SPD denkt über weitere Straßenbahnlinie nach

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Wie geht es weiter mit der Straßenbahn? Diese Frage warf die SPD-Fraktionsvorsitzende Dorothee Kühne bei den Haushaltsberatungen auf, um gleich selbst eine mögliche Antwort zu geben. Kühne könnte sich vorstellen, die Straßenbahnlinie 1 über Söflingen hinaus zu verlängern, die neuen Wohngebiete und auch Wiblingen anzuschließen. Es gelte, die Potenziale zu nutzen, die Wohngebiete weiter aufzuwerten und dem Nahverkehr neuen Schub zu verleihen. Schon die Verlängerung der Linie 1 nach Böfingen habe eindeutig gezeigt: „Die Straßenbahn ist ein enormer Aufwertungsfaktor für den Nahverkehr.“

OB Gunter Czisch reagierte durchaus offen für diesen Gedanken. Er setzt auch auf die Nachbarstadt Neu-Ulm. Wenn sich die Fördermöglichkeiten verbesserten, könnte die Straßenbahn auch für Neu-Ulm ein Zukunftsthema sein. Czisch wünscht sich mehr Offenheit beim Thema Nahverkehr: „Wir sollten uns die verkrampften Diskussionen abgewöhnen.“ Mit dem Nahverkehr werden sich die Stadträte eingehend befassen, darunter mit Fragen wie dem Regio-S-Bahn-Konzept, Elektromobilität, Digitalisierung. Auch wegen der Vielzahl an Konzessionen sei der Nahverkehr ein schwieriges Thema, sagte Czisch. Mobilität werde zudem in der Stadt anders definiert als im ländlichen Raum. cik

Kommentar: Es lebe die Straßenbahn

Visionen, sagte Alt-OB Ivo Gönner, seien die Vorstufe von Halluzinationen. Dass dieser Satz nicht immer ernst gemeint war, weiß jeder, der die pragmatische, aber weitblickende Politik Gönners in seinen 24 Amtsjahren Revue passieren lässt. Eines dieser zukunftsgerichteten Projekte war der Ausbau der Straßenbahn – trotz des Bürgerentscheids, der das Fünf-Linien-Konzept gekippt hatte.

Wenn jetzt Gönners Partei-
freundin Dorothee Kühne laut über einen weiteren Ausbau des Straßenbahnnetzes nachdenkt, dann hat das nichts mit Halluzination zu tun. Sicher, die Verlängerung der Linie 1 über Söflingen hinaus oder gar der Bau einer weiteren Linie ist nichts, was auf der politischen Agenda ganz oben steht. Dennoch ist es ein echtes Zukunftsthema.

Ulm und Neu-Ulm müssen den öffentlichen Nahverkehr stärken. Die Straßenbahn ist einfach das beliebteste Nahverkehrsmittel. Seit sie nach Böfingen fährt, haben die Fahrgastzahlen sprunghaft zugenommen. Die Einwohnerzahlen in beiden Städten steigen, es entstehen neue Wohngebiete, für die ein besserer Nahverkehr attraktiv wäre – man denke allein an den Neu-Ulmer Süden mit den künftigen Wohngebieten in Wiley-Nord, Ulmer Hofgut und Ulmer Riedteile. Dass sie einmal über die Straßenbahn erschlossen werden, ist eine Vision. Aber eine, die irgendwann Wirklichkeit werden könnte.

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Kommentare

09.12.2016 21:47 Uhr

Antwort auf „Busse sind besser”

Herr Hub, Ihre geographischen Kenntnisse von Ulm halten sich in Grenzen. Aber für einen herzhaften Lacher waren Ihre Zeilen gut.
Eine Stadt, die die einen großen Teil ihres Stromes selber produziert, ist mit einer Straßenbahn sehr gut kompatibel. Ein großer Teil des Ulmer Straßenbahnnetzes ist auch für Notfallfahrzeuge befahrbar.
Das Problem eines Verkehrstaus oder einer Rushhour stellt sich für eine Straßenbahn auf einer abgetrennten Trasse nicht. Takte können veränderten Anforderungen leicht angepasst werden.
Dass Straßenbahnen auf den Hauptstrecken, den späteren Einsatz von Elektrobussen auf weniger fahrgastintensiven Strecken ausschließen, hat auch niemand bisher behauptet. Das richtige Verlkehrsmittel für die jeweiligen Stadtquartiere. Ulm ist da auf dem richtigen Weg.

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09.12.2016 21:32 Uhr

Busse sind besser

Busse sind deutlich besser, da sie besser aufgefächert werden können. Bei Stau kann man eigene Bustrassen anlegen, wie es in Ulm teilweise schon existiert. Der Vorteil ist, dass auch Polizei und Rettungskräfte diese Trasse nutzen können.
Straßenbahnen sind ein inkompatibles System, das nur Dank Subvention konkurrenzfähig ist.
Wenn schon Bahn, dann U-Bahn.

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09.12.2016 21:27 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „ist heute der erste April?””

Ich bin selten mit Ihnen einer Meinung. Diesmal haben sie mit jedem Satz Recht.
Gerade Straßenbahnen sind langfristig planbare Infrastrukturprojekte.
Sie sind Teil eines Jahrzehnte im Voraus denkenden Quartiersmanagements der Kommune, das eben nicht nur neuen Wohnraum schaffen soll, sondern auch die Verkehrsströme dieser Viertel verträglich und effizient regeln muss.
Es macht Sinn, bereits heute die Diskussion mit den Bürgern zu suchen, wie diese erfolgreiche Vision von einem nachhaltigen Nahverkehr weiter umgesetzt werden kann.
Je früher die Betroffenen in den Erweiterungszonen eingebunden werden, umso früher können Streitpunkte erkannt und ausgeräumt werden.

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09.12.2016 17:41 Uhr

Antwort auf „ist heute der erste April?”

Die ganze Welt baut momentan Straßenbahnen, Rio, Edinburgh, London um nur einige zu nennen.
Straßenbahnen sind schnell, energiesparend und umweltschonend.
Während autonome Elektrobusse weder ausgereift noch umweltschonend sind.
Giftige brandgefährliche Batterien die bereits lange vor dem Ende der Lebensdauer der Busse ausgetauscht werden müssen und auf dem Sondermüll landen, sind nicht die Zukunft.
Zudem stecken Busse im Gegensatz zu Straßenbahnen üblicherweise im selben Stau wie die PKWs.
Gerade in Ulm gibt es im Stadtverkehr wenige Buslinien, die spürbar schneller am Ziel sind, als ein Fußgänger.

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09.12.2016 16:47 Uhr

Antwort auf „ist heute der erste April?”

Herr Becking, wo fahren denn aktuell autonome Elektrobusse oder sind geplant?
Sehen sie sich die Planungen an, da werden sie sehen daß in den meisten Städten mit Straßenbahnen auch Erweiterungen in Vorbereitung sind!

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09.12.2016 13:15 Uhr

ist heute der erste April?

ich kann Herr Spötter nur zustimmen! Lest mal die aktuellen Studien zur verkehrsentwicklung in den Städten. Niemand setzt mehr auf Strassenbahnen; Trend sind autonome Elektrobusse!

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09.12.2016 08:49 Uhr

Mein Gott,

macht doch erstmal aktuelle Projekte fertig...

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