichtet. "Da war Ulm mal international sehr präsent", sagt Nieraad, "und für so viel Resonanz kann man auch ein paar Besucher weniger verschmerzen".

Die gute Nachricht: Auch wenn das Haushaltsjahr noch nicht abgeschlossen ist, hat das Stadthaus nach den derzeitigen Berechnungen wieder einen Überschuss von rund 85.000 Euro erwirtschaftet - und der fließt ins Programm.

Das startet im März mit zwei Ausstellungen, die erstaunliche Blickwinkel versprechen. In der Schau "Crossdressing" nähern sich fünf Fotografen Männern in Frauenkleidern (und umgekehrt) an. Parallel dazu gibt es in der Kabinettausstellung "Fundstücke" Ulmer Raritäten: Fotografien, die der Reisefotograf Felix Alexander Oppenheim 1855 in Ulm gemacht hat und die bislang noch nie öffentlich gezeigt wurden. Echte Fundstücke.

Im Sommer hält die Tierwelt Afrikas Einzug ins Stadthaus - teils in Originalgröße, denn die Fotografien Nick Brandts sind riesig, bis zu 2,8 Meter hoch und bis zu 4,5 Meter breit. Was die Aufnahmen des Fotografen, der bei den Dreharbeiten zu Michael Jacksons "Earth Song" Afrika kennenlernte und seitdem von der Fauna des Kontinents fasziniert ist, sind die Details. Der passionierte Tierschützer Brandt fotografiert die Tiere ohne Teleobjektiv aus nächster Nähe, und das sieht man diesen beeindruckenden Aufnahmen an.

Verblüffend dürfte auch die letzte Ausstellung im Stadthausjahr sein: amische Quilts aus der Ulmer Sammlung Schlumberger-Rentschler. Verblüffend, weil die Designs dieser Quilts bereits Mitte des 19. Jahrhundert Formen und Farben zeigen, die stark an Werke eines Victor Vasarely oder Frank Stella aus der Mitte des 20. Jahrhunderts erinnern. "Nicht ganz zufällig wurden die Quilts auch in den 60er Jahren von Museen und Sammlern entdeckt", sagt die Kuratorin der Schau, Katharina Ahr.

1996 gründete sich die "Neue Musik im Stadthaus - und nach einem Jahr Pause gibt es im April wieder ein Festival. Diesmal nimmt sich Projektleiter Jürgen Grözinger an fünf Festivaltagen dem Thema Schönheit an. Weil er damit nicht das gelackte Äußere des Mainstreams meint, firmiert das Festival unter dem Titel "Beautybroken". Das European Music Project wird als Ensemble in Residence mit Künstlern wie Miako Klein, Elisabeth Haselberger (Blockflöten) und die Vokalistin Anna Clementi zusammenarbeiten. Letztere wird unter anderem eine ihr gewidmete Komposition Dieter Schnebels im Stadthaus uraufführen.

Und erstmals ist auch die Musikschule Ulm mit von der Partie. Deren Schüler werden sich ganz unabhängig mit dem Thema Schönheit beschäftigen und ihre Ergebnisse an zwei Abenden vor den Festivalkonzerten präsentieren.

Noch eine Kooperation: Das Theater Ulm wird an einem Abend die Wiener Schule und Alban Bergs Oper "Lulu" thematisieren, die in der nächsten Spielzeit auf dem Theaterspielplan steht.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ratiopharm Ulm gegen Oldenburg: Im Norden nichts Neues

Basketball-Bundesligist Ratiopharm Ulm steckt weiter in der Krise. Die Schwaben verloren bei den EWE Baskets Oldenburg mit 83:94 und kassierten die fünfte Niederlage im sechsten Spiel. weiter lesen