Sprengungen für Albabstiegstunnel: "Die Gläser werden nicht scheppern"

Sprengungen beim Bau des Albabstiegstunnels führen zu Erschütterungen. "Sie fallen aber nicht vom Stuhl", sagte der Bahn-Projektleiter zu Bürgern.

|

Das Thema zieht - zweifellos. Wie lange dauern die Arbeiten am Albabstiegstunnel? Wie graben sich die Mineure in den Röhren voran? Wie viele Lkw pro Tag werden den Aushub abtransportieren? Welchen Weg werden die Lastwagen nehmen? In der vergangenen Woche hatten sich auf Einladung der Freien Wähler über 200 Bürger in der Lehrer Schönenberghalle für alle Fragen rund um den 250 Millionen Euro teuren Albabstiegstunnel interessiert.

Rund 70 Bürger folgten jetzt am Mittwoch der Einladung des CDU-Stadtteilverbands Eselsberg - und wie schon eine Woche zuvor war es wieder an Bahn-Projektleiter Dr. Stefan Kielbassa, über Arbeitsabläufe zu berichten und Fragen zu beantworten. In sachlicher Atmosphäre. Bei zwei Punkten schienen die Bürger allerdings etwas hellhörig zu werden. Zum einen, als es um die Arbeiten im fast sechs Kilometer langen Tunnel zwischen Dornstadt und Ulm ging und Kielbassa von "Sprengvortrieb" sprach. Auf Nachfrage erklärte er, dass bei massivem Fels gesprengt werden müsse, "es treten dann Erschütterungen auf. Das ist unvermeidbar", sagte der Bahn-Projektleiter. Manche Häuser liegen ja nur zwischen 14 und 18 Meter über dem Tunnel. Kielbassa beruhigte die Bürger aber im gleichen Atemzug. "Sie fallen deshalb nicht vom Stuhl. Auch die Gläser in den Schränken werden nicht scheppern. Wir verwenden möglichst wenig Sprengstoff", versprach er. Allerdings räumte Kielbassa ein, dass die Arbeiten im "Rundumbetrieb" erfolgen, sprich: sieben Tage in der Woche und täglich 24 Stunden.

Ein zweiter Punkt, der für Nachfragen gut war: die Erschütterungen, die die Züge beim Befahren des Tunnels verursachen. Die Bahn werde für einen "Schall- und Erschütterungsschutz unter der Wohnbebauung" sorgen, sagte Kielbassa. Ein "Masse-Feder-System" werde unter dem Lehrer Tal auf einer Länge von 230 Meter und unter dem Michelsberg auf einer Länge von 400 Meter eingebaut. Damit würden die Schwingungen, die, abhängig vom Gestein, nach oben übertragen werden, reduziert.

Kielbassa wünschte zum Abschluss keine "Gute Nacht", sondern als Tunnelbauer: "Glück auf!"

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Albabstiegstunnel

Der Albabstiegstunnel ist Teil der Neubaustrecke von Stuttgart nach Ulm. Die Rohbauarbeiten für den 5,9 Kilometer langen Tunnel von Dornstadt nach Ulm sollen 2018 beendet sein. 2021 soll der Tunnel in Betrieb gehen.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ulmer Basketballern gelingt der siebte Streich

Das Ratiopharm-Team setzt sich zuhause mit 72:69 gegen Würzburg und setzt seine Erfolgsserie fort. Das Duell zweier ehemaligen Ulmer Teamkollegen gerät zur eindeutigen Sache. weiter lesen