Sogar Retter für reißende Gewässer

Seit 100 Jahren gibt es die DLRG. Die Wasserretter haben viele Nichtschwimmer gerettet. Der Ulmer Verband feierte jetzt im Haus der Begegnung.

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Eine Katastrophe in Binz auf Rügen sorgte für den Anfang. Am 12. Juli 1912 brach eine Seebrücke ein, mehr als 100 Menschen stürzten in die Ostsee. Niemand half ihnen aus dem Wasser, weil es keine Rettungsorganisation gab und die meisten Beteiligten nicht schwimmen konnten. Bei dem Unglück starben 16 Menschen, darunter auch einige Kinder. Dieses schreckliche Ereignis war der Grund, weshalb dann am 19. Oktober 1913 in Leipzig die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gegründet wurde - dieser Gründung wurde jetzt auch in Ulm gedacht.

Auch 100 Jahre danach ist das Ziel gleich geblieben. Heute ertrinken in Deutschland jährlich knapp 400 Menschen gegenüber 5000 im Gründungsjahr. In der Zeit von 1950 bis 2012 hat die DLRG über 65 000 Leben gerettet und 26 Millionen Schwimm- und Rettungsausbildungen vorgenommen.

Die Gesellschaft ist mit mehr als einer Million Mitgliedern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. In über 2000 örtlichen Gruppen leisten bundesweit 50 000 Ehrenamtliche rund zwei Millionen Wachstunden.

Der Bezirk Donau mit 2500 Mitgliedern feierte am vergangenen Wochenende im Haus der Begegnung das Jubiläum - obwohl er erst zehn Jahre später gegründet wurde. Vorsitzender Tobias Luikard gab einen kleinen Einblick in die Arbeit seiner Gruppe. So sei sein Verein in der Wasserrettung und Aufklärung sowie im Katastrophenschutz und Rettungsdienst tätig. Der Verein verfügt über 28 speziell ausgebildete Strömungsretter, die bei reißenden Gewässern helfen können, außerdem gibt es 20 Einsatztaucher.

Für die Suche nach Ertrinkenden steht ein Hubschrauber zur Verfügung. "Es muss schnell gehen. Nur wenige Minuten entscheiden über eine geglückte Rettung", weiß Luikard. Die DLRG bietet alles rund ums Wasser an, vom Babyschwimmen über Schwimmunterricht an Schulen bis zum Wettkampfsport. "Wir wollen aus jedem Nichtschwimmer einen Schwimmer machen und aus jedem Schwimmer einen Rettungsschwimmer", definiert Luikard die Grundsätze der DLRG. Besonders stolz ist er auf die engagierte Jugendgruppe, die immerhin fast zwei Drittel aller Mitglieder ausmacht.

Politiker übernahmen die Ehrungen der Mitglieder. So durften der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, die Landtagsabgeordneten Martin Rivoir, Jürgen Filius, Monika Stolz und die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis die Urkunden überreichen. Alle lobten das ehrenamtliche Engagement. Organisationen wie die DLRG seien wichtige Säulen in der Gesellschaft.

Auffallend bei der Ehrung war, dass viele junge Menschen für ihre Arbeit ausgezeichnet wurden. Denn sie sind es, die die Schwimmstunden für Kinder geben oder an den Gewässern wachen. Teilweise wurden sogar ganze Familien ausgezeichnet.

Seit 50 Jahren ist Werner Frank dabei. Heinz Bartholmae und Reinhold Frei wurden für 65 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Reinhold Frei war 1951 der erste Einsatztaucher im ganzen Bezirk. Luikard lobte diese drei: "Sie sind unsere Vorbilder, sie haben gute Aufbauarbeit geleistet."

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