Spekulation über Abt-Neubau am Münsterplatz in Ulm

In der Ulmer City gibt es Erwartungen, dass der neue Abt-Eigentümer Erwin Müller einen großen Wurf am Münsterplatz plant. Noch ist aber nichts konkret.

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  • Weicht das Nachkriegsgebäude von Abt einem Neubau? Über ein solches Projekt denkt offenbar Erwin Müller nach. 1/2
    Weicht das Nachkriegsgebäude von Abt einem Neubau? Über ein solches Projekt denkt offenbar Erwin Müller nach. Foto: 
  • Die vereinigten Hüttenwerke im Hinterhof kämen dann auch weg. 2/2
    Die vereinigten Hüttenwerke im Hinterhof kämen dann auch weg. Foto: 
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In den vergangenen Tagen haben sich Hinweise verstärkt, nach denen Drogerie-Unternehmer Erwin Müller im Zuge des Erwerbs von Abt am Münsterplatz über eine grundlegende Neuordnung des innerstädtischen Standorts nachdenkt: mit einem Neubau, der auch umliegende, noch zu kaufende Grundstücke einschließen könnte. Dabei gibt es womöglich eine Vision, wie das Areal zwischen Münsterplatz, Platzgasse, Rebengasse und Pfauengasse in Zukunft aussehen könnte. Dabei würde aus Sicht von Beobachtern der Altbau aus der Nachkriegszeit abgerissen. Mit seinen Zwischengeschossen und verwinkelten Flächen ist das Gebäude für Handelszwecke ohnehin nicht ideal geeignet. In diesem Kontext könnte auch eine Tiefgarage entstehen. Das Ganze würde natürlich die Archäologen auf den Plan rufen, die hier bei Grabungen sicherlich mit Fundstücken rechnen würden. Es stellt sich außerdem die Frage, ob in einem solchen raumgreifenden Neubau auch Wohnungen entstehen könnten – die in dieser zentralen Lage zweifellos auf hohe Nachfrage treffen dürften.

Bei der Stadt liegt zwar keine konkrete Anfrage für ein Projekt in der Größenordnung vor. Pressesprecherin Marlies Gildehaus machte jedoch deutlich, die Stadtverwaltung gehe davon aus, dass „intensiv geprüft wird, was die richtige wirtschaftliche und städtebauliche Antwort auf diesen Standort ist.“ Zwischen der Stadtspitze und dem neuen Eigentümer Erwin Müller sei eine „enge Abstimmung vereinbart, um sicherzustellen, dass in jedem Fall die städtebauliche und architektonische Qualität an diesem zentralen Standort gesichert wird.“

Dabei stellt sich beispielsweise auch die Frage, ob das Gebäude wie die angrenzende Bebauung am Münsterplatz eine Giebelfront erhält. Die Spekulationen um die Abt-Immobilie haben nach Einschätzung aus Handelskreisen auch deshalb zugenommen, weil der frühere Abt-Firmenchef Erich Schwaderer, der bis zuletzt eine Wohnung im Obergeschoss des Hauses hatte, zuletzt verstorben ist. Seitens Drogerie Müller dementierte Anita Müller freilich die Gerüchte, die nach ihren Worten „jeglicher Grundlage entbehren“. Es scheint zumindest festzustehen, dass Erwin Müller keinen letztendlichen Beschluss in der Sache gefällt hat.

„Könnte mir das gut vorstellen“

Ein Abt-Neubau würde vermutlich nur dann Sinn machen, wenn Müller umliegende Gebäude hinzuziehen könnte: das vorgebaute Haus in der Platzgasse, in dem sich im Erdgeschoss Schreibwaren Hutter befindet, sowie das Gebäude von Juwelier Roth an der Ecke Platzgasse/Rebengasse. Bei Roth ist aber ein Ladenumbau angekündigt, dort läuft derzeit der Räumungsverkauf.  Im weiteren Verlauf der Rebengasse gibt es noch ein angebautes, flacheres Abt-Gebäude, das ebenfalls keine Schönheit ist und weg könnte.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet hätte ein umfassendes Abt-Projekt auch für den Immobilien-Experten Volker Munk einigen Charme: „Ich könnte mir das gut vorstellen.“ Munk erinnerte daran, dass noch zu Zeiten des Grabensee-Leerstands schonmal eine Lösung für die Platzgasse mit dem Charakter einer Einkaufspassage angedacht war. Solche Konzepte könnten nun eventuell wieder aufleben. Erwin Müller habe in der Gestaltung seiner Filialen immer wieder gezeigt, dass er ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis schaffen könne.

Müller Drogerie-Unternehmer Erwin Müller (85) hatte das 1879 gegründete Handelshaus Abt in einem spektakulären Schritt Anfang August übernommen. Es wurde darüber spekuliert, dass der Kaufpreis bei 15 Millionen Euro liegen könnte. Abt beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Drogerie Müller ist das größte Unternehmen in Ulm: mit fast 4 Milliarden Euro Umsatz, 34.000 Mitarbeitern, 821 Filialen.

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