SPD beklagt Mitgliederschwund

Hauptversammlung des Ulmer SPD-Kreisverbandes: Das hieß Vorstandswahlen, bei denen Martin Rivoir als Vorsitzender bestätigt wurde. Doch auch mit im Programm: die große Sorge um die Mitgliederzahlen.

|
Der Vorstand der Ulmer SPD (von links): Andrea Schiele, Katja Hoffmann, Günter Stiffel, Martin Ansbacher, Vorsitzender Martin Rivoir, Ingo Bergmann, Therese Wimmer, Petra Bergmann, Hans-Georg Butz; krankheitshalber fehlten bei den Wahlen Ulrike Schanz und Holger Oellermann. Foto: Karin Reimold

2013 ist Wahljahr. Auch für den SPD-Kreisverband Ulm. 41 Genossinnen und Genossen waren im AWO-Gebäude, um über die Besetzung des Vorstands abzustimmen, der die Partei in den anstehenden Bundestags-Wahlkampf führt. Mit 39 Stimmen (eine Enthaltung, ein ungültiger Wahlzettel) wurde der bisherige Kreisvorsitzende Martin Rivoir in seinem Amt bestätigt. Der Landtagsabgeordnete und Stadtrat dankte für "das eindeutige Ergebnis". Auch seine beiden Stellvertreter Martin Ansbacher und Therese Wimmer stellten sich erfolgreich der Wiederwahl.

So locker die Atmosphäre auch war, in der Rivoir das politische Veranstaltungsjahr der Ulmer SPD schilderte, so besorgt blickt der Parteichef auf das dürftige Interesse. "Leider muss man sagen, dass unser munteres Veranstaltungsangebot von den Parteimitgliedern nicht so gut besucht wurde."

Ein beherrschendes Thema: die Mitgliederentwicklung, die der bei den Wahlen ebenfalls bestätigte Kassierer Günther Stiffel bedenklich findet: Die Ulmer SPD hatte 2011 noch 357 eingetragene Mitglieder, Ende vergangenen Jahres waren es nur noch 339. "Das sind 18 Mitglieder weniger, ein Schwund von fünf Prozent. So darf es nicht weitergehen." Rivoir relativierte und sprach von einer immer noch "ganz guten Basis". Einen Grund für den Mitgliederrückgang sieht er im gesellschaftlichen Wandel: "Als ich in den 80er Jahren in die SPD eingetreten bin, gab es kein Internet. Die Parteizugehörigkeit war auch eine gute Möglichkeit, Kontakte aufzubauen."

Für den Kommunalwahlkampf im Jahr 2014 rechnet Rivoir mit Kosten von 120 000 Euro. Marschroute für die kommenden Monate: mehr Mitglieder, mehr Mandate, dadurch mehr Einfluss und mehr Geld. So stand es zumindest zum Abschluss des Berichts des Kassiers. Vor allem mehr junge Leute müsse man in die Partei holen, meldete sich Norbert Rupsch vom Juso-Kreisvorstand zu Wort. Immerhin: Vier neue Mitglieder konnten auf der Hauptversammlung begrüßt werden.

Derweil richtete Rivoir den Blick noch weiter nach vorn: 2015 feiert die Ulmer SPD ihr 125-jähriges Bestehen. Mit Hilfe des Archivs der ehemaligen sozialdemokratischen Tageszeitung Donauwacht, wolle man bald damit beginnen, die Parteigeschichte zu dokumentieren. Zum Jubiläumsjahr soll es eine wissenschaftliche Arbeit geben.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

25.02.2013 08:25 Uhr

Bei der Politik!

Na, bei der Politik wäre ich froh, wenn ich überhaupt noch MItglieder hätte.

Wobei es traurig ist, wie die SPD inzwischen aussieht. Wir bräuchten sie dringend, aber eine SPD für die Leute, nicht für die Bosse, was sie seit Gasprom-Schröder leider ist. Warum, sieht man ja am jetzigen Job von Schröder.

Und Steinbrück? Nein, der erwärmt die Herzen der Menschen nicht. Genauso ein Fehlgriff wie der FDP-Vorsitzende.

Irgendwie wäre das doch eine gute Voraussetzung für eine Koalition Steinbrück - Rösler.

Oh Herr, hilf!

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gutes Wahlergebnis für die AfD in Wiblingen

In Wiblingen hat die AfD bis zu 25 Prozent bekommen. Ein Großteil vermutlich von den Russlanddeutschen wie die Partei selbst sagt. Warum? weiter lesen