Spender ermöglichen krebskrankem Jungen Operation

Izet Arnautovic ist operiert. Es geht ihm gut. Spender aus der gesamten Region und ein Unternehmer, der den Hauptbetrag zahlt, hatten dem krebskranken Jungen den schwierigen Eingriff in Ulm ermöglicht.

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Izet Arnautovic und seine Tante Shejla Ipek strahlen: Die Tumoroperation ist gut verlaufen. Die Nachbehandlung hat begonnen. Privatfoto

Er ist glücklich. Auf dem Krankenhausflur der Uniklinik kann er sich schon wieder allein bewegen. Nur das operierte rechte Bein darf er noch nicht belasten. Damit wird er voraussichtlich erst Ende Juni beginnen können.

Izet Arnautovic (14), ein sportlicher bosnischer Junge aus Sarajewo mit Bezug zur Region, in der viele seiner Verwandten leben, wurde inzwischen an der Kinder- und Jugendklinik der Uni Ulm wegen des Tumors im rechten Unterschenkel operiert. Es war ein schwieriger Eingriff, die Operation dauerte lange. Aber er hat sie gut überstanden. "Er wollte nach der Operation sofort alles sehen und hat sich auch die Röntgenbilder genau angeschaut", erzählt seine Tante Shejla Ipek aus Leipheim. Das rechte Bein, das ihm sonst in Sarajewo amputiert worden wäre, weil dort die medizinischen Möglichkeiten für diesen Eingriff nicht vorhanden sind, dürfte gerettet sein, sagen Ärzte.

Shejla Ipek hatte die Hilfsaktion gestartet, die die Operation an der Uniklinik Ulm erst möglich machte. Viele Spender überwiesen Beträge, kleine und größere, um dem Jungen die Amputation zu ersparen. Schulklassen sammelten - und ein Unternehmer aus der Region erklärte sich bereit, den Restbetrag für die Operation zu übernehmen. Heute wissen sie: Sie alle haben geholfen, dem Jungen das Bein zu retten.

Die Behandlung ist mit der Operation freilich noch nicht abgeschlossen. Vor kurzem begann in der Uniklinik die Chemotherapie, der sich Izet Arnautovic unterziehen muss. Sie soll auch Restkrebszellen abtöten, die die Operateure möglicherweise nicht erwischt haben, und so das Risiko einer Rückkehr des Tumors deutlich mindern. Diese Nachbehandlung, die in mehreren Zyklen erfolgt, zieht sich bis zum September hin. Der Anfang war schwer, man braucht viel Geduld, erzählt Shejla Ipek, die den Jungen oft besucht. Es ging ihm nach der ersten Chemotherapie schlecht. Inzwischen hat er sich erholt.

Die Klinikärzte sagen, es sei alles in Ordnung. Trotzdem schwingt immer die Sorge mit, es könnte doch noch Tumorgewebe zurückgeblieben sein. Derzeit warten sie auf das Ergebnis einer Biopsie, der Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem Bein. Shejla Ipek und andere Verwandte, die ihn regelmäßig besuchen, drücken die Daumen, dass das Ergebnis gut ausfällt.

Für die Zeit der Chemotherapie wird der Junge in Ulm bleiben. Später muss er zur Nachkontrolle alle drei Monate zurückkehren. Und die Ärzte plädieren dafür, dass Izet Arnautovic noch in Ulm eine Physiotherapie absolvieren kann. Schließlich soll das Bein, in das ein fremdes Knochenstück eingebaut werden musste, nachdem der Tumor herausgeschnitten wurde, wieder seine volle Beweglichkeit erhalten. In Sarajewo gibt es die modernen Methoden nicht, berichtete Ipek.

All das kostet mehr Geld, als die Familie besitzt. Der Förderkreis tumor- und leukämiekranke Kinder Ulm will weiter Zimmer zur Verfügung stellen, versprach er Ipek. Er hat ein Konto eingerichtet und bittet um Hilfe, um dem Jungen die noch ausstehende Behandlungen finanzieren zu können.

Info Die Familie des Jungen bittet um Spenden auf das Konto des Förderkreises, Kontonummer 9 00 90 35, Bankleitzahl 63 09 01 00, bei der Ulmer Volksbank, Verwendungszweck: Izet.

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