So viel verdienen Pfarrer in Ulm

Die Vorgänge in Limburg wecken allseits das Interesse für die finanziellen Verhältnisse der katholischen Kirche. In Ulm verdienen Pfarrer zwischen 3700 und 5000 Euro.

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    Die Besoldung der Diözese Rottenburg-Stuttgart entspricht dem Landesbesoldungsgesetz. Pfarrer bekommen daher Beamtengehälter in Baden-Württemberg. Foto: 
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"Wir Pfarrer sind Kirchenbeamte und bekommen unsere Gehälter von der Diözese", antwortet der katholische Dekan Matthias Hambücher auf die Frage nach den Einkommensverhältnissen katholischer Pfarrer. Die Besoldung entspricht in der Diözese Rottenburg-Stuttgart dem Landesbesoldungsgesetz. Der Großteil der Pfarrer gehört zu den Besoldungsgruppen A 13 oder A 14, letzteres für Pfarrer in Leitungsfunktion. Also ist das Einkommen vergleichbar mit dem höheren Dienst bei Beamten: A 13 bekommt ein Gymnasiallehrer. Je nach Beschäftigungszeit und Alter verdient er zwischen 3700 Euro und 4500 Euro. A 14 bekommt ein Oberstudienrat. Dort liegt das Gehalt zwischen 3900 und 5000 Euro.

Pfarrer haben Residenzpflicht - das heißt, sie müssen am Ort leben. Die Kirchengemeinden stellen die Dienstwohnungen oder Pfarrhäuser zur Verfügung. Eine Miete muss der Pfarrer nicht zahlen, aber die angenommene ortsübliche Vergleichsmiete als geldwerten Vorteil versteuern. Die Nebenkosten muss der Nutzer komplett selbst tragen.

Hambücher wohnt in einer Drei-Zimmer-Wohnung in der Nähe der Wengenkirche, die mit 130 Quadratmetern zugegebenermaßen groß ist. Einen Raum nutzt er als Amtszimmer, einen als "kombiniertes Wohn-, Gesprächs- und Schlafzimmer", und der dritte ist Gästezimmer. Dazu kommen Küche, Bad und Toilette. Die Möbel sind seine eigenen, ebenso die Spülmaschine. Seine vorherige Dienstwohnung in der Suso-Gemeinde am Eselsberg war deutlich kleiner.

"Wir können uns nichts aussuchen", erklärt Hambücher. "Manchmal muss ein Kollege ein ganzes riesiges Pfarrhaus allein nutzen, weil es so geschnitten ist, dass man es schlecht untervermieten kann." In Seelsorgeeinheiten, wo ein Pfarrer für mehrere Gemeinden zuständig ist, legen die Gemeinden fest, welches der Wohnsitz des Pfarrers ist. Der Amtsinhaber darf da nichts mitentscheiden.

Auch das Auto ist Privateigentum jedes Pfarrers, abgerechnet wird nach den gefahrenen Kilometern. Hambücher selbst hat kein Auto, er fährt Rad und nutzt öffentliche Verkehrsmittel. "Damit setze ich ein Zeichen." Das Gebahren des Limburger Bischofs findet er "unmöglich". Über seine Kollegen, die Ortspfarrer von Ulm, sagt Hambücher: "Wir pflegen alle einen anständigen Lebensstil, der ausgerichtet ist auf das Evangelium und orientiert auf unsere Gemeinden."

Die katholische Gesamtkirchengemeinde Ulm unterhält neun Pfarrhäuser oder -wohnungen. Acht werden von Pfarrern genutzt, eine ist vermietet. Die Mieteinnahmen fließen wieder dem jeweiligen Gebäude zu, erklärt der katholische Kirchenpfleger Rolf Stegmaier.

Muss eine Gemeinde neu bauen, gibt es die Pfarrhaus-Richtlinien vom bischöflichen Ordinariat. Laut denen steht einem Pfarrer eine Drei-Zimmer-Wohnung mit höchstens 85 Quadratmeter zu. Als Wohnbereich einer Haushälterin ist ein getrenntes Appartement mit maximal 35 Quadratmetern vorgesehen.

In den evangelischen Landeskirchen gibt es ebenfalls Pfarrhaus-Richtlinien mit genauen Vorgaben. Auch in anderen Bereichen ist vieles gleich geregelt, sagt der evangelische Kirchenpfleger Ulms, Klaus-Peter Baur: "Ein evangelischer Pfarrer hat Residenzpflicht in seiner Parochie, also seinem Gemeindebezirk. Er bekommt eine Besoldung wie ein Beamter im höheren Dienst und muss die ortsübliche Miete als geldwerten Vorteil versteuern." Die Gesamtkirchengemeinde hat 15 Pfarrhäuser oder -wohnungen: 12 für die Gemeindepfarrer, weil jede Gemeinde zwei Pfarrstellen hat, sowie 3 für die Sonderpfarrämter Klinik-, Hochschulseelsorge und für den Leiter des Hauses der Begegnung.

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Kommentare

22.10.2013 20:38 Uhr

Nochmals Antwort auf Gehalt der Pferrer

Sehr wohl war meine Wortwahl zum Bericht nicht passend. Das gefällt mir nach Stunden auch nicht mehr so wie geschrieben. Nur wie bei der Bundeswehr gelernt ist es ja nicht immer möglich länger darüber zu schlafen, manches geschieht so eben sofort.

Noch zur Bürgerzeitung. Schon immer war es mir ein Dorn im Auge wenn ich in der Presse mit Anglizismen, Fremdwörter, Abkürzungen und der gleichen zugeschüttet werde. Deshalb war mein Schuss auch so. Nicht immer lässt es sich richten diese eine Nacht über alles zu schlafen.

Unsere lieben Redakteure könnten sich ruhig etwas mehr Mühe geben für die Allgemeine Verständlichkeit der Presse, gerade auch weil es Heute doch am PC einfacher ist wie in vergangenen Tagen.

Noch als Nachtrag, Frage an die Pressestelle. Wie lesen unsere Gäste, Migranten und Touristen eigentlich die Zeitungen haben die Immer spezielle Lektüre oder was auch immer zur Hand, damit sie das meiste Pressedeutsch auch verstehen, oder lesen die nicht.

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22.10.2013 19:16 Uhr

Antwort auf „Antwort auf Antwort auf Gehalt der Pfarrer”

Wie Sie weiter unten vielleicht gelesen haben, habe ich mich weiter unten bereits entschuldigt für meinen Begriff "Gemotze". Und das mein Ton unfreundlich war, besonders meine Bemerkung zur Steuerzahlung, tut mir leid.
Allerdings fand ich Ihre Wortwahl wie "saudumm" und "Quatsch" auch nicht passend.
Es gibt kein Gesetz, das katholische Pfarrer zwingt, bis 70 zu arbeiten. Sie werden aber vom Dienstherrn dazu, sagen wir mal, mit einem gewissen Nachdruck motiviert, dies zu tun.
Und viele Pfarrer tun das auch gerne, weil sie Ihre Tätigkeit nicht nur als Beruf, sondern im besten Sinne als Berufung auffassen.
Natürlich haben Pfarrer auch Urlaub und freie Tage. Tatsache ist aber, dass Pfarrer, die in der Seelsorge tätig sind, in der Regel sehr lange Arbeitstage haben und nicht nur "Dienst nach Vorschrift" machen.
Deswegen finde ich Aussagen, die hier zu lesen sind, von wegen "hübschen Einkommen" und "geringen Mietkosten" gelinde gesagt unpassend.
Ich kenne keinen Pfarrer (und ich kenne mich auch ein bißchen in der Kirche aus), der wegen eines "tollen Einkommens" und der tollen materiellen Versorgung diesen Beruf ergriffen hat.
Für Menschen mit diesen Prioritäten gibt es wahrlich besser geeignete Berufe.

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22.10.2013 18:53 Uhr

Antwort auf Antwort auf Gehalt der Pfarrer

@ Herr Herter.
Zuerst sollte ich mich bei der SWP. bedanken für das nachdrückliche nennen einiger Zahlen. Also war, sagen wir mal kleine Schelte nicht so falsch.

Des weiteren sollten User in Foren nicht der Steuerverweigerung bezeichnet werden. Das gehört sich nicht und ist eine klare Rote Karte. Ich selber habe 45 Jahre gearbeitet und immer meine Steuer bezahlt, was ich von Ihnen nicht weis.

Es wäre noch weiter anzufügen. Ich lese mehrere Zeitungen. SWP. Schwäbische, Augsburger sowie Stuttgarter und auch weitere. Dieses aber auch nicht nur im Web. Alle diese Zeitungen sind im eigentlichen Bürgerblätter die auch von den kleinen Bürgern gelesen werden. Diese sollten aber auch verständlich und gut lesbar sowie Informativ sein. Sollte ich aber bei diesen Bürgerblättern jedesmal die Google Taste zur weiteren Erklärung drücken, dann kann ich es gleich bleiben lassen. Sollten Sie diesbezüglich eine andere Meinung haben dann lesen Sie doch die Frankfurter oder Süddeutsche, oder was auch immer. Aber lassen Sie bitte den Bürgern die Bürgerzeitung. Diese sollte dann aber auch verständlich sein.

Zum Schluss noch. Ich kenne mich in der Kirche etwas aus. Kein Pfarrer muss bis 70 zur Arbeit, das ist völlig daneben. Auch diese haben ihre freien Tage, können in Urlaub gehen und so weiter.

Und gemotzt haben Sie nicht ich, ansonsten hätte die Zeitung sicher nicht nachgetragen und Zahlen genannt.

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22.10.2013 15:28 Uhr

Antwort auf „Ergänzung zu»Antwort auf »Gehalt der Pfarrer»»”

Da der Artikel seitens der SWP erst nachträglich verändert und um die Zahlenwerte ergänzt wurde, ist mein Kommentar bezüglich der (jetzt) vorhandenen Zahlen natürlich hinfällig, sorry dafür.
Trotzdem sollte man mit Begriffen wie "sau dumm", "Quatsch" und auch ich mit "Gemotze" etc. vielleicht etwas vorsichtiger sein und seine Kommentare sachlicher formulieren ;-)

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22.10.2013 14:37 Uhr

Ergänzung zu»Antwort auf »Gehalt der Pfarrer»»

Und im übrigen sind in dem Artikel doch jede Menge Gehaltszahlen in Euro genannt für die einzelnen genannten Besoldungsgruppen!
Was soll also das Gemotze des Users Thierer??

[i]Anmerkung der Redaktion:[/i]
Hallo Herr Herter,
Reinhold-Friedrich Thierer hatte Recht, diese Information hat zunächst im Artikel gefehlt.

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22.10.2013 14:21 Uhr

Antwort auf „Gehalt der Pfarrer”

Die SWP ist kein Steuerberater und auch nicht Verwalter der Beamten-Besoldungstabellen.
Diese Tabellen findet man im Internet per Suchmaschine innerhalb von Sekunden, wenn es einen wirklich interessiert. Aber zu den Grundbesoldungs-Stufen A1 bis A16 kommen dann noch diverse Zulagen etc., kann also im Detail etwas kompliziert werden (z.B. in WIKIPEDIA unter "Besoldungsordnung A" mit anhängenden Links).
Ein geldwerter Vorteil wird mit dem persönlichen Lohn- bzw. Einkommensteuersatz versteuert, der abhängig ist von der Höhe zu versteuernden Jahreseinkommens.
Aber vielleicht ist User Thierer dieses ja deswegen so fremd, weil er selber keine Lohn- bzw. Einkommensteuer zahlt?
Und ehrlich gesagt, zumindest der Artikel der SWP ist nicht "sau dumm", wie hier so blumig formuliert wurde.

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22.10.2013 14:05 Uhr

Antwort auf „lustige Formulierung”

Tja, und dann Pensionierung mit 70 (!) Jahren, anschließend "freiwilliges" Weiterarbeiten, solange man nicht komplett schlapp macht.
Nie ein freies Wochenende und Wochenarbeitsstunden in einer Höhe , in der woanders zwei Leute komplett ausgelastet wären und noch stöhnen würden wegen Überlastung!
Wollen Sie wirklich tauschen, Herr Mau? Wegen des "hübschen Einkommens"?
Nur zu , die katholische Kirche braucht Pfarrer! Sie nimmt auch Spätberufene...

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22.10.2013 13:12 Uhr

Gehalt der Pfarrer

Sau dummer Artikel. Warum keine Zahlen. Habe ich K14 und mein Nachbar I43 verdient. Das sagt doch überhaupt nichts aus dieses A mit zahlen. oder wie viel Steuer geht ab bei Mietwert Vorteil. So sagt das alles doch gar nichts aus. Also entweder richtig berichten, oder gleich bleiben lassen. So ein Quatsch.

[i]Anmerkung der Online-Redaktion:[/i]
Danke für den Hinweis. Wir haben mittlerweile die Zahlen herausgefunden und in den Artikel eingefügt.

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22.10.2013 06:37 Uhr

lustige Formulierung

Ich frage mich ob dieser Artikel Bestürzung auslösen soll? Nicht luxuriös, "nur" wie Lehrer soll einem das sagen?
Lehrer leben zwar nicht im goldenen Palast, aber ich finde sie haben dann doch ein hübsches Einkommen. Nicht zuletzt durch die fehlenden horrenden Abzüge die der "nicht Beamte" hat. Wie das beim Pfarrer ist weiß ich nicht, aber der Vergleich hinkt meines Erachtens gewaltig.

Auch ich würde lieber meine Mietkosten nur versteuern statt sie wirklich zahlen zu müssen.

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