Singet dem Herrn

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"Raumklang" lautete das Motto, unter das die Veranstalter der Wiblinger Bachtage den Sonntagabend gestellt hatten. Und wahrlich, dieses akustische Programm in der St.-Georgs-Kirche wurde schon im ersten Stück, Jaques Cléments fünfstimmigem Kanon "Sanctus", fulminant eingelöst. Dazu platzierten sich die St.-Georgs-Chorknaben und die Wiblinger Kantorei sowohl im Altarraum als auch an den Seiten der Kirche und erzeugten so einen regelrechten "Surround-Sound", wie man ihn sonst fast nur auf der CD zu hören bekommt.

Vor Bach beherrschte kaum jemand die "Kunst der Motette" so virtuos wie Heinrich Schütz. Seine beiden Motetten "Also hat Gott die Welt geliebt" und "Singet dem Herrn" intonierte der große Chor lust- und stimmungsvoll. Auch das Collegium Instrumentale bekam die Chance, sein Können besonders unter Beweis zu stellen, und zwar in Tommaso Albinonis dreisätzigem Konzert C-Dur für Trompete, Flöte, Oboe und Streicher. Der Titel dieses Werkes ist insofern irreführend, als in der Aufzählung der Instrumente das Fagott fehlt, das in diesem kammermusikalisch anmutenden Werk ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Klaus Dann (Trompete), Verena Höß (Querflöte), Ulrich Ehret (Oboe) und Irene de Marco (Fagott) nutzten die "Steilvorlage" für einen ebenso glanzvollen wie intimen Dialog ihrer innig miteinander verwobenen Instrumenten-Stimmen.

Mystisch-katholische Klänge hielten dann mit den "Drei Festmotetten" von Anton Bruckner Einzug in den dämmrigen Kirchenraum, bevor es mit Bachs Kantatensatz "Ehre sei dir, Gott, gesungen" aus BWV 248 wieder kraftvoll-lutherisch zur Sache ging. Einen RaumklangLeckerbissen der besonderen Art bot Geoffrey Blacksmith Hymnus "Deep River of Love" für Tenor und Belleplate-Ensemble. Mit zwei Klassikern des Chorgesangs - Palestrinas berühmter "Missa Pape Marcelli" und einer Auswahl aus Mendelssohns achtstimmigen Motetten op. 79 klang der herbstliche Konzertabend stimmungsvoll aus.

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