Sparkasse mit Rekord

Die mittelständischen Unternehmen sorgen für die wirtschaftliche Stabilität der Region und ermöglichen der Sparkasse derzeit eine gefahrlose Kreditvergabe. Sie hat daher einen Rekordüberschuss erzielt.

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Manfred Oster: Robuster Mittelstand sorgt für wirtschaftliche Stärke. Foto: M. Kessler

Die Wirtschaftsregion Ulm ist noch stärker als dies wahrgenommen wird. "Das verdient mehr Aufmerksamkeit", sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Ulm, Manfred Oster, gestern bei der Vorstellung der Bilanz. Die regionalen Unternehmen sorgten mit ihrer Stabilität für solide Arbeitsplätze. Die Situation in und um Ulm sei vorbildhaft für ganz Deutschland und ohnehin "nicht zu vergleichen mit dem übrigen Europa" und der teils enorm hohen Arbeitslosigkeit.

In diesem Umfeld hat die Sparkasse - das mit Abstand größte Kreditinstitut der Region - ein glänzendes Geschäftsjahr mit einem Rekordüberschuss hingelegt. Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge war mit 73 Millionen Euro höher als vor Risikobewertung, weil mehr Rückstellungen für gefährdete Kredite aufgelöst als gebildet wurden. Dies deutet nach Osters Worten auf einen robusten Mittelstand hin.

Die Sparkasse zahlt aus ihrem Ergebnis nicht nur 18 Millionen Euro Steuern, sondern baut ihre Rücklagen und somit den Spielraum bei künftigen Kreditvergaben aus. Oster und seine Kollegen Wolfgang Hach und Andrea Grusdas rechtfertigten, dass es trotz hoher Gewinne nicht möglich sei, mehr Zinsen für kleinere Sparguthaben zu bezahlen. Denn die Zinsen für Kredite sind stark gesunken, und "eine Zinsspanne von zwei Prozent wird gebraucht", erläuterte Oster. Die in Europa politisch gewollten Niedrigzinsen seien zwar "ein Hammer" für die Sparer. Die Sparkasse müsse jedoch auskömmliche Margen erzielen und ihre Kapitalrücklagen ausbauen: "Wir dürfen nicht schwächer werden." Auf Basis des erzielten Ergebnisses könnten die zwei Neubauten an der Neuen Straße in drei bis vier Jahren bezahlt werden.

Es werden auch ständig Gelder aus den 1,8 Milliarden Euro Eigenanlagen frei. Weil sie zu hohen Zinsen länger laufen, hat die Sparkasse kein akutes Problem mit der Niedrigzinsphase. Private Sparer warnte Oster vor den Zinsangeboten von Auslandsbanken: "hochgefährlich".

An der Großbaustelle sind nun die Verkehrsmarkierungen aufgebracht, die Rohbauarbeiten für Bodenplatte und Tiefgarage starten diesen Monat. Wenn es gut läuft, stehen die Rohbauten bis Jahresende. Fertigstellung des 80-Millionen-Projekts ist im zweiten Halbjahr 2015.

Um ein knapp zweiprozentiges Wachstum bei Krediten zu erzielen, wurden 700 Millionen Euro neue Darlehen ausbezahlt, davon 450 Millionen an regionale Firmen. Es wurden 635 Millionen Euro getilgt, davon 185 Millionen von Häuslebauern, was nach Osters Worten zur Nettoersparnisbildung von 170 Millionen Euro hinzugerechnet werden muss. Die Sparkasse hat 25 000 Wohnbaufinanzierungen im Bestand, das Volumen der Baudarlehen wuchs um 60 Millionen auf 1,4 Milliarden Euro an.

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