Sperrmüllproblem in der Schülinstraße

Sperrmüll aus einem Mehrfamilienhaus lagerte seit Dienstag im Freien. Gestern waren die Entsorgungsbetriebe im Sondereinsatz.

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    Der gestrige EBU-Großeinsatz mit entsprechendem Fuhrpark wird teuer für den Verursacher. Foto: 
  • So viel Sperrmüll lagerte Anfang der Woche in der Schülinstraße. Dieser Anblick ärgerte vor allem die Nachbarn. 2/2
    So viel Sperrmüll lagerte Anfang der Woche in der Schülinstraße. Dieser Anblick ärgerte vor allem die Nachbarn. Foto: 
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Am Freitag gegen 10 Uhr wurden die letzten Sperrmüllteile in den Container geworfen und die Straße gekehrt. Man sieht nur noch an der aufgewühlten Grünfläche zwischen Gehweg und Straßenrand, dass dort etwas gelegen haben muss. Seit Dienstag jedoch hatte es in der Schülinstraße in der Oststadt ausgesehen wie im Mai vergangenen Jahres in Einsingen nach dem Hochwasser, als sämtliche Haushalte einer betroffenen Straße ihr nasses Keller­inventar zur außerplanmäßigen Sperrmüll-Abholung rausgestellt hatten – alles sauber sortiert.

In der Schülinstraße indes lagen zwischen Holzmöbeln, Matratzen und Einkaufswagen auch Metallschrott, leere Kartons, Elektrogeräte, Autoreifen und Farbeimer, was nicht als Sperrmüll zählt. Die Ursache dieses Müll-Durcheinanders: Ein Hausbesitzer, der gar nicht in Ulm lebt, hatte sein Mehrfamilienhaus von einer Entrümpelungsfirma ausräumen lassen.

Nicht korrekt sortiert

„Er hatte bei uns zwar für sieben Hauseinheiten die Sperrmüllabholung von je zwei Kubikmetern bestellt“, sagt Philip Lipari, Dis­ponent der Müllabfuhr bei den städtischen Entsorgungsbetrieben (EBU). Als seine Kollegen am Donnerstag aber anrückten, hätten sie nur Fotos gemacht „von dem Riesenberg, der nicht korrekt sortiert war und Sondermüll enthielt“, betont Lipari.

Nach Beschwerden der Nachbarn waren auch Polizei, Bürgerdienste und der Hausverwalter vor Ort. Dieser habe dann darum gebeten, dass die EBU alles entsorgen. Denn wenn er erst noch eine Privatfirma beauftragt hätte, wäre der Entrümpelungsmüll wohl erst nächste Woche abgeholt worden, vermutet Lipari.

So haben die EBU einen Sondereinsatz gestemmt samt Bagger, Containerfahrzeug und Sperrmüllauto. Solch ein Einsatz werde nicht nach Mengen, sondern stündlich – 85 Euro pro Stunde – abgerechnet, „weil man ja alles sortieren muss“, erklärt Lipari. Hinzu kommen Maschineneinsatz und Manpower. Und: Den Sondermüll zu entsorgen, lässt sich ein Subunternehmer bezahlen. Die Aktion werde sicherlich mehrere hundert Euro kosten.

Ein Anlieger, der die Polizei gerufen hatte, „weil nachts gleich Plünderer kamen“, ist Peter Segerer. Er hat die Entrümpelung beobachtet und auch fotografiert. Mit den Männern der Entrümpelungsfirma habe man aber nicht sprechen können. „Die konnten kein Deutsch.“ Und die Polizei habe sich weder um den Müll, noch um die Plünderer gekümmert, kritisiert er.

Ist das Diebstahl, wenn Fremde Sperrmüllteile mitnehmen? Es hänge davon ab, was sich der Besitzer beim Rausstellen des Sperrmülls „subjektiv gedacht hat“, sagt Michael Klausner, Pressesprecher beim Amtsgericht Ulm. Wenn der Besitzer sich definitiv davon getrennt habe und jemand lässt etwas mitgehen, sei dies nur eine Fundunterschlagung, weil die Sache ja herrenlos ist. Wenn der Besitzer aber das Teil am nächsten Morgen doch wieder ins Haus holen möchte und es fehlt, könne es Diebstahl sein. Und was sind Plünderer? „Dieser Begriff existiert nur in der Umgangssprache, nicht in unserer Rechtsprechung.“

Sperrmüll Dies sind etwa Matratzen, Sofas und Teppiche. Auch Holzmöbel, jedoch können diese auf dem Recyclinghof in den Holzcontainer geworfen werden und werden nicht als Sperrmüllanlieferung registriert, heißt es auf der EBU-Homepage. Auch für Metallschrott gibt es einen Container, oder er muss getrennt bereitliegen, weil diesen ein Extrafahrzeug abholt.

Kein Sperrmüll Alles, was in die Restmülltonne passt, asbesthaltige Abfälle, Malerfarben, Kraftfahrzeugteile und -reifen, Nachtspeicheröfen, Öl-Öfen und Öltanks sowie Wertstoffe wie Kartonagen und Altpapier.

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