So geht es in Brüssels Hinterzimmern zu

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Das institutionelle Dickicht der Brüsseler EU-Behörden ist sein Thema. Nicht, dass er dieses Dickicht lichten möchte. Nein, der Schweizer Dokumentarfilmer David Bernet (50) ist überzeugt, dass es je komplizierter, desto besser ist. Im Rahmen der „Ulmer Reden für Europa“ war er jetzt in der Galerie der SÜDWEST PRESSE zu Gast, um über seinen preisgekrönten Dokumentarfilm „Democracy – Im Rausch der Daten“ und seine Erfahrungen in der „Blase Brüssel“ zu berichten.

SWP-Chefredakteur Ulrich Becker, der mit Oberbürgermeister Gunter Czisch den Abend moderierte, nannte den in Deutschland lebenden Schweizer einen „Mann, der Europa in Bilder verpackt hat“. Diese Bilder sind schwarz-weiß und trotz eines vermeintlich drögen Themas packend. Entlang der jahrelangen Diskussionen um die „Europäische Datenschutzverordnung“ schildert Bernet mit filmischen Mitteln das Ringen um die beste Lösung. Es seien eben keine „kleinen, grauen Männchen“, die in Brüssel hocken, „um alle in Europa zu ärgern“. Stattdessen würden die Politiker im Parlament, im Rat und in der EU-Kommission („Raumschiff Brüssel“) mit großer Ernsthaftigkeit und Akribie arbeiten. Diese Komplexität der Themen, dieses Ringen um den richtigen Weg, so Bernets These, verhindere, dass sich die Völker Europas „die Köpfe einschlagen“.

Wie aber könne dieser unbestreitbare Verdienst der EU-Politiker für Frieden und Freiheit besser dargestellt werden, wollte OB Czisch wissen. Da musste Bernet passen, Brüssel habe nun einmal nicht  die optische Strahlkraft eines Weißen Hauses. Es müsse immer wieder  betont werden, dass der Dialog in Brüssel möglich ist und so Konflikte verhindert werden. Harald John

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