Solarmodule aus China eingeschmuggelt

Ein 55-jähriger Neu-Ulmer soll Teil einer Schmuggelbande gewesen sein. Geschätzter Schaden: 30 Millionen Euro.

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Auch in der Region sollen geschmuggelte Module eingebaut worden sein.  Foto: 

Die Zollfahndung München ermittelt unter anderem gegen einen 55-jährigen Mann aus Neu-Ulm wegen der Hinterziehung von Einfuhrzöllen in Höhe von 30 Millionen Euro. Der Mann soll Teil einer aus dem Nürnberger Raum agierenden deutsch-chinesischen Bande sein, die mit illegal importierten Solarmodulen notwendige Zollzahlungen hintertrieben haben soll.

Nach langen Ermittlungen haben Beamte der Zollfahndungsämter München, Stuttgart und Frankfurt diese Woche 14 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht und umfangreiches Material sichergestellt. Der Vorwurf richtet sich gegen sieben in Deutschland ansässige Personen chinesischer und deutscher Herkunft.

Ihnen wird zur Last gelegt, ein kompliziertes Geflecht aus Schein- und Briefkastenfirmen in Europa und Asien aufgebaut zu haben. Letztlich mit dem Ziel, in China hergestellte Solarmodule an den Schutzzöllen vorbei nach Deutschland zu importieren. Wie einer Mitteilung der das Verfahren führenden Staatsanwaltschaft in Nürnberg zu entnehmen ist, geht es dabei um 150 Importvorgänge aus den Jahren November 2013 bis November 2016.

Solarparks im Raum Ulm

Dreh- und Angelpunkt der Abgabenhinterziehung ist die geltende Mindesteinfuhrpreisregelung, die chinesische Billigimporte zum Schutz der europäischen Wirtschaft unterbinden soll. Die EU erhebt seit Juni 2013 Antidumping- und Ausgleichszölle bei der Einfuhr von Solarmodulen und Schlüsselkomponenten. Anhand vorgetäuschter und verschleierter Rückzahlungen sollen diese Mindestpreise vorgetäuscht worden sein.

Angaben zu dem verdächtigen 55-Jährigen aus Neu-Ulm macht die Nürnberger Ermittlungsbehörde nicht. Abnehmer sollen Energie- und Solarparks im ganzen Bundesgebiet sein – darunter auch insgesamt sechs Einrichtungen auf der Ulmer Gemarkung, heißt es weiter in der Mitteilung.

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