Soldaten geben Konzert vorm Münster

Alle Ulmer sind für nächsten Dienstagabend zum Konzert auf den Münsterplatz geladen. Die Soldaten feiern die Umorganisation ihres Kommandos, in dem Militärs aus 17 Ländern mitwirken werden.

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Bis kommenden Sonntag, Mitternacht, existiert in der Wilhelmsburg-Kaserne das "Kommando Operative Führung Eingreifkräfte". Von Montag an werden die Soldaten, die in diesem Stab arbeiten, mit einer erweiterten Aufgabe betraut. Dazu wird ihre zentrale Schaltstelle auf dem Michelsberg in das "Multinationale Kommando Operative Führung" umgebaut.

Während das bisherige Kommando Einsätze für die Europäische Union geführt hat, kann das neue multinationale zusätzlich zur Leitung von Nato-Einsätzen herangezogen werden. Zu Einsätzen, die das Militär rundum betrifft: also Soldaten aus Heer, Marine, Luftwaffe sowie aus den Spezialkräften gleichermaßen.

"Das multinationale Kommando kann kurzzeitig weltweit zur internationalen Krisenbewältigung eingesetzt werden", betonte Generalleutnant Richard Roßmanith, der jetzige und künftige Befehlshaber in der Wilhelmsburg-Kaserne gestern während eines Pressetermins.

Die neue Organisation werde in der Stadt durch Soldaten aus weiteren Ländern sichtbar sein. Heute versehen im Kommando-Stab Männer und Frauen aus sechs Ländern ihren Dienst. Künftig sind dort 17 Nationen vertreten, berichtete Roßmanith. Dazu werden weitere 50 Offiziere und Unteroffiziere, die meisten samt ihrer Familien, in Ulm erwartet. Die Teilnehmer-Nationen reichen dann von Bulgarien bis Lettland und Finnland, von den Vereinigten Staaten von Amerika bis zur Türkei.

"So etwas wie uns gibt es ganz selten", hielt der Befehlshaber fest. In der Bundeswehr existiere kein vergleichbares Kommando. Und andere, wie in den USA und England, seien in der Regel doch national aufgestellt. Schon im nächsten Jahr, kündigte Roßmanith an, werde das neue Kommando zum ersten Bereitschafts-Dienst verpflichtet. Als mögliches führendes Hauptquartier für eine belgische "Battlegroup" - eine für jeweils ein halbes Jahr aufgestellte militärische Kampf-Formation der Krisenreaktionskräfte der Europäischen Union in hoher Verfügbarkeit. Diese könnte beispielsweise in einem afrikanischen Staat eingesetzt werden.

Während der gestrigen Ankündigung der Feierlichkeiten auf dem Münsterplatz im Ulmer Rathaus lobte Erster Bürgermeister Gunter Czisch die Verbundenheit der Stadt mit ihren Soldaten, deren Einrichtungen wie die Wilhelmsburg und das Bundeswehr-Krankenhaus für alle präsent sind. Während Soldaten früher überall in der Stadt zu sehen waren, spiele sich ihr Alltag heute überwiegend hinter Kasernenmauern ab. Deshalb sei es sehr erfreulich, dass sie die Umorganisation vor dem Münster feiern. "Die Stadt ist richtig stolz auf das Kommando", hielt Czisch fest.

In seiner bisherigen Form wurde das Ulmer Kommando 2005 in Dienst gestellt. Zunächst hatte es die Aufgabe, internationale Einsätze mit bis zu 60 000 Mann im Auftrag der EU zu führen. 2009 kam die dazu, Auslandseinsätze von einer deutschen Zentrale aus zu leiten.

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